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Alt 07.06.2004, 21:27
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Matthias Landfried
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AW: "Echte" Alternative zum Stiga Magna

Der Magna hat definitiv eine sehr gute und lange Haltbarkeit. Ich spiele den Belag seit er auf dem Markt ist und es gab noch nie einen Belag, den ich länger spielen konnte.

Risse haben eigentlich nichts mit "Haltbarkeit" zu tun, denn diese entstehen bei allen "Topspin"belägen (hauptsächlich Hightech-Beläge) mit hochgriffigen (z.B. Magna) oder extrem spinelastischen Obergummis (z.B. Sriver FX, Sriver EL, Bryce, Cermet, Neos Sound, Mambo usw) wenn folgende Faktoren zusammen kommen:

- hochgriffiges oder extrem elastisches Obergummi
- extremes Frischkleben
- extremer "Vorhandschwinger" und dann meist beim Gegentopspin
- steifes Holz (gibt nicht nach, sondern "hält praktisch noch voll drauf")
- Belag spannen / ziehen / dehnen (statt einfach lose auflegen und ohne Druck ebenwalzen)

Man hat die Möglichkeit, mit diesen Belägen mehr Spin in die Bälle zu bekommen wie mit anderen Belägen, von den Spieleigenschaften schwärmen die meisten, aber wenn zu viele der oben genannten Faktoren zusammen kommen oder einer dieser Faktoren in zu schwerwiegendem Maße, dann ist einfach irgendwann die Grenze erreicht.
Ein Topspin kommt mit 150 km/h und über 10.000 U/min an und man zieht selber mit 180 km/h dagegen. Es entsteht ein brutaler "Frontalzusammenstoß" zwischen Schläger und Ball, der Ball macht in einer 1/1000 Sekunde eine "Vollbremsung" und bekommt in genau derselben 1/1000 Sekunde die entgegengesetzte Rotation.
Dabei entstehen so brutale Kräfte und durch die oben genannten Risikofaktoren ist irgendwann die Grenze des Machbaren erreicht, das Obergummi wird beim Schläger-/Ball-Kontakt gedehnt und gedehnt und gedehnt (gespannt!) und irgendwann ist es zuviel und es kommt zu Rissen.

Spieler, bei denen es zu Rissen kommt, müssen:

- entweder erkennen, daß diese Beläge nicht zu ihnen passen, bzw sie nicht zu diesen Belägen passen und dann eben umstellen, das bedeutet z.B. statt einem Magna den Innova spielen, der ist dann zwar nicht mehr so hochgriffig, hat aber denselben ACS-Schwamm und bekommt auch keine Risse. Man muß dann eben akzeptieren, daß man dann auch nicht mehr diese genialen Spieleigenschaften hat, die zweifelsohne durch dieses extrem-spin-erzeugende, aber empfindliche Obergummi zustande kommen.

- oder erkennen, daß diese Beläge mit ihrer Art frischzukleben reissen oder ihr Holz zu steif ist. Und wer dann weiterhin die Vorteile dieser Hightechbeläge (maximalen Spin) nutzen will, der muß dann umstellen (z.B. Belag nur locker auflegen und leicht ohne Druck anwalzen, weicheres Holz spielen usw)

- oder diese Beläge weiterhin so frischkleben wie seither und beim selben Holz bleiben, dann maximalen Spin und alle weiteren Vorteile haben, aber akzeptieren lernen, daß die Beläge reissen werden. (Übrigens ist auch viel Einbildung, gerade den Magna kann man ohne Probleme selbst mit Rissen im Training weiter spielen bis er abgespielt ist)


Aber man muß sich endlich von dem Gedanken verabschieden, daß es DEN perfekten Belag gibt, die eierlegende Wollmilchsau, die nur Vorteile hat, keine Nachteile und dann auch noch günstig ist, denn das wird es nie geben.
Und man muß auch endlich aufhören, ständig über Risse zu schimpfen, denn wer diese Beläge spielt, muß das einfach akzeptieren lernen, denn wenn man diese Beläge haltbarer auslegen will, dann ändert man damit die Spieleigenschaften und man hat eben nicht mehr diesen extremen Spin, denn man muß das Obergummi ändern (Sriver FX- oder EL-Obergummi durch Ekrips-Obergummi ersetzen, Magna- oder Neos-Sound-Obergummi durch Mendo-Obergummi ersetzen, Mambo-Obergummi durch Cava-Obergummi ersetzen usw), dann sind das einfach nicht mehr diese Spinmaschinen mit den begeisternden Spieleigenschaften.


Wer das nicht akzeptieren kann, der handelt mutwillig (macht Beläge, die für einen nicht geeignet sind, mutwillig kaputt) und wer die oben genannten Hintergründe / Erklärung kennt und trotzdem weiterhin verbreitet, der Belag X hätte eine schlechte Haltbarkeit, der handelt geschäftsschädigend.

Oder es ist Dummheit: Wenn einer den fünften Magna, Sriver FX, Sriver EL, Neos Sound, Bryce, Mambo, ... , ... kauft und den jedesmal nach kurzer Zeit kaputt macht und sich jedesmal kräftig Risse beklagend einen neuen Belag dieser Sorte kauft, dann vergleiche ich denjenigen mit einem, der einen Neuwagen kauft und damit sofort auf die Autobahn geht und dort von Frankfurt bis München Vollgas im 1.Gang fährt und das Auto so lange im Drehzahlbegrenzer "jaulen" lässt, bis der Motor hoch geht (und falls das dann noch nicht hilft, mehrfach vom 3.Gang bei 5000 U/min in den 2.Gang zurückschaltet und die Kupplung fatzen lässt. Und dann sich beim Autohändler über die schlechte Haltbarkeit beschwert und öffentlich verbreitet, daß die Automarke X eine schlechte Qualität hat.

@LARSerinho: Dieser Beitrag war nicht gegen Dich bezogen, sondern eine allgemeine Erklärung zur Problematik "Risse" bei Belägen.
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