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AW: TIBHAR Aurus Prime und Aurus Select
Zunächst einmal ein paar Worte zu meiner Person, damit das im Folgenden über die Beläge Gesagte auch etwas eingeordnet werden kann:
Ich bin 49 Jahre alt, 187 cm groß und 108 Kilo schwer. Ich bin nicht sehr schnell auf den Beinen, dafür besitze ich sehr lange Arme. Mit der Kondition liegt es wohl etwas im Argen ;-)
Ich spiele variablen Angriff, der eher rückhandorientiert ist, da die RH eine Klasse besser ist als die VH. Oftmals auch unorthodox mit der Rückhand auf der Vorhandseite und umgekehrt. Bestreben ist natürlich die Vorhand etwas besser hinzukriegen, da dort größeres Verbesserungspotential liegt. Nächste Runde spiele ich voraussichtlich wieder Bezirksklasse hinten, TTR um 1600.
Vom Material her bin ich zur Rückrunde umgestiegen von VH Tibhar Evolution EL-S/Andro Rasant Grip und RH Andro Rasant Grip umgestiegen auf VH Andro Rasanter V42 und RH Andro Rasanter R42 (alles jeweils max. Schwammdicke). Spielholz war zuletzt Tibhar VS Unlimited. Dies ist mein erster Testbericht, daher bitte ich um Nachsicht, wenn nicht alles so ist wie erwartet.
Am Donnerstag, dem 1.6., kamen die beiden Aurus-Testbeläge an, Prime hatte ungeschnitten 67 g, Select 65 g, was wohl auch ungefähr die Standardgewichte sein dürften, wenn ich die bisherigen Beiträge so sehe. Ich hatte mir dazu als Testholz noch ein Tibhar Illusion Killer bestellt (obwohl ich inzwischen Carbon-Hölzer bevorzuge), die Rezessionen dieses Holzes hatten mich neugierig gemacht. Nach (problemloser) Montage (mit Joola Holzlasur und Andro Turbo Fix, VH Prime, RH Select) ging es dann abends gleich in die Halle zur ersten Testeinheit.
Erster Trainingspartner war ein Angriffsspieler der 1. Mannschaft (BOL). VH: Konter- und Blockspiel ohne Probleme, Topspins sowohl schnell wie auch spinnig gut, Unterschnitt mit viel Effet möglich. RH: „normales“ Konterspiel kommt mir etwas „schwammig“ vor, aggressives Blockspiel klappt dagegen herausragend, der Effet sowohl in den Topspins wie auch in den Unterschnittbällen wird vom Vereinskollegen als extrem wahrgenommen – was ich schon einmal bemerkenswert finde.
Der zweite Vereinskamerad war ein Noppenspieler aus der 3.Mannschaft (Kreisliga). Hier konnte ich einige Male am eigenen Leib erfahren, wieviel Spin die beiden Beläge produzieren ;-) Mein ehemaliger Mannschaftskollege (wir haben in der Vorrunde noch in einer Mannschaft gespielt) hat das dann auch nochmal bestätigt. Mit beiden Belägen lassen sich durch das Schnittpotential schöne Aufschlagsvariationen erzeugen. Seine oft überraschenden Vorhandangriffe auf meine Vorhand konnte ich erst nach einer gewissen Zeit kontrollieren, hier machte sich der etwas härtere Schwamm des Prime gegenüber meinem aktuellen Vorhandbelag bemerkbar.
Die zweite Testeinheit am 6.6. beginnt gegen einen Mannschaftskollegen mit modernem Noppenspiel, gegen den ich die letzten Trainingsspiele jeweils sehr gut ausgesehen hatte, hier lief es diesmal nicht so gut – Rückhandtopspins gingen oft übers Netz, insbesondere die auf der Vorhandseite, eigentlich einer meiner Paradeschläge. Die Vorhandtopspins waren auch noch nicht wirklich gefährlich und es schlichen sich doch eine ganze Reihe leichter Fehler ein.
Im anschließenden Doppel lief es dann nach Startschwierigkeiten wieder etwas besser und die Rückhandtopspins mit dem Select erreichten oder übertrafen schließlich gar das Schnittniveau des R42. Im Anschluss nochmal gegen einen weiteren unbequemen Noppenspieler der 3. Mannschaft angetreten, der aber von seinem Niveau her auch in meiner Mannschaft spielen könnte. Die ersten beiden Sätze gehen an ihn, dann verliert er etwas die Konzentration und ich gewinne an Schlagsicherheit. Und wieder kommt das Spinpotential des Select zum Tragen und sogar beim Prime gelangen jetzt erste etwas gefährlichere Topspins, wobei die gefühlvollen besser wirken als die schnellen.
Am 8.6. wurde es „halb“ ernst (zwar keine TTR-Relevanz, gewinnen will man aber ja trotzdem), die Gegner in unserem Sommerrrunden-Heimspiel erlaubten mir netterweise mit den beiden Testbelägen zu spielen. Unsere Spielbälle sind übrigens Nittaku-Premium 40+-Plastikbälle.
Der Start im Doppel gelang dann bei uns nicht sonderlich gut und die Gegner hatten relativ leichtes Spiel, den 1. Satz für sich zu entscheiden. Sowohl bei meinem Doppelpartner wie auch bei mir setzte dann die notwendige Sicherheit ein und wir konnten schließlich einen 3:1-Sieg einfahren.
Gegen den ersten Einzelgegner, einen guten alten Bekannten meines Heimatvereins (falls Du das liest, Peter, hat mich sehr gefreut Dich mal wiederzusehen) lief es dann richtig gut, nachdem ich mich an seinen sehr guten Schnitt und die gefährlichen Aufschläge gewöhnt hatte. Zumindest in der „guten alten Zeit“ habe ich gegen ihn eigentlich nie Land gesehen. So konnte ich jetzt meine persönliche Bilanz auf 1:583 verbessern ;-) Besonders erwähnenswert ist, dass ich nun selbst mit der Vorhand einige direkte Punktgewinne erzielen konnte.
Derart im Flow und mit der notwendigen Schlagsicherheit gewann ich dann auch das zweite Einzel und mein Gegner bestätigte mir im Anschluss an die Partie eine erstaunliche Sicherheit bei derart „spinnigen“ Schlägen. Im abschließenden Doppel gingen wir dann 0:3 unter – manchmal gelingt wenig und überhaupt ist Tischtennis halt ein komischer Sport.
Fazit für mich nach zwei Trainingseinheiten und einem Sommerrundenspiel: Beide neuen Aurus-Beläge gefallen mir gut. Sie besitzen gute Spinentwicklung und Power für das aggressivere wie auch gute Kontrolle (nach einer gewissen Eingewöhnungszeit) im passiven Spiel. Ausnahme davon ist für mich der Rückhandblock mit dem Select, den ich noch nicht richtig in den Griff bekommen habe.
Mich haben schon die „mittelharten“ Rasanter überzeugt mit ihrem dicken Schwamm und dem dünnen Obergummi. Obwohl es 6 Varianten gibt, habe ich aber keinen gefunden, der optimal zu meiner Vorhand passt. In diese Lücke könnte der Aurus Prime stoßen, ich bin sehr gespannt, wie er sich auf einem 5+2-Holz spielt. Auf diesem Holz lasse ich dann auch den Select nochmal gegen den R42 antreten, evtl. lässt sich mit dem Select ja noch etwas mehr Schnitt „rausholen“ und selbst bei „Gleichstand“ wäre der Select immerhin 5 Euro günstiger.
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