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Alt 28.09.2017, 19:14
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Zitat:
Zitat von Armendariz Beitrag anzeigen
...dass das zu tiefgreifenden Veränderungen der Ökosysteme führen wird. ...
Ist aber völlig ungeklärt, ob das in der Bilanz wirklich negativ zu bewerten ist.
Wahrscheinlich führt erhöhte Durchschnittstemperatur und höherer CO2-Gehalt zu mehr Fauna und Flora und auch mehr Artenvielfalt - war zumindest Erdgeschichtlich so. Und sogar die großen Massenaussterben haben die Evolution eher beflügelt. Siehe Kreide-Paläogen-Grenze und Aufkommen der Säugetiere.

Aber da es kaum abzuschätzen ist, bleibt das jedenfalls riskant.


Zitat:
Zitat von Armendariz Beitrag anzeigen
Dass der Mensch den Klimawandel verstärkt, wird heute von seriösen Wissenschaftlern nicht mehr bestritten. Es geht nur noch um Zahlen.
Nun, der antropogene Einfluss hat den CO2 Gehalt, der zuvor einige 10.000 Jahre nahezu konstant war, in wenigen Jahrzehnten verdoppelt. Und das sorgt für mehr Treibhauseffekt. Soweit ist das gesichert.
Aber interessanter Weise korreliert die Temperatur auch recht genau mit der Sonnenaktivität. Siehe hier. Es ist daher nicht ganz klar, ob der CO2-Effekt wirklich so groß ist.

Auch wenn es nur noch um die Größenordnung des antropogenen Anteils am Temperaturanstieg geht, könnte die Antwort also immer noch lauten: kaum relevant. Kann auch sein, dass die Kaltzeit, in der wir uns befinden, für einen Rückgang der Temperaturen sorgt. Das ist noch immer ungesichert soweit ich weiß.

Außerdem wird der antropogene CO2-Eintrag wohl auch schon in wenigen Jahren stark zurückgehen. Und da C3-Pflanzen, insbesondere Phytoplankton, stark von der CO2-Konzentration profitieren, wächst die Fauna, und vermutlich wird das CO2 dann recht schnell wieder abgebaut.

Zitat:
Man könnte jetzt natürlich sagen, dass es noch weiter in der Vergangenheit auch noch ganz andere Temperaturen auf der Erde gab - also wäre das nur ein menschliches Verursachen eines natürlichen Prozesses.
Wenn man sich die Größenordnungen anschaut, ist der antropogene Anteil jedenfalls ziemlich gering. Der CO2-Anteil ist mit der Industrialisierung zwar von 280 auf 400ppm gestiegen, lag Erdgeschichtlich aber fast die ganze Zeit davor weit über 1000. Wahrscheinlich durch Aufkommen bestimmter Pilze, die für eine umfassendere Zersetzung der Biomasse sorgen, sank die CO2-Konzentration dann erstmal zum Ende des Karbon auf 400ppm.

Zitat:
Auch unsere moderne Gesellschaft hat sich extrem an die aktuellen Bedingungen der Erde angepasst. Beispiel Bangladesh, eins der am dichtesten besiedelten Länder der Erde.
In den letzten 20 Jahren stieg der Meeresspiegel um 3,2 mm pro Jahr. Extrapoliert also ca 30cm in 100 Jahren. Prognosen liegen zwischen 18cm und 59cm.
Das wird zwar einige Maßnahmen erfordern, ist aber nicht wirklich problematisch.
Ob darüber hinaus Erosion etc problematisch würde, ist global wohl kaum abzuschätzen, eher dürften höhere Temperatur und Luftfeuchtigkeit starke Verbesserungen beim Ackerbau versprechen, insbesondere in derzeitigen Trockenzonen.

Zitat:
Der Rückgang der Weidegebiete und Wasserstellen in Subsahara-Afrika etwa führt dort zu zahlreichen Konflikten - noch verstärkt, durch das Bevölkerungswachstum dort.
Genau lässt sich das nicht sagen, aber es wird angenommen, dass die globale Erwärmung die Sahara nicht unfruchtbarer (wärmer) sondern fruchtbarer (feuchter) machen würde. Jedenfalls hatte die Sahara zur letzten Warmzeit vor ca 8000 Jahren eine reichhaltige Fauna und Flora und ausgedehnte Seen.

Geändert von pibach (28.09.2017 um 19:20 Uhr)
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