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AW: Roßkopf für Spielzeit-Begrenzung im Tischtennis, Preuß für Netzerhöhung um 2-3 cm
"1. Wir müssen die Aufschläge entschärfen und den Start in den Ballwechsel erleichtern.
Beispielsweise, indem wir die Bälle schwarz-weiß rastern und kennzeichnen. Das würde die Fehlerquote in der Aufschlag Phase reduzieren, weil die Rotation des Balles leichter erkennbar ist.
Oder indem wir den Aufschlag abwechselnd diagonal in nur eine Tischhälfte platzieren lassen.
Oder indem ein diagonal gespielter Aufschlagball nach der Annahme im ersten Wechsel nur in das Feld zurückgespielt werden darf, aus dem er kam.
Wir müssen testen. Kreativität ist gefragt. Vorschläge sind willkommen.
2. Wir müssen darüber nachdenken, ob wir in Verbindung mit einer entschärften Aufschlagregel die Dauer eines Satzes zeitlich limitieren, die maximale Pause (z.B. 10 Sekunden) zwischen Punktgewinn/ Punktverlust und dem nächsten fälligen Aufschlag vorschreiben und damit gleichzeitig eine Verkürzung der Spieldauer, eine Verlängerung der Nettospielzeiten und eine unglaubliche Intensivierung des Wettkampfes erreichen.
Das würde natürlich den Einsatz von Uhren – wie in anderen Sportarten auch – bedingen. Wer beispielsweise nach fünf Minuten führt, hat den Satz gewonnen. (...)
Vielleicht können wir ja mit den Vereinen der DTTL, die aus vielerlei Gründen auf neue Impulse angewiesen ist, realitätsnahe Versuche starten, beispielsweise durch die Einführung eines einzelnen zeitlimitierten Spiels in jedem Mannschaftskampf. (...)
Dass ich hier und in allen bisher erwähnten Problembereichen über die medienrelevante Präsentation unseres Sports auf der absoluten Leistungsebene rede und über Experimente, deren Tauglichkeit sich für die Breite unseres Spielbetriebs erst erweisen müsste, sollte klar sein. Aber der DTTB, der größte europäische Verband, der in diesen Dingen die volle Unterstützung der ITTF bekommen würde, sollte vorangehen, bei anderen gutorganisierten Verbänden um Kooperation bitten und alle ITTF-Verbände mit solchen Überlegungen vertraut machen.
Mir ist klar, dass Revolutionen auch im Sport unbeliebt sind. Die Spieler sind verständlicherweise überwiegend zufrieden mit den Regeln, nach denen sie trainiert und sich vorbereitet haben. Eine Mehrheit von ihnen war ganz sicher auch gegen das Verbot des Frischklebens. Aber es geht auch um ihre Zukunft. Und um die Motivation unserer vielen tausend Helfer und Mitarbeiter in Vereinen und Verbänden, deren gute Arbeit für einen tollen Sport nicht Stillstand verdient, sondern Wachstum und Erfolg.
Wir werden manches revolutionieren müssen, wenn wir nicht von neuen Sportarten, von neuen Sehgewohnheiten des Publikums und von den Zwängen einer neuen Medienwelt überrollt werden wollen. Tischtennis als Lifetime-Sport und -Spiel ist ein einzigartiger Wert. Wir dürfen ihn nicht durch Regeln gefährden, deren Unzulänglichkeit und Schwächen sich in der Praxis eindeutig erwiesen
haben."
Hans Wilhelm Gäb
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