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Alt 24.09.2017, 16:40
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Gangarth Gangarth ist offline
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Zitat:
Zitat von Eriko Hashimoto Beitrag anzeigen
Buuuh mal den Teufel doch nicht an die Wand Was soll den Mama Ai Fukuhara ihren Kindern mal erzählen ? War nur ein Scherz, du hast ja Recht - die japanischen Damen stehen unter großen Druck und es nimmt kein Ende, nicht nur die eigene Konkurrenz auch noch der chinesische Nachwuchs holt sehr schnell auf, es wird noch sehr spannend bis Olympia in Tokio 2020, Miu Hirano hat sich starker verbessert dennoch fehlt noch ein klein wenig um auf Augenhöhe zu spielen, Kasumi Ishikawa muss auch noch an sich arbeiten, Mima Ito und Yui Hamamoto sind aus ihrem Tief raus, aber auch sie müssen auch noch was aufholen, Hina Hayata gefällt mir sehr gut wie Miu Hirano aber auch hier fehlt ein wenig mehr um auf Augenhöhe zuspielen. Bei so vielen guten Spielerinnen bleibt aber für andere gar nichts mehr übrig, bis auf Ausnahmetalente, es ist schon Wahnsinn was da alles so jetzt bei den Open unterwegs ist.
Es sollte meinerseits nur eine Anerkennung der guten Ausbildung des chinesischen Damennachwuchses sein. Klar haben die japanischen Damen in den letzten Jahren Boden gut gemacht, es besteht allerdings immer noch ein großer Unterschied zu China - aber es wird sich wenigstens bemüht diese Lücke zu schließen. Manchmal konnte es bereits gelingen, aber die Konstanz fehlt halt noch.


Zitat:
Zitat von Abakus123 Beitrag anzeigen
Meine Rede die ganze Zeit!
Sobald die jungen Japnnerinn auf den internationalen Turnieren gute Leistung zeigen, werden sie in China ernst genommen und gründlich analysiert. Nachdem Miu Hirano bei den Asienmeisterschaften im April drei Topchinesinnen geschlagen hat und die Asienmeisterin geworden ist, wurde sie in der Vorbereitung zur WM in Düsseldorf im Mai von vier (!) jungen talentierten Chinesinnen imitiert. Die waren Sun Yingsha, Wang Manyu, Chen Xingtong und Liu Min. Und die trainierten als Sparringspatnerinnen mit den WM-Teilnehmerinnen (Ding Ning, Liu Shiwen, Zhu Yuling...). Man sieht ja, dass Miu Hirano seit den Asienmeisterschaften eine Bilanz von 0:7 gegen Chinesinnen hat. Deswegen bin ich auch nicht sicher, ob das gut ist, dass Japan die jungen Leute so früh auf die Tour schickt. Dann sind sie bei wichtigen Turnieren wie WM oder Olympiaden keine Überraschung mehr für China. Zumal wenn z.B. Miu Hirano jetzt so oft gegen die jungen Chinesinnen verliert, verliert sie irgendwann ihr Selbsvertrauen.
Hier muss ich teilweise widersprechen. Die Fakten, die du aufzählst sind klar, da muss man sich auch nichts vormachen, nur denke ich, dass andere Gründe ausschlaggebend sein könnten.
Waren die Chinesinnen von Miu Hiranos Spiel bei den Asien Spielen überrascht? Sicher! Besonders von der Aggressivität! Die einzelnen Schläge und auch Aufschläge haben sich bei ihr aber eigentlich nicht verändert. Mit ihrer neuen Spielweise ist Miu in der Lage alle Spielerinnen zu schlagen, aber auch gegen alle zu verlieren, da es ein Hochrisikospiel ist, dass nach guter Konstanz verlangt, um damit auf lange Sicht durchgehend erfolgreich zu sein. Spielt sie nur 90% gehen halt viel zu viele Punkte dadurch verloren.

Klar haben die Chinesen die Japaner analysiert, wie sie es aber mit jedem guten Spieler im Bereich der Top20/30 machen werden. Die Japaner machen übrigens dasselbe, wie es auch alle anderen Nationen tun sollten. Das gehört zum professionellen Sport einfach dazu. Das sich die Chinesinnen mit Imitierenden Sparingspartnern auf die WM vorbereitet haben, habe ich auch gelesen, besonders in den japanischen Medien (die Chinesen benötigen vier Spielerinnen um Hirano nachzuahmen -> die haben große Angst und so weiter), an den Erfolg und die wahre Einsatzmöglichkeit dieses Nachahmens glaube ich nur nicht wirklich. Es ist meiner Meinung nach für die jungen Spielerinnen kaum möglich sich in der kurzen Zeit zwischen Asian Games und WM einen anderen Spielstil anzugewöhnen; es können also nur einzelne Elemente sein, die bei diesen Spielerinnen eh teilweise schon vorhanden waren. Für Mius Aufschlag z. B. hätten sie nur LIU Shiwens Aufschläge nehmen und Position und Länge ändern müssen. Die Chinesinnen sind mit der Taktik und vielleicht auch der Technik nun vertrauter, mehr aber auch nicht. Es waren vorher knappe Spiele (Sätze) und sie sind es heute noch.

Mius Problem liegt woanders: Nach dem Gewinn über drei der Top-Vier Chinesinnen ist ihr selber der Erfolg ein wenig über den Kopf gewachsen. Wie sagt man so schön: Hochmut kommt vor dem Fall. Aussagen ihrerseits belegen dies auch: "Die Chinesinnen sind nicht wirklich schwer zu spielen", nach der WM dann "ich hätte nicht gedacht gegen ausländische Spielerinnen, außer den Chinesinnen noch verlieren zu können" (nach ihrer Vorgruppenniederlage den DOO beim Asien Cup). Hier muss sie mal wieder auf den Boden kommen und lieber an ihrem Spiel weiter arbeiten. Vermutlich war das auch begründet in dem erneuten Medienhype in Japan um sie (sie ist fast wöchentlich in irgendwelchen Fernsehshows zu sehen).

Müssen Spieler um gut bei einem großen Turnier abzuschneiden für den Gegner eine Überraschung parat haben? Ich denke nicht! Jungen Spielern und Spielerinnen so früh wie möglich internationale Erfahrung zu geben halte ich sogar für sinnvoll. Die Chinesen haben dies übrigens nun auch gemerkt, ein Grund warum die auf einmal mit 21 Spielern (teils Spielern, die selten bisher internationale Einsätze hatten) zu einem Platinum-Turnier senden. Auch so sieht man vermehrt bei ihnen "neue" Gesichter (international, in der eigenen Liga oder auch bei T2, ...). Man benötigt halt die nationale aber auch internationale Konkurrenz, um wachsen zu können.

Von japanischer Seite geht es in dieser Saison deshalb auch für drei Spielerinnen nach China. Miu Hirano und Kasumi Ishikawa werden in der chinesischen Super-League spielen und Mima Ito in der A-League (sie ist sogar bereits vor Ort und trainiert dort).

"Der große Vorteil der Chinesen" ist für mich übrigens das "Zusammenziehen" der besten Spieler. Ob in Provinzteams oder in der Nationalmannschaft, die besten Spieler trainieren einen großen Teil des Jahres und halt nicht nur kurz vor den größeren Turnieren zusammen.
Das ist in Japan so z. B. nicht gegeben. So ist neben Kasumi Ishikawa im Nationalen-Trainingscenter nur Miu Hirano ständig vor Ort (als Mitglied der JOC Elite-Academy lebt sie halt dort); ansonsten nur die JOC-Mitglieder Miyu Nagasaki, Miyuu Kihara und Kana Takeuchi, wenn ich keine vergessen habe. Jede Spielerin (von den Nationalspielerinnen) hat zwar ihren eigenen Trainerstab usw. dennoch ist es halt nicht zu vergleichen mit den spielerischen Möglichkeiten der Chinesen. Mima Ito trainiert so immer "alleine" in ihrem Club in Osaka. Trainingspartner sind hier ihre Trainer und chinesische Sparingspartner, ansonsten nur Spielerinnen aus ihrem Schulteam (Yuka Minagawa, Ayane Edo oder Fuko Nishihiro). Auch ansonsten trainiert man in Japan fast nur im eigenen Club, Schulteam, Universitätsteam oder Betriebsteam. Trainieren in anderen Clubs usw. finden nur selten statt und die Trainingslager vor den wichtige Ereignissen sind eher mit der Situation in Deutschland zu vergleichen.

Auch fehlt den Japanern eine "normale Ligen- und Vereinsstruktur" wie sie in Deutschland existiert. Aber an dem Problem wird ja gearbeitet und hoffentlich kommt dann im nächsten Jahr die T-Premium-League. Deutschland soll hier übrigens als Vorbild dienen.

Viel geschrieben, ich hoffe es ist verständlich.
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