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Alt 09.09.2017, 12:34
Noppenzar Noppenzar ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von Brett13 Beitrag anzeigen
Ist ja nicht so, dass ich das wesentlich anders sehen würde, halt nur nicht in Gänze ganz so dramatisch.

Nur fürchte ich, dass man in der Politik mit deiner, ich nenne es mal kratzbürstigen Haltung, die auf alles draufdrischt was nach Unions-Politiker oder reichem Unternehmer riecht, sich nur aufreibt und dabei auch noch völlig unerfolgreich bleibt.

Bisken Charme gepaart mit Eloquenz, Respekt und Höflichkeit, dürfte der bessere Weg sein. Geht ja um 'ne auch dir wichtige Sache und nicht darum, sich mit denen die man für Arschgeigen hält nur fruchtlos rumzustreiten. Manch einer von denen wird sich dann evtenuell gar eben nicht als die angenommene Arschgeige entpuppen und sich überzeugen lassen.

Wenn's dann kommt wie es dir in deinen destruktiven Visionen vorschwebt, haste schließlcih auch nichts davon, wenn du mit dem letzten Atemzug mit dem Finger auf die vermeintlichen Arschgeigen zeigen kannst und noch ein letztes Mal betonst, dass sie allein die Schuldigen sind.

Nun gut, ich fand so Typen wie den Wehner, der ein Meister der palamentarischen Rumpolterei war, ja auch einst klasse - lang ist's her. Die Zeiten haben sich aber geändert. Ob ein Wehner je mal so was wie Umweltbewusstsein hatte, weiß ich gar nicht. Mies bezahlte Jobs gab es zu den Zeiten auch schon. Da interessierte nur die gewerkschaftlich gut vertretene Industrie. Witwenrenten wo niemand von leben konnte gab es ebenso. Die Grünen sind deshalb entstanden, weil die SPD eher auf die militärische Schiene unter Schmidt setzte und mit Umweltbewusstsein so gar nichts anfangen konnte. Für die SPD zu der Zeit mussten die Schornsteine nur kräftig qualmen und möglichst Vollbeschäftigung herrschen. Wirklich weise vorausahnend waren auch die alten, geschätzten Recken der SPD nicht.
Das ist historisch gesehen so nicht ganz korrekt.

Die SPD hat bei den Wahlen 1976 und 1980 deutlich schwächer als die CDU abgeschnitten, welche knapp vor einer absoluten Mehrheit stand im 3-Parteien-Parlament.

Mit Schmidt konnte man mit der FDP koalieren bis in der SPD selbst ein derartiger Linksruck stattfand, so dass die eigene Partei gegen Schmidt opponierte.

Das ganze endete dann im einem Misstrauensvotum, wo die FDP zu Kohl übergeschwenkt ist und im Jahr darauf bei Neuwahlen Kohl mit der FDP die Mehrheit errang.

Dass ausser Gewerkschaftlern und dem angehängten Klüngel für die SPD nicht viel weiteres zählt ist doch auch heute noch so.

Sozial sind die Gewerkschaften nur, wenn es um die eigene Kliemtel geht.

Hier hat sich für Unternehmen auch ein großes Problem entwickelt.

Gewerkschaftlich vertretene AN in der Automobilindustrie verdienen zum Teil, genesen an ihrer Qualifikation und ihrem "Output" deutlich zuviel. Ein einfacher Arbeiter bei Mercedes am Band kommt auf teilweise fast 4.000 Netto bei 6 Wochen Urlaub und 35 Stunden Woche.

Durch die Gewerkschaften kann man dort aber nicht dran und so müssen es die Leiharbeiter und Werkvertragler ausbaden, die den Lohn der Stammbelegschaft mitfinanzieren.

Nicht umsonst ist Wolfsburg die Stadt in Deutschland mit dem höchsten Durchschnittseinkommen.

Dazu kommt noch,, dass sich die, von der Arbeit freigestellten, Betriebsräte, fast ausschließlich SPD-Mitglieder es sich äußerst gut gehen lassen.

Man schiebt sich die Pöstchen zu. Für einen verdienten Parteisoldaten findet sich oft etwas weit oberhalb seiner Qualifikation.

Dazu der Kündigungsschutz. Für größere Unternehmen ist es unglaublich schwer faule Eier loszuwerden.

Hat der Faulpelz Familie ist er praktisch unkündbar.

Man macht auch bei der SPD nur Pseudoaktionen prekäre Beschäftigung einzudämmen. Zu groß ist die Gefahr, dass die Gewerkschaften etwas abgeben müssen.

Somit ist die SPD im Grunde auch eine Klientelpartei, mit der Tatsache, dass durch die Jahrzehnte langen Verluste an Arbeitsplätzen im Kohle und Stahlbereich ihre Anhängerschaft verkleinern.

Die Unternehmen steuern gegen, indem sie die Betriebsräte mit Gels zuscheissen, um überhaupt vernünftige Lösungen hinzubekommen. Die Öffentlichkeit wundert sich dann, wenn ein Uwe Hück oder Bernd Osterloh nebst Dienstwagen der Obetklasse (Hück fährt 911) Gehälter im Bereich von 250.000 plus X beziehen nebst Vergütungen aus diversen Aufsichtsräten.

Man stellt sich dann immer als sozial dar, aber niemand von denen tritt in den Streik, wenn Werkvertragler für 8,50 Euro dieselbe Arbeit machen wie ihre Leute, die teilweise 30-40 Euro die Stunde beziehen.

Unternehmen wie Aldi und Lidl, Lieblingsfeinde der SPD, haben das früh erkannt und arbeiten ohne Betriebsrat und Gewerkschaften, weil die da gar keiner will. Die Zahlen derart über Tarif, und zwar für Alle, dass gar kein Interesse seitens der Belegschaft besteht.

Es gibt betriebseigene Mindestlöhne, die an dir 12 Euro gehen und fast jeder hat deutlich mehr. Leiharbeiter gibt es nicht und auch die ungelernte Kassiererin kommt nach ein paar Jahren auf über 15 Euro in der Stunde.

Das ist die andere Seite, die so im Propagandafernsehen natürlich nicht stattfindet.

Die SPD wird so halt immer kleiner. Zweimal hat ihres Schicksal in die Hände gespielt, so dass sie nochmal drankamen. Einmal hatten die Leute Kohl über und die Ex-DDR war noch nicht in Schwung gekommen und ein anderes Mal war es der Irakkrieg und die relative Stärke der Grünen zur FDP

Man hat noch eine Kernklientel, aber der normale Arbeiter, der nicht gewerkschaftlich organisiert ist wird diese Partei nicht wählen.

Auch ein CDU Wähler wird ihnen nicht die Stimme geben. Man steht also irgendwo im Niemandsland mit 20% plus X.

Man steckt auch in der Zwickmühle. Holt man sich die einfachen Leute zurück verliert man bei den Gewerkschaftlern.

Kein Unternehmen wird für alle Gruppen die Löhne auf das absurd hohe Niveau der Gewerkschaftler raufsetzen. Es müsste dort also ein Mittelweg gefunden werden. Und dann besteht die Gefahr, dass ihnen auch die letzten Mohikaner von der Flinte gehen und die "Linke" die neue SPD wird.

Man hat sich das aber mit jahrelangem Filz selbst eingebrockt.