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AW: Limba / Koto / Hinoki ?
Meine Erfahrung und Einschätzung zu furnieren:
Wenn ich Hölzer konstruiere, schaue ich mir die physikalischen Eigenschaften an. Ich interessiere mich im wesentlichen für die Dichte und die Brinellhärte.
Limba: ~53N/mm² und 55g/cm³
Koto: ~50N/mm² und 70g/cm³
Zypresse:~60N/mm² und 52g/cm³
Als Referenz nehmen wir mal Balsa und Ebenholz. Die beiden Widersprüchlichsten Holzarten. Weil das die häufig genutzten Furniere der oberen und unteren Skala sind. Kiefer füge ich ergänzend mit ein.
Ebenholz:~138N/mm² und 101g/cm³
Balsa:~5N/mm² und 11g/cm³
Kiefer:~40N/mm² und 55g/cm³
Wenn man das obere und unteren Ende der Skala vergleicht erkennt man das Härtetechnisch deine genannten Hölzer recht weit in die Mitte liegen und sich vom Spectrum her recht wenig unterscheiden. Dichtetechnisch setzt sich Koto nach oben und Kiefer nach unten leicht ab.
Ich habe eine Holzserie reproduktiv gebaut mit einen Kieferfurnier, Limbafurnier und Ebenholzfurnier. Wahrzunehmen ist das das Spinpotential mit den weichen Kieferfurnier besser war. Nicht extrem, nur minimal. Der Anschlag wurde mit Kiefer minimal weicher allerdings auch nicht so das es dramatisch anders war als mit einen Ebenholzdeckfurnier.
In Summe wäre es mir egal ob ich ein weiches Kieferdeckfurnier oder ein hartes Ebenholzeckfurnier spiele weil die Unterschiede extrem gering sind.
Auf einer Skala von 0 - 100 würde ich sagen das sich das Kieferholz 95% genauso spielt wie das Ebenholzholz. Würde ich mich nicht auf die Spieleigenschaften konzentrieren (Punktspiel), würde ich keinerlei Unterschied erkennen.
Wenn ich eine Studie machen würde, würde ich keinerlei Unterschied zwischen deinen o.g. Furnieren erkennen. Ich selektiere weiterhin meine Furniere nach Dichte und Brinellhärte. Die Brinellhärte ist sehr entscheidend ob der Ball flach oder hoch aus den Schläger springt. Es gibt noch weiter Faktoren die sehr wichtig sind. Allerdings würde das hier den Rahmen sprengen.
Dichte ist interessant für das Wunschgewicht eines Holzes. Manchmal kann man nicht auf Ebenholz setzen, da muss es Limba tun. Manchmal muss es kein Limba sein, sondern darf auch ruhig Kiefer sein. Wobei Kiefer für Holzbauer und Kunden problematisch ist. Wasserlacke schwemmen das furnier auf. Man darf dieses Furnier nur mit Öle behandeln. Das ist aber bei allen Nadelhölzern so. Das jedoch auch regelmäßig. Also einmal Einölen funktioniert nicht. Man muss alle 6-12Monate nachölen.
Es wundert mich das Kiri als Deckfurnier noch nicht entdeckt wurde. Neuerdings statte ich viele Hölzer mit Abachiefurniere aus. Das ist minimal leichter, weicher als Kiefer und lässt sich auch mit richtiger Versiegelung versiegeln. Kiri wäre allerdings noch ein tuck weicher und leichter!
Spin:
Die ganze Geschichte ist wie bei Holzarten relativ individuell. Ein richtiges Deckfurnier macht noch keine gewünschte Spieleigenschaft aus. Es muss immer das Gesamtkonstrukt betrachtet werden.
Der Nittaku Fastarc G1 soll in Asien der absolute Renner sein weil Haltbar und extrem viel Spin. Er wurde in Europa getestet und für wirklich gut bekannt.
ABER
man muss auch so spielen wie der Belag gespielt werden will. Ich selber habe diesen Belag auf meine Geige getestet und musste feststellen das dieser Belag mir nicht mehr Spin bringt. Der Grund liegt am etwas härtere Obergummi. Der Fastarc G1 hat ein mittelhartes Obergummi. Man muss den Ball etwas härter treffen um wirklich Bomben Spin reinzubringen. Ähnlich wie T05.
Ich selbst Spiele den Xiom Vega Pro und habe deutlich mehr Spin erzeugen können als mit G1 und T05. Das liegt aber nicht am Belag sondern an meine weiche Spielweise.
Krass wird es wenn man einen Hurricane III vergleicht. Der ist auch nur wirklich dann spielbar, wenn man hart gegen den Ball geht. Grund ist das relativ harte Obergummi mit seinen relativ harten und Katapultarmen Schwamm.
Wenn du also eher weich spielst, dann solltest du Beläge spielen die ein weiches Obergummi haben. Spielst du eher normal, sind Fastarc G1 und T05 für dich sicher solide Beläge. Wobei man natürlich auch den Katapult nicht vernachlässigen darf. Fast Arc G1 T05 sind im Katapult eher moderat. Auch der Vega Pro ist kein Katapultmonster ala Sinus und Co.
Technik ist nicht wirklich entscheidend. Wir haben hier in der Landesliga einen älteren Herr der auch noch ordentlich Spin in die Bälle legt. Technisch kannst dir das aber gar nicht angucken. Das ist was zum abgewöhnen.
Geändert von das_gesäß (17.09.2017 um 12:16 Uhr)
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