Hallo zusammen,
nach einer längeren Zeit des Rumstöberns möchte ich meinen ersten Testbericht zu einem Belag hier im Forum abgeben. Vorneweg ist schonmal zu sagen, dass ich den Nittaku Fastarc G-1 für einen wirklich gelungenen Belag halte, der einen höheren Bekanntheitsgrad durchaus verdient hätte.
Getestet wurde der Belag als Rückhandbelag in schwarz, Stärke 2.0 (super-thick). Als Holz diente ein Butterfly Innerforce ZLC. Direkt vergleichen kann ich den Fastarc G-1 mit dem Tibhar Evolution EL-S sowie dem Evolution MX-P, die beide zuvor gespielt wurden bzw. noch gespielt werden. Gespielt habe ich mit dem Belag bisher 4 Wochen à 2-3 Trainingseinheiten.
Kontern
Der G-1 verhält sich im Konterspiel recht kompakt. Mit zunehmender Schlaghärte ist auffallend, dass kaum Katapulteffekt einsetzt. Die Entwicklung der Schlaghärte verhält sich ziemlich linear zum investierten Kraftaufwand.
Positiv fiel mir auf, dass ich das Gefühl hatte die gewünschte Platzierung sehr viel leichter ansteuern zu können als mit den genannten Evolution-Belägen; Wahrscheinlich bedingt durch die Eigenschaft des Belages sich sehr „ehrlich“, also linear in der Tempoentwicklung, zu verhalten.
Sollte jedoch ein wirklich aggressiver Konterschlag gespielt werden, fehlt dem G-1 ein kleines Stück weit der „Punch“. Hier ist Topspin oder ein zumindest leichtes „über den Ball gehen“ ratsam, wenn man das Potential des Belages ausschöpfen will.
Block
Das Blockspiel gestaltet sich mit dem G-1 nicht einfach. Im Gegensatz zu vielen anderen ESN-Belägen halte ich jedoch beim G-1 nicht das Tempo des Belages an sich für problematisch, sondern die Eigenschaft des Obergummis wirklich extrem viel Spin anzunehmen. Hier muss ich auch ein Stück weit meinen Vorrednern widersprechen: Ich persönlich halte den Belag für wirklich schnittempfindlich. Die Tatsache, dass der G-1 weniger Katapult als andere ESN-Beläge besitzt, gleicht für mich bestenfalls ein Stückweit diese Empfindlichkeit aus. Dadurch, dass sich das erzeugte Tempo sehr konstant verhält, hat man als Spieler eine „Eigenschaft“, auf die er weniger achten muss als bei vergleichbaren Belägen. Nichtsdestotrotz muss auf den passenden Schlägerwinkel beim Block noch mehr Fokus gelegt werden, ansonsten fliegt der Ball schnell in die Prärie.
Zudem ist ein reines Hinhalten beim Blocken nicht möglich. Bedingt durch den relativ harten Schwamm und den geringen Katapult ist eine leichte Bewegung in den Ball unumgänglich, sonst fällt der Ball runter.
Sollte man den Ball jedoch wirklich sauber, mit einer passenden Bewegung treffen, wird man mit einer sehr schönen Flugkurve beim Blockball „belohnt“. Vor allem die Länge der Blockbälle ist in diesem Fall überzeugend.
Topspin auf Block
Kommen wir zu den wirklichen Stärken des Belags. Der Topspin auf Block gestaltet sich mit dem G-1 wirklich einfach. Beim Blockspiel noch problematisch, ist das griffige Obergummi wirklich sehr gut geeignet zum konstanten reproduzieren von Topspins mit einem hohen Bogen. Vom Spin her ist der Belag zweifelsohne sehr gut, auch wenn ich nicht wirklich sagen kann, ob ich im Maximum mehr Spin als mit dem zuvor in der Rückhand gespielten MX¬-P erzeugen kann. Das ist jedoch für mich nicht wirklich das Entscheidende. Viel wichtiger für mich ist wirklich die Konstanz, mit der man eine hohe Flugkurve und ordentlichen Spin abrufen kann, ohne einen unglaublichen Armzug zu haben oder den Ball immer perfekt treffen zu müssen. Und gerade diese Konstanz habe ich bei keinem vergleichbaren Belag bisher gefunden.
Eine weitere Stärke des G-1 sind die zahlreichen Platzierungsmöglichkeiten und Winkel, die man mit dem Belag spielen kann. Die präzise Platzierung von Topspins ist verhältnismäßig mühelos möglich.
Als kleinen Negativpunkt kann man hier anmerken, dass der Belag in meinen Augen nicht die „Giftigkeit“ der beiden Tibhar-Beläge besitzt. Heißt: Der Topspin lässt sich zwar unglaublich konstant mit Bogen, Spin und auch ordentlich Druck spielen, jedoch geben die anderen Beläge bei echten „Endschlägen“ mehr Unterstützung was das Tempo und eine flachere, aggressivere Flugkurve angeht.
Topspin auf Unterschnitt
Wie zuvor angemerkt: Sehr konstante Ballflugkurve sowie viel Spin. Der Belag entwickelt einen so konstanten Bogen, dass man ohne hohes Risiko einzugehen den Schlagansatz wirklich weit oben wählen kann. Eine sichere, qualitativ hochwertige Spieleröffnung ist ohne großen Aufwand jederzeit abrufbar.
Gerade hier verschafft sich der G-1 bei mir gegenüber dem MX-P einen Vorteil. Die Eröffnung scheint im direkten Vergleich müheloser und sicherer. Gerade bei etwas unsauberer Stellung zum Ball erscheint der G-1 gutmütiger.
Flip
Diesen kleinen Schlag möchte ich besonders hervorheben, da sich der Rückhandflip für mich als Paradeschlag des G-1 herausgestellt hat. Wie auch bei den Topspins sind hier die konstante Flugkurve und die ausgezeichnete Griffigkeit von Vorteil. Das hat zur Folge, dass man auf so ziemlich jeden kurzen Aufschlag die Option hat, einen Rückhandflip zu spielen, oder man auch teilweise vergisst, dass es noch andere Rückschlagvarianten gibt, weil das Flippen so gut funktioniert...
Rückschlag
Abgesehen von der Stärke beim Flip sind alle möglichen Rückschlagvariationen gut spielbar. Die Präzision in den Schlägen ist hoch, die Flugbahn weiterhin sehr konstant hoch. Wichtig ist grundsätzlich, dass man den Schläger nicht nur hinhält, sondern zumindest eine leicht aktive Bewegung ausführt. Beim Annehmen des Aufschlages ist die Schnittempfindlichkeit für mich kein großes Problem, mag aber auch damit zusammenhängen, dass meine Rückschläge sehr oft aktiv sind bzw. der Rückschlag bereits ein Angriffsball ist.
Fazit
Für mich ein wirklich guter Topspin-Belag. Gerade die Konstanz und Sicherheit, mit der man Topspins von hoher Qualität abrufen kann, überzeugt mich vom Nittaku Fastarc G-1. Die Charakteristiken des Belags unterscheiden sich von den beiden Tibhar-Beläge. Wer auf der Suche nach maximaler Feuerkraft für dynamische Topspins ist und das passende Stellungsspiel bzw. die passende Technik besitzt, einen MX-P oder EL-S ausreizen zu können, wird mit diesen Belägen wohl ein Leistungsplus im Vergleich zum Fastarc G-1 haben.
Das trifft für meine Rückhand jedoch nicht zu. Der G-1 erweist sich im Offensivspiel als durchaus fehlerverzeihender Belag, der mit einer unglaublichen Konstanz sichere, qualitativ gute Topspins zulässt. Er vermittelt einem im Topspinspiel eine Sicherheit, die ich von anderen Belägen dieser Art nicht kenne. Als schwierig erachte ich das Blockspiel, welches bedingt durch die Schnittempfindlichkeit des Obergummis wirklich anspruchsvoll ist. Davon abgesehen ein Belag ohne echte Schwächen, weshalb ich ihn auch nächste Saison auf meiner Rückhand spielen werde.