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Zitat von 1600i
Ich konnte nicht zusehen, daher die Frage: Wie lief es mit dem Zeitschinden?
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War schon zu erkennen. In den letzten 2-3 Minuten der Matches hat man bei engen Spielständen durchaus bemerkt, dass der in Führung liegende Spieler sich mehr Zeit nimmt, während der hinten liegende Spieler auf schnelleres Spiel drängt.
Das führte dann zu der ungewohnten Situation, dass gerade die wichtigsten Ballwechsel des Matches (z.B. beim Stand von 1:2 in Sätzen und 4:6 in Punkten bei 50 Sekunden verbleibender Matchdauer) gehetzt und nach deutlich unterdurchschnittlichen Konzentrationsphasen begonnen wurden. Im "normalen" Tischtennis gibt es ja vor den entscheidenden Ballwechseln besonders lange Konzentrationsphasen.
Das war also auf jeden Fall eine neuartige Situation. Ob man das jetzt als spannungsfördernd oder eher spannungshemmend wahrnimmt, ist sicherlich Ansichtssache. In anderen Ballsportarten ist es ja durchaus normal, aber im TT kennt man sowas eigentlich nur vom Pausenhof.
Es gab aber auch Situationen, in denen beide Spieler es nicht besonders eilig hatten. Bei Shang Kun gegen Joo S.H. haben die beiden das 15-Sekunden-Limit zwischen den Ballwechseln ohnehin regelmäßig überschritten. Das ist vermutlich auf die längeren, physisch anstrengenderen Ballwechsel zurückzuführen. Aber gerade gegen Ende des letzten Satzes wirkte es sogar so, als würden beide Spieler gerne die "Kill Zone" vermeiden, indem sie die Spielzeit während des aktuellen Satzes komplett verstreichen lassen.