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Alt 27.09.2017, 15:39
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Trainer gesteht sexuellen Missbrauch

Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen

Hab auf die Schnelle keine Statistik gefunden, nur eine, nunja, mittelseriöse Quelle. Das deckt sich aber mit dem was man so liest.

http://rtlnext.rtl.de/cms/sexuelle-g...n-4012735.html
Puh, sorry, schon bei der Überschrift:"sexuelle-gewalt-gegen-kinder-jeder-zweite-taeter-kommt-mit-bewaehrung-davon", steige ich aus. Dass sind genau die Sensationsmeldungen, die zu undifferenzierten Meinungen führen.


Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Das halte ich so für kaum haltbar.
Erstens wirkt sich da die Dunkelziffer aus, die ja bis zu 20 mal mehr Fälle umfasst als die angezeigten. Außerdem fallen wohl nur Verurteilte in die Studie, wenn ein Rückfall aus mangel an Beweisen nicht zur Verurteilung führt, taucht der nicht auf. Außerdem wurden wohl nur einschlägige Rückfälle und das nur innerhalb einer kurzen Zeitspanne (3 bzw. 6 Jahre) berücksichtigt.
Entspann dich erst mal und wart's mal ab

Statistiken beruhen halt immer auf ganz bestimmten Parametern, die erfasst worden sind. Wenn völlig unterschiedliche Ergebnisse auffällig sind, liegt das nicht daran, dass eine der Statistiken nicht stimmt, sondern einfach daran, dass unterschiedliche Parameter erfasst worden sind, die nur den Anschein haben gleich zu sein.

Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Hier hört sich das etwas anders an:
http://www.sueddeutsche.de/politik/n...-hoch-1.777837
Auch hier ist die Überschrift reißerisch, aber der Text dennoch lesenswert.

Hier ist fast ausschließlich von Pädophilie die Rede. Speziell von den Pädophilien, die zwanghaft ihre Neigungen ausleben (müssen).

Aber trotzdem besteht hier die Möglichkeit, dass wir hier an dieser Stelle zusammen können, denn schau dir mal das dort aufgeführte Beispiel Niederlande an.

Dort werden alle Sexualstraftäter diagnostisch erfasst. Das finde auch ich vorbildlich. Das was die Niederländer machen hat aber nichts mit höheren Strafen zu tun, sondern mit der erforderlichen Grundlage dafür, so schnell wie möglich geeignete Maßnahmen zum Zweck der Wiederholungsverhinderung ergreifen zu können, oder nenne es meinetwegen zu resozialisieren.

Nur kostet das nicht wenig Geld. Geld was hier kaum jemand auszugeben bereit ist. Hier wird eher recht schnell nach höheren Strafmaßen geschrien.

Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Wie kommst Du darauf ? Das dürfte wohl nur in Schwerst- oder Wiederholungsfällen passieren, ansonsten hat der Täter seine Strafe abgesessen und darf seiner Wege gehen.
Eben, bei evtl. nicht mehr resozialisierbaren Tätern, handelt es sich hier so gut wie immer um Schwerst- oder Wiederholungstäter.

Ersttäter einfach länger wegzusperren, verbessert die Aussichten für die Allgemeinheit nun mal nicht. Jeden Sexualstraftäter auf ewig wegzusperren ist mit Rechtstaatlichkeit nicht zu vereinbaren. Ich hoffe, dass wir uns diesebezüglich einigen können. Zudem kostet das Unsummen.

Sexualstraftäter diagnostisch zu erfassen, wäre hingegen keineswegs inhuman, sodern rechtsstaatskonform. Es wäre eine gute Grundlage um, wenn wirklich nötig, sofort gezielt zu behandeln. Dass das auch mit höheren Kosten als augenblicklich verbunden sein wird, sollte klar sein. Genau diese Kosten werden im reichen Deutschland aber gescheut. Da wird lieber über höhere Strafmaße diskutiert und gar auch umgesetzt, als möglichst verantwortungsvoll, wie z.B. in den Niederlanden zu handeln um eine für die Allgemeinheit sinnvolle Verbesserung herbeizuführen.


Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Vorzeitige Haftentlassung würde ich hier wirklich nicht gewähren.
Sexualstraftäter sind eine Gefahr für die Allgemeinheit, da es sich um einen Trieb handelt, den derjenige nicht oder nur sehr schwer unterdrücken kann. Spätestens im Wiederholungsfall sollte daher der Täter unwichtig sein in Vergleich zu Opferschutz.
Ohne möglichst umfangreiche Maßnahmen, die zu Verhinderung der Wiederholung taugen, sind frühzeitige Haftentlassung ganz sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber eben auch nicht, wenn solche Straftäter einfach nur zu einem späteren Zeitpunkt entlassen werden.

Trotzdem muss und wird auch hier jedem Straftäter die Möglichkeit gegeben werden, nicht auf ewig weggesperrt bleiben zu müssen, sondern eine Entlassung beantragen zu können. Und dabei wird es immer zu Fällen kommen, bei denen es bei Entlassungen zu Rückfällen kommt. Daran sind aber nun mal nicht die Fachleute schuld, die ein entsprechendes Gutachten erstellt haben. Gut, auch das sind nur Menschen, die sicher auch mal Fehler machen.

Es ist schlicht und ergreifend das liebe Geld, was von staatlicher Seite für sinnvollere Maßnahmen als einfach wegsperren undnicht gern ausgegeben wird. Ohne Resozialisierungsmaßnahmen oder nenne es wie du willst, wird die Gefahr von Wiederholungstaten, fast egal bei welchen Delikten und egal bei welchen Haftzeiten immer recht hoch bleiben.

Wo soll das dann hinführen? Alle auf ewig wegsperren? Das dürfte unterm Strich noch teurer werden und ist zudem mit Rechtsstaatlichkeit nicht zu vereinbaren.

Gut, es ist natürlich sehr einfach, den schwarzen Peter der zu lasch urteilenden Justiz in die Schuhe zu schieben, die nur nach geltendem Recht urteilen oder wahlweise den Fachleuten, die halt auch nur das machen wofür sie bezahlt werden und das sind meist nur Gutachten zu erstellen, an denen sich die Justiz bei einer anstehenden Entscheidung orientieren kann.

Jeder Schreihals hier kann sich auch einfach mal überlegen, ob z.B. die Niederländer gar nicht so dämlich sind, anstatt einfach nur nach höheren Strafmaßen zu schreien.

...auch an dich der Hinweis, dass das alles nur eine Meinung eines Linken, wie man sie kennt, ist

Dass immer wieder der Versuch unternommen wird, das was ich hier dazu schreibe, so hinzustellen, als ob ich ein Herz für Sexualstraftäter hätte, geht mir völlig am Arsch vorbei. Wer meint das machen zu müssen, soll es halt tun
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