Einzelnen Beitrag anzeigen
  #33970  
Alt 11.07.2017, 09:43
Noppenzar Noppenzar ist offline
registrierter Besucher
Foren-Urgestein - Master of discussion **
 
Registriert seit: 08.04.2008
Alter: 49
Beiträge: 8.312
Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Noppenzar ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von NurVorhand Beitrag anzeigen
Wo es Regeln gibt, gibt es auch Wege diese zu Umgehen. Zumindest wenn man gewillt ist und im Vorfeld dran denkt.

Bei der Erbschaftsteuer kann man bis zu gewissen Beträgen tricksen indem man den Freibetrag (alle 10 Jahre neu) im Vorfeld ausreizt bzw. Immobilien dazu mit einer kleinen Leibrenten übernimmt. Da bekommt man seine 400k plus Immobilien pro Kind vorab gut durchgeschleust wenn man rechtzeitig dran denkt. Nach 10 Jahren ist der Betrag wieder offen. Wenn man bei eigenem Renteneintritt langsam dran denkt bekommt man im Normalfall also 800k plus Häuser pro Kind entspannt und unversteuert weg. Wer drüber liegt findet sicher andere Wege. Deshalb finde ich den bloßen Schrei nach "Erbschaftssteuer rauf" nur bedingt sinnig, zu viele Wege das zu Umgehen.

Und wenn man da pauschal mit 50% ohne andere Regelungen ran geht, wird man bald eine enorme Nachfrage an 2 Zimmerwohnungen und dafür leerstehende Häuser haben. Geringverdiener erbt Haus für (geschätzte) 200k, soll 50% zahlen, muss Kredit über die 100k anfallende Steuer aufnehmen und Haus unter Druck für 150k verkaufen - geht am Ende mit 50k Bar minus Kreditzinsen, Makler und evtl Renovierungen nach Hause und ärgert sich dafür noch ein paar Monate ab.
Der "Geringverdiener" kann das Haus aber auch vermieten/verkaufen.

Man kann da über Stundungsregeln einiges machen.

Schwieriger ist es bei Großunternehmen oder sog. "Mittelständlern" mit erheblicher Größe.

Wer hier zu Lebzeiten clever und richtig handelt kann fast alle Steuern umgehen oder seine Steuerlast erheblich senken.

Ich sage auch nicht, dass man einen Aldi in die Pleite schicken soll. Allerdings könnten die Erben eine Steuerlast von 20 Mrd, gestreckt auf 10 Jahre, durchaus problemlos aufbringen.

@spinnytop:

Denk dran, dass durch die Aufweichung der Tarifverträge viele Unternehmen genötigt sind an die Löhne zu gehen.

Der Konkurrent bedient sich solcher Methoden, was machst du dann als Firma mit höherer Personalkostenquote, wenn du bei Angeboten deshalb nicht mehr zum Zuge kommst?

Einkäufer sind gnadenlos.

Hier kann nur die Politik über Allgeneinverbindlichkeitserklärungen und "equal pay" ab dem ersten Tag der Entleihe eingreifen.

Dazu kommt das Problem EU mit eventuellen Verlagerungen der Arbeit.

Selbst die Buchhaltung wird ja zum Teil schon nach Rumänien ausgelagert, dem Internet sei dank.

Hier gescannt, dort gebucht.

Als Industriekaufmann bleibt dir nur die Chance der Weiterbildung oder der Wechsel in den Verkauf im Unternehmen. Verkäufer werden immer überdurchschnittlich bezahlt werden.

Zudem war der Beruf in den 90ern als Lehrberuf eine Art Modeerscheinung und wir haben jetzt eine Schwemme davon.

Da sollte man zumindest den Fachwirt oder Betriebswirt machen, um sich etwas abzuheben.

Bei Industrie 4.0 wird in der Öffentlichkeit gerne über die Produktion diskutiert. Genauso gelackmeiert ist man aber zum Teil im Büro.

Durch die Clouds und Paperless Office ist man nicht mehr ortsgebunden.

Ich sehe das bei der ganzen Software und Literatur im Steuerbereich. Wo früher noch im Büro gearbeitet wurde kann man heute mittels Datevzugang praktisch weltweit die Bilanz am Laptop erstellen und elektronisch übermitteln. Wo der Berater früher 50 Fachzeitschriften abonnierte greift er heute auf E-Paper zurück.

Wer im Büro sitzt und denkt, dass ihn das alles nicht betrifft ist falsch gewickelt.

Genauso wie der LKW Fahrer nicht mit dem Rumänen konkurrieren kann (wie auch bei völlig anderen Lebenshaltungskosten) kann es der Buchhalter.

Aber hier ist die Politik gefordert. Die Marktwirtschaft kann das nicht regeln.

Man muss bedenken, dass sich Vorstände z. B. zum Teil sogar strafbar machen, wenn sie wissentlich billigere Möglichkeiten nicht nutzen.

Verrückt, aber wahr.