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Zitat von Zod
Sind die Deckfurniere wirklich so wenig entscheidend für die gefühlte Härte des Anschlags und die Spieleigenschaften, oder bist Du da vielleicht einfach relativ unempfindlich?
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Ich bin, was das angeht, ziemlich empfindlich.
Wie Liquid Sky schon sagte, Halbwahrheiten. Und wenn dann einer kommt, der auch wirklich einiges getestet hat, wird er von Halbwissenden beschmunzelt.
Hinoki ist schlicht und ergreifend eine Zypressenart. Es gibt viele verschiedene Arten von Kiefern, Zypressen etc. pp. aber man kann von denen nicht erwarten, dass die Arten sich deutlich von einander unterscheiden. Die weichste Zypresse wird weder so weich sein wie Abachi, die härteste Zypresse wird nicht so hart sein wie Ebenholz. Auch wird die Witterung und das Klima als Variable mit einbezogen.
Das ist alles mehr oder weniger Schönrederei. Unterm Strich reduziert sich alles auf die physikalischen Eigenschaften. Brinellhärte und Dichte. Regnen tut's überall. Sonne gibt's auch überall. Mal mehr, mal weniger. Schlussendlich kauft man aber mehr oder weniger immer dasselbe mit den gemessenen Grenzwerten. Die Grenzwerte liegen im Bereich von ~ 50% +-
Beispiel Kiefer:
H BII = 39 - 41
Dichte:0.40 - 0.70
Beispiel Koto:
H BII = 45
Dichte:0.65 - 0.75
Zur Erinnerung sollte man sich die oben genannten Werte von Balsa und Ebenholz anschauen. Wenn man die Erfahrung hat, gleiche Hölzer mit unterschiedlichen Deckfurnieren zu spielen, erkennt man auch, wie unsinnig es ist, Hölzer gewissermaßen nach Deckfurnieren selektieren zu wollen. Kiefer spielt sich ähnlich wie Ebenholz, trotz des großen physischen Unterschiedes.
Zumindest kann man das so sagen, wenn man sich ausschließlich auf das Deckfurnier beschränkt und das Holz eine moderate Blattstärke bis, sagen wir mal, 7 mm hat.
Baut man sich einen dicken Balsaprügel mit 10 mm Kern, macht es sicherlich mehr aus als fast nichts. Wobei bei diesen Hölzern dann schon wieder andere Gesetze gelten, da man nicht mehr von Elastizität sprechen kann. Bei diesen Hölzern könnte es schon mehr Härte ausmachen. Real habe ich das nicht getestet, da ich maximal 6 mm Balsakerne verwende. Der gesunde Menschenverstand lässt jedoch keinen anderen Schluss zu.
Es gibt auch Mythen und Legenden über Kunstfasern. Kunstfasern in der selben Dichte und Beschaffenheit, mag es Aramid, Zylon, Flachs, Arylate, Glasfaser oder Carbon sein, spielen sich mehr oder weniger alle gleich. Einzig Flachs hebt sich etwas nach unten und Carbon hebt sich etwas nach oben ab.
Prozentual liegt man da im Bereich +-10 Punkte auf einer Skala von 0-100, sofern die Kunstfasern maximal 4 mm voneinander entfernt liegen. Das würde etwa 80% aller Kunstfaserhölzer betreffen, da die Kerne im Bereich 3-4 mm bei Topspinhölzer liegen.
Man spricht von "Inner", also dass die Faser auf dem Kern liegt.
Mit Carbon wird das Holz in der Tat etwas steifer und schneller, und mit Flachs wird es in der Tat etwas weicher als ein Holz mit Glasfaser, Aramid, Arylat oder Zylon. Aramidcarbon ist ein Hybrid und für uns 0815User nur in etwas dickeren Ausführungen verfügbar, was das Holz dann deutlich steifer macht. Aber auch nicht deutlich weicher als eine reine Carbonfaser gleicher Dichte und Beschaffenheit. Das Carbon nicht hart sein muss, beweist das Donic Waldner Senso Ultra Carbon (um mal nicht eines meiner Hölzer zu nennen) welches trotz Carbon immer noch weicher ist, als so ziemlich jedes andere Vollholz in dieser Tempoklasse. Chapeau Donic!!!