@ Wolle: Die Realität in solchen Fällen, wenn's der eigene Papa war, sieht allerdings anders aus.
In die Tonnen getreten werden Papas nicht, aber eben auch nicht mit Glacehandschuhen angefasst, sondern es wird je nach schwere der Tat und geltendem Recht ein Urteil gesprochen.
Werden diese Vätern wegen schwerwiegenden Delikten zu Haftstrafen verurteilt, ist das dann meist auch nicht die einzige Strafe, die sie erwartet. Bis auf die Unterhaltspflicht, wird ihnen jegliches Sorgerecht entzogen und nicht selten Kontaktverbote ausgesprochen. Bei weniger schwerwiegenden Taten ohne Haftstrafen dürfte nicht selten ebenso der Sorgerechtsentzug und ein Kontaktverbot dazu gehören. Ist dir das nicht genug in die Tonne getreten? Papas sind das dann ja, wie du es ausdrückst, bis auf die Unterhaltspflicht nicht mehr wirklich.
Bei weniger schwerwiegenden Fällen mag es noch Auflagen geben, dass sich solche Papas in die Hände von Fachleuten zu begeben haben - aber ein Standardprocedere dürfte das eher nicht sein, sondern meist nur Empfehlungen, die, wenn sie wahrgenommen werden zu Auflagenerleichterungen führen können. Diese Fachleute sagen dann nicht einfach so, dass diese Papas schon wieder werden. Die versuchen wohl eher dabei zu helfen diese Neigung zu ergründen, einzuschätzen und möglichst in den Griff zu kriegen.
Bei den zum Glück eher nicht so häufig vorkommenden ganz schweren Fällen, bei denen lange Haftstrafen verhängt werden, sagen diese Fachleute auch nicht einfach so, dass das schon wieder wird. Die sind dann z.B. dafür zuständig, einschätzen zu müssen, ob eine frühzeitigere Haftentlassung vertretbar ist. Was daran findest du nicht richtig?
Um den Opferschutz ist es in solchen Fällen wirklich nicht gut bestellt. Weniger der evtl. gewährleisteten fachlichen Opferbetreuung wegen, sondern oft mehr aus dem Grund, dass der Papa nicht mehr zum wirtschaftlichen Wohl der Familie beitragen wird bzw kann. Übrig bleibt erst mal eine alleinerziehende Mutter, deren Möglichkeiten des oder gar der kleinen Kinder wegen, begrenzt ist um das allein ausgleichen zu können. Jeder Papa, der eben nicht gleich in die Tonne getreten wird, sondern mit hilfe von Fachleuten zumindest dazu motoviert werden kann, seine Tat, die er nicht ungeschehen machen kann, zumindest in der Form wieder ein wenig gut zu machen, in dem alles dran setzt, wirtschaftlich nicht unter die Räder zu geraten, sondern sich verdammt noch mal anzustrengen hat um das Kind und die Mutter wirtschaftlich gar über den Unterhaltsregelsatz hinaus zu unterstützen. Jeder einzelne Fall, in dem das den Fachleuten gelingt, ist alle Male besser, als das emotional durchaus nachvollziehbare, von dir geforderte in die Tonne treten.
Selbstverständlich ist auch das nur die Meinung, die vielleicht auch für dich doch nicht ganz so realitätsfremd ist, eines Linken, wie man sie kennt