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Alt 28.09.2017, 16:03
User 17544 User 17544 ist offline
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Zitat:
Zitat von pibach Beitrag anzeigen
Bis 2050 wird die gesamte weltweite Energieproduktion lt. der meisten Prognosen komplett auf regenerative Quellen umgestellt sein.
Auch diesen Prognosen misstraue ich. Das die meisten Prognosen davon ausgehen, mag in der Hinsicht stimmen, dass es fast nur Prognosen gibt, die sich damit befassen, wie schnell es möglich sein könnte, auf regenerative Energien umzusteigen.

Nicht falsch verstehen! Ich finde es begrüßenswert zu versuchen, das erreichen zu können.

Außerdem ist der Begriff regenerative Energien bzw regenerative Quellen irreführend. In Öfen verbrannte Pallets, Maisanbau zur Biogasgewinnung und Wasserstofferzeugung mit künstlichen Sonnen, zählen wohl auch dazu, oder?

Zumindest der Anteil an gewonnener Energie aus zu verbrennenden Pallets und Biogas, sollte nicht all zu unkritisch gesehen werden.

Da es wohl 2050 noch genügend Erdöl und -gas gibt, ist es aus meiner Sicht utopisch daran zu glauben, dass es nicht mehr genutzt wird. Wenn sogenannte regenerativen Quellen es nicht schaffen für alle billiger zu sein als Erdgas und -öl, wird es nichts, mit dem gut gemeinten Ziel 2050 vollkommen umgestellt zu haben, werden können.

Die Erkenntnis, dass ganz sicher nicht die ganze Welt mitziehen wird, wenn erneuerbare Energiequellen unwirtschaftlicher und Pallets und Biogas zudem umweltmäßig auch nicht wirklich viel vorteilhafter sind, wird auch keine Studie oder Prognose entkräften können.

Die großen Handelswege dieser Welt, die mit Schiffen und Flugzeugen mit Verbrennungsmotoren funktioneren, der innerkontinentale Schwerlastverkehr, sind Dinge, die in gut 32 Jahren wohl kaum Weltweit umgestellt werden können. Außer zarter Ansätze mit künstlichen Sonnen Wasserstoff produzieren zu können, sehe ich für die Fernstrecken noch gar keinen Ansatz um daran denken zu können, dass auf so absehbare Zeit wie bis 2050 komplett umgestellt werden könnte.

Ambitionierte Ziel sind zwar begrüßenswert, aber den Realismus sollte man dabei auch nicht aus den Augen verlieren.

Den Willen das Ziel 2050 auf erneuerbare Quellen umsteigen zu können, kann ich nicht mal in der reichen, westlichen Welt erkennen. Projekte in der Richtung scheinen mir eher low-budget-mäßig angelegt zu sein. Alles was nicht schnell genug Gewinn abwirft, wird nach Asien ausgelagert, wo günstiger produziert wird. Hier in Deutschland wirst du mit den derzeitigen Bedinungen nicht all zu viele Leute davon überzeugen können sich 'ne PV-Anlage aufs Dach schrauben zu lassen. Nötige Nord-Süd-Stromtrassen, damit die Windenergie nicht mehr in der Nordsee ungenutzt bleiben muss, werden wohl noch einige Jährechen auf sich warten lassen. In den meisten anderen Ländern sieht es nicht besser aus.

Dann werf auch mal einen Blick auf die Liste der sich derzeit in Planung befindlichen KKWs weltweit. Mir vermittelt das nicht das Gefühl, dass dort damit zu rechnen ist, dass keiner der Dinger wirklich gebaut wird und erst recht nicht, dass sie bis 2050 wieder abgeschaltet werden sollen. Oder wird dann der Trick angewandt, KKWs als erneuerbare Quelle anzusehen?
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