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Alt 01.08.2017, 22:44
Schrottkopf Schrottkopf ist offline
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AW: Zukunft der Automobil Industrie - Neuordnung auf dem Weltmarkt durch Elektromobil

Zitat:
Zitat von pibach Beitrag anzeigen
Glaub ich nicht. Denn im City-Betrieb ist die Brennstoffzelle dem Akku-Ansatz zu deutlich unterlegen - Faktor 3, siehe hier. Die Erzeugung von Wasserstoff und die Stromerzeugung in der Zelle ist schlicht zu ineffizient, und der Vorteil der schnellen Betankung entfällt. In der Langstrecke sind beide Ansätze dem Verbrenner unterlegen.
Ja, mag für Wasserstoff durchaus gelten. Aber ich habe ja auch nicht von Wasserstoff gesprochen sondern von benzinähnlichen Flüssigtreibstoffen.
Es gibt zB eine Direktmethanol-Brennstoffzelle, die mit Methanol betrieben wird. Und die liegt heute schon bei einem elektrischen Wirkungsgrad von 40% - und das ist ja sicher noch nicht das Ende der Entwicklung. Warum sollte da zB kein Ethanol möglich sein oder der Wirkungsgrad Richtung 50% oder 60% (wie bei H2) gesteigert werden können? Die H2-Zellen schneiden ja nur deswegen so schlecht ab, weil man für die transportfähige Aufbereitung des H2 soviel Energie braucht, nicht wegen der Zelle. Dieser Aufwand entfällt, wenn man gleich Flüssigkeiten verwendet.

Bei einem angenommenen Wirkungsgrad der Elektromotoren von realistischen 90% käme man schon mit Methanol auf einen Systemwirkungsgrad von 36% von Zelle und Antrieb. Das braucht sich vor einem Verbrenner nicht zu verstecken. Und die bestehende Tankinfrastruktur inklusive Betankungszeiten könnte großteils erhalten bleiben.

Ein in meinen Augen sehr interessantes Konzept für die Treibstoffherstellung ist zB die hydrothermale Karbonisierung, die mit eigentlich jeglichem pflanzlichen Material funktioniert (Ernteabfälle etc)

https://de.wikipedia.org/wiki/Hydrot...Karbonisierung

Dabei können je nach Prozeßführung entweder direkt Flüssigtreibstoffe gewonnen oder mittels Umwandlung in Methanol oder Ethanol für Brennstoffzellen verwertbar gemacht werden.

Wenn da entsprechend mit Nachdruck herangegangen würde, ließen sich durchaus einige Probleme lösen. Flüssigtreibstoffe lassen sich erheblich leichter zwischenspeichern als Strom und bei der Gewinnung mittels Solarenergie in heißen, sonnensicheren Gebieten wie der Sahara produzieren und verteilen.
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