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Zitat von Snape
Das ist doch Blödsinn und habe ich so nicht geschrieben.
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Gut, dass du das so nicht geschrieben hast stimmt und ebenfalls dass das keine gute Idee ist
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Zitat von Snape
Es ist schlicht und ergreifend Fakt, dass für die untersten Mitarbeiter egal ob bei VW, Opel oder einem anderen Autobauer die Löhne deutlich höher sind als bei den sonstigen KFZ-Mechanikern etc.
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Bis auf das deutlich - was zum Einen erst mal definiert werden müsste, zum Anderen all zu oft an der mangelden Vergleichbarkeit (Schichtarbeit) zum Scheitern verurteilt ist und darüber hinaus auch noch in nicht unbeträchtlichem Maße regions- und betriebsabhängig ist - ist das im Durchschnitt Fakt. Ja.
Andererseits wäre es für die Industrie auch schwer gewesen, Mitarbeiter für Bandarbeit im Schichtdienst für sich gewinnen zu können, wenn sie nicht hätte mit besserer Bezahlung locken können. Dass die böse SPD und die böse Gewerkschaft die Industrie an den Rand mit zu hohen Lohnforderungen getrieben hat, ist jendenfalls ein unschönes wenn nicht gar böswilliges Märchen.
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Zitat von Snape
Wenn sie wirklich in Höhen liegen, die sonst nur Akademiker bekommen, darf man ruhig die Verhältnismäßigkeit hinterfragen.
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Puhhhhh, aber nun gut, hinterfragen kann man alles, klar.
Welche Arbeit mehr und welche wenige wert ist bzw sein darf, offenbart beim Versuch das zu beantworten ein ziemlich großes Minenfeld. Letztendlich finden sich für sehr viele Thesen in verschiedenen Richtungen immer Argumente und Beispiele, die eine pauschale Beantwortung auf den ersten Blick richtig erscheinen lassen. Zudem kann es recht ungemütlich werden, wenn daraus sowas wie 'ne Neiddebatte entsteht und "Arbeiter" und Akademiker aufeinander los gehen. Das führt zu nichts Gutem.
Mir ist es jedenfalls zu wider, Jobs, die eine akademische Bildung voraussetzen, gegen Jobs in der industriellen Fertigung aufzuwiegen. Ich weiß auch nicht, für was das gut sein soll. Lenkt doch im Prinzip von den wirklichen Ungeheuerlichkeiten bei den Bezahlungsunterschieden ab. Zudem wird dabei viel zu gern ein frisch von der FH oder Uni kommender Akademiker mit jemanden in der Industrie verglichen, der schon 20 Jahre im Schichtdienst arbeitet.
Eine Lizenz zum Gelddrucken ist ein akademischer Abschluss eh nicht. Schau dir mal Sozialarbeiter mit akademischem Abschluss an. Die haben meines Wissens nach noch nie im Geld geschwommen. Ist es nicht noch viel mehr Hinterfragswürdiger, warum z.B. ein Zahnarzt immer ein Vielfaches eines Sozialarbeiters verdient?
Zudem tippe ich drauf, dass wohl die meisten Akademiker sich ganz bewusst für z.B. ein Ingenieursstudium statt für eine Ausbildung zum Mechatroniker entscheiden. Die Zeiten, dass heute z.B. ein Mechatroniker ein Erwerbsleben lang darauf setzen kann, bei Opel, VW/Audi, Daimler, Porsche, BMW oder Ford einen anständig bezahlten Job vorfindet, sind schon lange vorbei. Die kommen auch nicht wieder zurück.
Aber du kannst mir gern aufzeigen, was du an der Verhältnismäßigkeit zwischen einem eher schlecht bezahlten Akademiker zu einem ordentlich bezahlten Bandarbeiter im Schichtdienst hinterfragen möchtest.
In Zeiten, in denen immer mehr Menschen den sozialen Abstieg fürchten (müssen), die anständigen Löhne und Gehälter von Bandarbeitern im Schichtdienst, die es gerade mal so in den Mittelstand geschafft haben, deren Jobs eh alles andere als wirklich zukunftsträchtig sind, in der Hinsicht zur Verhältnismäßigkeit mit schlechter bezahlten Akademikern hinterfragen zu wollen, mag unter Neoliberalen hipp sein. Wenn jemand wie du, dessen soziales Gewissen ich für gut ausgeprägt halte, in so ein Horn bläst, frage ich mich, worauf du beim Hinterfragen der Verhältnismäßigkeit abzielen könntest? Kann eigentlich nur sein, dass du einen Mindestlohn für Akademiker von sagen wir mal 50.000 € p.a. gut finden würdest, oder?