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Zitat von crycorner
Gute Kommentare von Fozzi. Sehe ich auch so.
Dabei muss man im Wust der Meldungen um die Ausschreitungen nach den konkreten Ergebnissen des Gipfels selbst echt suchen.
Im Themenfeld "Klima" hat man USA nun zumindest für die Zeit der Trump-Regierung offiziell von der Angel gelassen. Dass man sich gemeinsam zu zukünftig faire Handelspraktiken bekennt, ist eine sehr schwammige Absichtserklärung, deren ungenaue Grenzen wie beim Seilspringen verschoben werden können. Die Festlegung einer gemeinsamen Handlungsstrategie gegenüber Afrika, die weit über die Entwicklungshilfe hinaus geht, scheint das konkreteste und beste Ergebnis dieses G20- Gipfels zu sein.
Allerdings sind in einer so großen Runde mit unterschiedlichen Interessenslagen auch keine verbindlichen, konkreten Entscheidungen zu erwarten. Man tauscht sich aus und sucht einen gemeinsamen Nenner. Das ist gut so und das macht den G20- Gipfel auch wichtig. Dass diese immensen Kosten und Aufwendungen notwendig sind, so einen Gipfel auszurichten, ist eigentlich schlimm und dem Umstand geschuldet, dass wir Menschen halt ein Haufen von Idioten sind.
Die Ausschreitungen nun zu verwenden, Scholz in Misskredit zu bringen und seinen Rücktritt zu fordern, finde ich von der CDU komplett daneben. Klar, das ist Wahlkampf. Und Scholz ist innerhalb der SPD der fähigste Politiker. Er tat zwar gut daran, sich bei der Festlegung des Kanzler- Kandidaten rauszuhalten (da Gabriel im Vorfeld bereits für eine schlechte Ausgangslage gesorgt hat), aber es ist unstrittig, dass er der nächste große Mann der SPD werden kann, wenn er es denn will.
Die Ausschreitungen selbst haben was von Krieg. Und man sollte jedem einzelnen Polizisten auf die Schulter klopfen und sich bei ihm für seinen Einsatz bedanken. Natürlich werden die Polizisten für sowas ausgebildet. Aber das Ausmaß ist keines, worauf man bei der Polizei praktisch vorbereitet wird. Und mich würde es nicht wundern, wenn nach dieser Sache wieder einige Polizisten wegen posttraumatischer Belastungsstörung ausfallen werden. Von den verletzten Polizisten ganz zu schweigen.
In solchen Situationen würde ich mir auch manchmal wünschen, dass nicht jeder Polizist, der eine Kugel abgefeuert hat, danach einen Spießrutenlauf über sich ergehen lassen muss. Andererseits ist es praktisch unmöglich, in so einer Situation wirklich scharfe Waffen einzusetzen. Eine Pistole in der Hand eines Polizisten unter Stress mit einem sich bewegenden Aggressor und diversen unbeteiligen Passanten im Hintergrund ist ein Problem. Auch auf 5 Meter ist die Trefferwahrscheinlichkeit gering. Und wenn man trifft, dann ggf. dort, wo man nicht treffen wollte. Oder man trifft einen Passanten 50 Meter weiter am Straßenrand.
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Scholz ist kein Schlechter, aber er ist clever genug bei den ganzen Pausenclowns in der SPD sich schön im Bundesland zurückzuziehen.
Ihm jetzt die Verantwortung aufzubürden wäre fahrlässig. Der Hauptfehler lag mMn. darin, dass seitens des Bundes aufgrund der bevorstehenden Wahl zunächst zuviel Zurückhaltung geübt wurde in der Hoffnung, dass sich das alles geräuschlos unter den Teppich kehren lässt.
Auch hat man nicht damit gerechnet, dass die Chaoten ihr "eigenes" Viertel zerlegen und man musste erst die Kräfte bündeln.
Ich hätte mir gewünscht, dass man relativ früh zu Hartgummigeschossen gegriffen oder mittels Tasern diverse Kameraden aus dem Verkehr gezogen hätte.
Ich habe mir mal versucht vorzustellen, dass das 1.500 "Rechte" gewesen wären. Da wären schon Lichtern angezündet worden usw..
Im Endeffekt bleibt die Erkenntnis, dass auf allen Ebenen im Staat die Gewalt zunimmt.
Sei es nun hier, manche Stadtteile im Ruhrgebiet oder die Silvesterfälle.
Falsche Toleranz gegenüber manchen Gruppen und Ethnien macht sich halt bemerkbar.