Zitat:
Zitat von Noppenzar
Der Tesla ist im Grunde eine Batterie mit angehängter US-Möhre, die, per Image, viel zu teuer verkauft wird und trotzdem Minus macht.
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Die Kompetenz von Tesla liegt nicht in der Autotechnik, das wird auch nicht behauptet. Die wird für Elektroautos auch immer weniger Unterscheidungsmerkmal sein, da viel zu simpel. Tesla ist im Grunde auf dem Weg, ein neuartiger Stromkonzern zu werden. Es geht um Akkuzellen und Akkupacks, Akku Kühlung, Akku Ladung. Tesla hat eigenes Stromnetz und eigene Säulen. Auf den Dächern Solarpanels von SolarCity, ebenfalls eine Musk-Firma. Testla ist längst Stromerzeuger:
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Pro Jahr soll jeder Supercharger mehr Strom produzieren, als ein Tesla S braucht. Die Ladestationen speisen sich in erster Linie aus Sonnenenergie; hängen zusätzlich jedoch noch am lokalen Stromnetz. Wenn an den Autobahnen keine Autos geladen werden, wird der gewonnene Strom in das herkömmliche Netz eingespeist. Scheint keine Sonne, wird der Tesla aus dem Stromnetz versorgt. " (
Quelle).
Auch für Privatkunden bieten sie Solardächer an. Und Strom-Speicher. Weltweit verhandelt Tesla mit Solaranlagen, um dort Akkus als Speicher zu installieren, möglicherweise taugen dazu alte Zellen aus den Tesla Fahrzeugen noch sehr gut. Wie sich gezeigt hat, können solche Akkus unter bestimmten Bedingungen mehrere Millionen Ladezyklen durchhalten - und damit völlig neue Gegebenheiten für Solarenergie und Stromspeicher schaffen.
Wenn der Strom aus gepufferten Solarpanels kommt, zahlt Tesla natürlich auch weder Netzabgaben noch Steuern - das Verschenken von Strom ist damit erheblich einfacher. Es macht für Tesla auch sehr viel Sinn, sich diesen Mehrwert in Form des Kaufpreises entgelten zu lassen. Das ist viel besser, als den Strom in kWh in Rechnung zu stellen und nur minimale Margen zu kassieren - denn dann kämen ja die hohen Aufschläge/Steuern oben drauf.
Soweit mir bekannt gilt dabei die Säule als "Letztverbraucher". Der Strom wird also nicht verkauft sondern eine Dienstleistung angeboten, für die der Strom benötigt wird. Siehe
rechtliche Einordnung:
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Da an Ladepunkten nicht nur Strom geliefert wird, sondern auch
weitere wichtige Leistungen, wie Park- und Serviceleistungen, Abrechnungen
etc. erbracht werden, liegt der Schwerpunkt der Leistung nicht auf
dem Strombezug, sondern vielmehr auf dem gesamten Bündel, was gegen
eine Einordnung als Stromversorger spricht."
Nach dem selben Beispiel kann nun jeder der Platz für Solarpanels hat, seinen Strom über Ladesäulen zur Verfügung stellen. Also z.B. Miethäuser, Parkhäuser, Supermärkte, Möbelhäuser uva. Und diesen Mehrwert anders abrechnen und die Abgaben sparen. Der durchgereichte Strom an den Ladesäulen, aka "Letzverbraucher", sind ja "Eigenverbrauch". Reichen die Solarpanels nicht, kann Strom hinzugekauft werden. Dafür gilt dann bei Großabnehmern ein Industriestromtarif von vrstl. <10ct/kWh. Ein herrliches Zusatzgeschäft! Diese ganze Thematik dürfte für ziemlichen Erdrutsch bei den Endkundenstrompreisen sorgen. Und für langanhaltenden Streit mit Politik und Lobbyverbänden.
Zitat:
Zitat von Noppenzar
Sollte die Batterie tatsächlich so lange halten, dann macht man sich auf Dauer das eigene Geschäft kaputt.
Bei 1,5 Mio Lebensdauer wird die Rate an Käufen massiv sinken.
Der größte Risikofaktor beim Gebrauchtwagen ist ja bisher der Motor.
Ich kann es mir aus wirtschaftlichen Gründen nicht vorstellen, dass die Herstellers das so bringen.
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Tesla hat ja vor, rund um die Ladesäulen Umsatz zu machen. Das ist auch realistisch. Nicht nur Rastplätze, sondern praktisch alle Gewerbe, die keine Schnelladesäulen haben, dürften in einer elektromobilen Zukunft erheblich weniger Kunden abbekommen. Derzeit hat Tesla ein quasi-Monopol auf solche Schnelladesäulen und kann die Konditionen diktieren.
Das klassische Geschäft eines Automobilkonzerns wird jedenfalls komplett umgekrempelt. Es geht um völlig andere Dinge. Genau das wird an der Börse sehr hoch bewertet weil das sehr lukrative Märkte mit hohem Wachstum und mit hohen Margen sind. Daher ist Tesla inzwischen der wertvollste Autobauer der USA, vor General Motors.