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Alt 28.09.2017, 13:17
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Armendariz Armendariz ist offline
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AW: Was würdet ihr wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?

Dass der Mensch den Klimawandel verstärkt, wird heute von seriösen Wissenschaftlern nicht mehr bestritten. Es geht nur noch um Zahlen.
Zitat:
Was die globalen Temperatureffekte in der Zukunft betrifft, so sprechen die Modellsimulationen dafür, dass bis zum Jahr 2100 gegenüber 1990 bei Trendfortschreibung der anthropogenen Emissionen ein weiterer Temperaturanstieg aufgrund der Treibhausgase von ca. 1,5-3,5 ºC, bei Einbezug der Sulfataerosole um 1,5-3ºC zu erwarten ist. Dies ist viel im Vergleich mit den entsprechenden natürlichen Variationen des Holozäns, die in den letzten 10.000 Jahren ein Schwankungsausmaß von etwa 1ºC um den Mittelwert (von ca. 15 ºC) nicht verlassen haben.
http://www.spektrum.de/lexikon/geowi...influssung/778

Man könnte jetzt natürlich sagen, dass es noch weiter in der Vergangenheit auch noch ganz andere Temperaturen auf der Erde gab - also wäre das nur ein menschliches Verursachen eines natürlichen Prozesses.

Ich seh das ein bisschen anders. Unter anderem deshalb, weil es um sehr schnelle Veränderungen geht, die vielen Arten die Fähigkeit zur Anpassung nehmen werden. Wer das Konzept einer Nahrungskette schon mal gehört hat, kann sich vorstellen, dass das zu tiefgreifenden Veränderungen der Ökosysteme führen wird. Kurzfristig auch durch ein Zusammenbrechen einiger empfindlicher Ökosysteme (Korallenriffe, Polarmeere, Gewässer allgemein).

Auch unsere moderne Gesellschaft hat sich extrem an die aktuellen Bedingungen der Erde angepasst. Beispiel Bangladesh, eins der am dichtesten besiedelten Länder der Erde:

Meeresspiegelanstieg in Bangladesh

Ich bin nicht der Meinung, dass die Menschen in Mittel- und Süddeutschland direkt vom Klimawandel bedroht sind.

Aber erstens werden viele, sehr dicht bevölkerte Gebiete der Erde betroffen sein. Es geht nicht nur um den Meeresspiegelanstieg, sondern auch um Bodenerosion, Bodenversiegelung, Grundwasserabsenkung (in Südeuropa bereits ein riesiges Problem) etc.

Zweitens spüren wir bereits jetzt die sekundären Auswirkungen.

Der Rückgang der Weidegebiete und Wasserstellen in Subsahara-Afrika etwa führt dort zu zahlreichen Konflikten - noch verstärkt, durch das Bevölkerungswachstum dort.



Wer will es der Bevölkerung dort verdenken, dass sie in Regionen fliehen, wo sich der Klimawandel noch nicht so stark auswirkt?

Willkommen im Anthropozän.
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Du hoschd Rächd un I han mei Ruh
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