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Alt 12.09.2017, 10:57
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

@Noppenzar: Ganz wie du meinst - kann ja jeder meinen was er will

Wer meint, dass die SPD Klientelpolitik betreibt, der soll das halt meinen, oder vielleicht doch mal überprüfen, ob seine ureigene Interpretation des Begriffs nicht zutreffend ist. Für mich und wahrscheinlich auch ganz allgemein ist der wesentliche Aspekt bei dem was Klientelpolitik "geschimpft" wird, dass dabei aufs Allgemeinwohl ein großer Haufen geschissen wird. Jetzt kannste meinetwegen auch den Anschein erwecken, dass dir das eh geläufig war und weiter drauf pochen, dass die SPD Klientelpolitik betreibt - alles andere würde mich bei dir, so wie du dich hier gibst eh wundern - , aber richtiger wird's trotzdem nicht.

Sich mal zu verrennen finde ich nicht tragisch. Wem passiert das nicht? Turboeskes Behaaren auf jede krude Meinung, finde zumindest ich auf Dauer anstregend. Menschen, die wie du, dazu noch hier und da durchblicken lassen, dass sie anderen Menschen pauschal wegen ihres Geschlechts, der Nationalität und der Religionszugehörgkeit Nachteiliges nachsagen, mag ich nicht folgen wollen. Mein Wille solchen Thesen entgegenzukommen tendiert gegen Null.

Selbst als durchschnittlich begabter Mensch wie ich es einer bin, der zudem ganz weit davon entfernt ist, bei Allem und Jedem genau Bescheid zu wissen, fällt es nicht all zu schwer zu erkennen, dass Einzelfälle nie dazu taugen daraus etwas Allgemeingültiges abzuleiten.

Was die einzelnen Dinge der letzten Tage hier betrifft, mag zumindest ich nicht jede deiner hier geäußerten Thesen kommentieren. Es würde eh nur zur Folge haben, dass du das bis zum Sanktnimmerleinstag mit immer mehr Einzelbeispielen , die die Unumstößlichkeit deiner Sichtweise untermauern sollen, weiterführst.

Zu den Verdienstmöglichkeiten in der Automobilindustrie habe ich schon angeführt, dass ein jeder den Fakten interessieren keine Schwirigkeiten hat diese in Minutenschnelle einsehen zu können. Tarifverträge der Automobilindustrie sind nun mal kein Geheimnis.

Das gilt auch für die Gebührenordnung von Steuerberatern. Laut dieser erledigt ein seriöser Steuerberater eine nackte Einkommenssteuererklärung für ca 100 € bei einem Verdienst von ca 42.000 € brutto im Jahr. Jede einzelne nötige steuerliche Bescheid kostet extra. Gesonderter Aufwand wird pro Stunde mit 60 € berechnet. Jemand, der wie du anführtest 3.500 € oder gar 4.000 € netto im Monat nach Hause "schleppt", wird wohl mehr als 42.000 € brutto im Jahr verdienen. Ich ganz persönlich, habe die Erfahrung gemacht, dass Steuerberater auf so ein Kleinscheiß wie Einkommenssteuererklärungen gar keinen Bock haben. Dieser mich betreffende Einzelfall taugt natürlich nicht für eine Pauschalisierung. Klar. Hier im Ruhrgebiet lebend, kenn ich nicht all zu wenige "normale Arbeiter". Ich kenne keinen einzigen, der auf die Idee kommen würde seine Einkommenssteuererklärung durch einen offiziellen Steuerberater machen zu lassen. Die haben weder Bekannte oder nutzen Lohnsteuerhilfevereine oder ähnliches dafür oder machen es selbst.

Ich ganz persönlich sehe auch einen erheblichen Unterschied zwischen im Schichtdienst mal in den Ferien gearbeitet zu habenden jungen Menschen und Menschen die das ein halbes Leben lang machen. Meine persönliche Sicht fußt zumindest darauf, dass ich einige, die im Schichtdienst viele Jahre gearbeitet haben, kenne. Da ist nicht ein einziger dabei der Schichtdienst völlig locker weggesteckt hatte. Der eine kam besser damit klar, dem anderen viel es schwerer. Menschen halt, die sind nicht alle gleich und schon gar nicht immer.

Bandarbeit als pauschal recht locker darzustellen, finde ich eben so völlig unangemessen. Da kenne ich halt auch Menschen, die dass länger gemacht haben. Das sind alles keine Jammerlappen. Die ständig gestiegenen Anforderungen setzten ihnen aber trotzdem zu.

Da du die letzten Tage hier im Thread öfter mal direkt auf meine Posts reagiertest und dabei von Hölzken auf Stöckchen kamst, nutze ich die Gelegenheit, dir dann mal was ganz Allgmeines mitzuteilen.

Rechtsstaatlichkeit beruht vor allem darauf, dass die Beurteilungen von Menschen immer den Einzelfall, ohne Berücksichtigung der Herkunft, des Geschlechts oder der Religionszugehörigkeit zu erfolgen haben. Weil du ein Liebhaber der extremen Einzelfälle zu sein scheinst, gilt dass sogar, wenn du eine Statistik ausgräbst, dass alle bis auf einen einzigen, sagen wir mal hier lebenden Marsianer, straffällig geworden sind. Da hat dann selbst der eine "gute" Marsianer das Recht darauf nicht pauschal vorverurteilt oder gar verurteilt zu werden. Wenn du so schlau bist, wie du hier tust, sollte es dir nicht schwer fallen, den dahinter stehenden Sinn zu begreifen.

Falls bei dir tatsächlich ein Interesse vorhanden ist, dich mit mir hier auszutauschen, solltest du deine z.T. sehr extremen Sichtweisen überdenken. Ansonsten kannste dir die Mühe sparen mich hier direkt anzuschreiben, denn mir fehlt dann die Basis, die für mich nötig und wichtig ist, um um einen gemeinsamen Nenner zu ringen. Nen Stock im Arsch habe ich ganz gewiss nicht. Kann gar über im Grunde geschmacklose Scherze lachen, aber ab und an mal durchblicken zu lassen, dass mir da wer virtuell gegenübersitzt, der Rechtsstaatlichkeit nicht für verzichtbaren Luxus oder gar ein Übel hält, das die Interessen welchen Lands auch immer, nur unnötig einschränkt, wäre für mich eben doch notwendig.

Dass wir nun mal ohne Wenn und Aber alle im selben Boot sitzen und jedem Menschen ein Mindestmaß an gleichen Rechten zustehen muss, damit ein Zusammenleben möglichst friedlich verlaufen kann, ist keine Erfindung von mir oder linken Spinnern. Dass das nun mal leider nicht immer einfach ist, ist wohl jedem klar, der vor der Realität nicht die Augen verschließt. Auf extreme Einzelfälle, seinen es in der Anzahl gar viele, so zu reagieren, dass dabei der Pfad der Rechtstaatlichkeit verlassen wird, führt nur zu Eskalationen. Alles dran zu setzen Eskaltionen zu vermeiden, ist der einzig sinnvolle Weg der Allgemeinheit den bestmöglichen Dienst zu erweisen.

Sorry, mag sein, dass das zu dick aufgetragen rüberkommt. Bin halt kein Meister der Worte, sondern nur ein ganz durchschnittlicher Mensch der sich nicht davor scheut mal jemanden auf die Füße zu treten, wenn ich meine, dass es angebracht ist. Mag ja auch sein, dass ich dich völlig falsch einschätze?