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AW: LIEBHERR Weltmeisterschaften 2017 (29.05. - 05.06.2017, Düsseldorf, GER)
Ich finde man muss das etwas relativieren. Dass Solja vorher alles im Griff hatte stimmt schon und dass sie nach dem ersten abgezählten Aufschlag (wie viele gab es denn?) begann fast nur noch mit der RH aufzuschlagen, ist auch richtig. Ebenso, dass ihre Körpersprache ab diesem Zeitpunkt schlecht wurde.
Andererseits, schreibt z.B. der DTTB: "Mit 11:4 und 7:2 lag Solja in Front und befand sich eigentlich auf der Siegerstraße. Doch dann ließ sie sich durch die Schiedsrichter-Entscheidung völlig aus der Konzentration bringen", obwohl der Aufschlag bei 4:2 abgezählt wurde. Danach hat Solja immerhin noch 9:7 geführt und beim 10:9 die Riesenchance zum Satzgewinn gehabt. Sie wurde in der zweiten Hälfte des Satzes mehrmals in der weiten VH ausgeblockt. So kommentierte ja auch Schöpp: "Petrissa hat nicht so gut bewegt. Außerdem fehlte die notwendige Konstanz. Die Niederlage kommt nicht so überraschend, da Petrissa in den vergangenen Wochen und Monaten verletzungs- und krankheitsbedingt nicht viel trainieren konnte". Auf die körperliche Statur würde ich das auch nicht zurückführen, da ich da bei Solja keinen Unterschied zu ihren erfolgreichen Turnieren erkennen kann, aber dass sie schlecht auf den Beinen war, lässt sich schwerlich bestreiten.
Davon mal abgesehen, war der Aufschlag bei 4:2 auch falsch, da eindeutig mit dem Kopf verdeckt. Man muss das nicht abzählen, man muss sich aber auch nicht darüber aufregen. Erst Recht nicht, wenn man wie Solja weiß, dass die Schiedsrichter mit Videoanalysen die eigenen Aufschläge unter die Lupe genommen haben.
Edit: ich hätte es übrigens gut gefunden, wenn Solja weitergekommen wäre. Ich finde man kann sich das durchaus anschauen und generell sollten doch die Deutschen bei der Heim-WM weit kommen. Alleine der Stimmung wegen!
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