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AW: Regelauslegung Aufschlag
Aber genau das muss ich doch von einem Profi erwarten dürfen. Dass er in der Lage ist, sich an die Spielregeln zu halten.
Es spricht doch nichts dagegen, dass man versucht, die Regeln vollständig auszunutzen. Dass man also an die Grenze der Regel geht. Man sollte halt nur von der richtigen Seite ran gehen. Und man sollte akzeptieren können, dass darüber letztlich immer ein Schiedsrichter entscheiden wird.
Sollten nicht auch die Spieler den Schiedsrichtern gegenüber den Respekt für ihre Entscheidungen entgegenbringen, den sie ihrerseits vom Schiedsrichter einfordern, wenn sie z.B. nach "Fingerspitzengefühl" oder ähnlichem verlangen?
Und jetzt mal ganz ehrlich: Wer den ganzen Tag für Tischtennis nutzen darf, der kann sich doch die paar Minuten Zeit nehmen, um einen Aufschlag zu lernen, der den Regeln entspricht. Dann muss man halt akzeptieren, dass die Wirkung dieses Aufschlags nicht so hoch ist, wie wenn man sich nicht an die Regeln hält (und wenn´s nur dieser eine Schiedrichter in diesem einen Spiel so beurteilt).
In der Realität ist jedoch die Herangehensweise eine andere: Wie ich mal gehört habe, wurde in den bayerischen Landeskadern, nachdem versucht wurde, das Verdecken von Aufschlägen erstmals zu verbieten, nicht trainiert, wie man einen guten Aufschlag machen kann, ohne zu verdecken. Es wurde vielmehr trainiert, wie man die Regel bis zum letzten ausnutzen kann, indem man das Verdecken erst im allerletzten erlaubten Moment aufgibt (also den Arm spätestmöglich wegzieht). Wahrscheinlich haben das andere Trainer ja auch nicht anders gemacht. Und zu verurteilen war das auch nicht. Vielleicht ist es sogar gerade deren Aufgabe, alles rauszukitzeln, was mehr Erfolg verspricht. Trotzdem war´s komplett gegen die Idee der Regel.
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