Meine Story hat sich letztes Jahr im Herbst zugetragen. Samstagabend, kurz nach sechs, die gegnerische Mannschaft ist schon in der Halle und spielt sich ein, das Spiel soll um 19 Uhr beginnen. --- 18.15 Uhr, plötzlicher Stromausfall. Halle liegt im Dunkeln. Einer unserer Leute holt den Hausmeister (Schnapsfahne): "Mit dem Strom, da mach ich nix, da brauch´ mer einen Elektriker". --- Der uns persönlich bekannte Elektromeister macht sich leider gerade fertig, um mit der Family zum Essen auszugehen. Letzte Rettung: Sein Bruder (38), Elektrikergeselle, TT-Spieler in unserer 3. Mannschaft - bloß wo isser? Zuhause rührt sich nix. Messerscharf schließen wir: Der FC Bayern hat heute auswärts gespielt, im Stadion isser also nicht, aber unsere örtlichen Landesliga-Fußbolzer hatten heute ein Heimspiel... Also ab ins Sportheim.
"Ist der Knox da?" - "Ja, schon, aber mit dem braucht´s ihr heut nicht mehr viel zu reden. Der sitzt am Stammtisch." --- Trotzdem gehen wir hin, unser Spiel ist in Gefahr, der Gegner ersatzgeschwächt, so leicht gewinnen wir gegen die wohl selten wie heute! "Knox, Notfall!" --- Ein Rütteln geht durch den Kerl, er steht da wie ein Einser. "Erst mal zu mir heim, Werkzeugkasten holen!" --- Gesagt, getan, wir fahren in die Halle, einer immer mit der Taschenlampe hinter ihm her; irgendwo in einem Verschlag werkeln sie am Sicherungskasten herum. 19 Uhr: "Ich brauch ein Ersatzteil aus der Werkstatt!" - "Knox, ich fahr dich überall hin, Hauptsache wir können noch spielen!"
Ersatzteil geholt, zurück in der dunklen Halle, auf einmal ein Schrei: Unser Nothelfer schneidet sich die ganze Hand an einer scharfen Fliesenkante auf - Blut (gut verdünnt) spritzt, er schüttelt die Hand, will weiterarbeiten, innerhalb weniger Minuten gleicht das Kabuff einem Schlachthaus, die Montage des Ersatzteils gelingt aber nicht mehr; ein Zuschauer fährt schließlich unseren tapferen Nachtarbeiter in die Notaufnahme des Krankenhauses...
P. S.: Beim Vorbeifahren hatte ich gesehen, dass auch in der Dreifachturnhalle (in der zum Schulsport einige Tische stehen) kein Licht brannte. Mit gut 35 Minuten Verspätung begannen wir das Spiel in ungewohnter Umgebung - und putzten unsere Gegner, denen die Warterei offensichtlich auch nicht gut getan hatte, 9:0!