Einzelnen Beitrag anzeigen
  #91  
Alt 04.10.2017, 17:42
User 17544 User 17544 ist offline
...
Foren-Urgestein - Master of discussion ***
 
Registriert seit: 02.08.2006
Beiträge: 11.720
User 17544 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Sunny side up - Klimaerwärmung oder doch nicht?

Zitat:
Zitat von BlinderBarmer Beitrag anzeigen
Hm, du hast schon verstanden, dass mein ganzer Post auf einer weiterhin stark sinkenden Preiskurve beruht, und sich das ganze damit um die nähere Zukunft bezieht.
Wie gesagt, die Frage ist nicht ob, sondern wann, ob 2 oder 5 oder 8 Jahre in die Zukunft.
Das Leute mit ner hohen Einspeisevergütung natürlich keinen Akku brauchen und kein Elektroauto laden, bzw. erst, wenn diese ausläuft, ist doch auch ne Binse, aber es geht doch um die Anlagen die noch gebaut werden, und was in meinetwegen 10 Jahren Standard sein wird.

Ich kann dir nur sagen, wie die Kostendegression aussieht, und das bei gleichbleibender Degression der Akkus in näherer Zukunft Elektroautos billiger sind als 'Normale', dass die Speicher schon jetzt bei 500 Euro/kwh kosten und damit bei 8.000 Zyklen um die 6ct/gespeicherter kwh Hausstrom liegen, und dass schon heute Solarstrom in sonnigen Gegenden für 4ct verkauft wird.

Warum glaubst du denn, dass die Kostendegression nicht weiter gehen wird, exklusiv bei Erneuerbaren Energien und ab sofort?
Dass die Kosten für die Energieerzeugung aus Solarstrom fallen werden, bezweifle ich keineswegs. Auch das Akkus günstiger werden bezwifle ich nicht. Den Preisverfall beobachte ich ja selbst schon eine ganze Weile.

Inwieweit der Preisverfall sich weiterentwickelt, vermag ich hingegen nicht beurteilen zu können. Mir scheint die angenommene bzw gern hergenommene Preisentwicklung zu optimistisch geschätzt.

Selbst bei so Sachen wie den angenommen 8000 Ladezyklen bei Akkus bin ich skeptisch, denn augenblicklich handelt es sich nur um Schätzungen. Nach 8000 Ladezyklen kommt hinzu, dass die Leistungsfähigkeit bis dahin auch gelitten hat. Mag sein, dass sie dann wie angegeben noch bei 80% liegt. Mag aber auch sein, dass es weniger sein wird und somit, je nach Anwendungsbereich schneller unbrauchbar werden. Diese Werte werden unter Laborbedingungen mit optimalem Lade- und Entladeverlauf ermittelt. Stell mal den Herstellern bzw Vertreibern ein paar kritische Fragen dazu. Ich hab's gemacht und dabei festgestellt, dass zwar gern diese Angaben nachgeplappert werden, aber diesbezüglich niemand bereit ist eine bindende Garantie zu geben.

Wenn ein kW/h Akkuleistung 500 € kosten, sind das allein für den Akku bei angenommenen 8000 Ladezyklen und unrealistischem Leistungsbeibehalt über die volle Zyklenanzahl eben deine 6,25 Cent pro kW/h an Akkukosten. Real sind es allerdings mehr, weil Akkus ihre Nennleistung nicht über 8000 Ladezyklen beibehalten. Es mag sein, dass die Kosten im Laufe der Zeit sogar recht deutlich fallen. Von mir aus auf 2 Cent Akkukosten pro kW/h. Das ist aber eh arg theoretisch, denn 8000 Ladezyklen kannste nur dann auf den kW/h-Preis umrechnen, wenn du sie auch voll ausnutzt. Wer fährt denn mit einem Auto das sagen wir mal 250 km Reichweite hat 2.000.000 km? Rechne das mal in Jahre um. Wenn jemand 10.000 km im Jahr fährt, was für ein Auto mit einer Reichweite von 300 km recht realistisch sein dürfte, braucht der 200 Jahre dafür. Gut, die Menschen werden immer älter, aber so alt auch schon wieder nicht

Ob und wie schnell es möglich wird die benötigten Akkus in ausreichender Menge herstellen zu können, bleibt zudem erst mal abzuwarten. Das gilt auch für E-Autos selbst. Tesla hinkt hinter dem Produktionsziel hinterher, wie ich erst heute las.

Es mag durchaus sein, dass es in manch sonnigen Gegenden des Globus möglich ist, Solarstrom für 4 Cent verkaufen zu können. Inwieweit Subventionen das ermöglichen, vermag ich nicht zu beurteilen. Hier wird Solarstrom jedenfalls subventioniert. Sonnig ist zwar gut, aber wenn's dazu noch heiß ist, was nicht selten der Fall ist, leidet die Effiziens. Die Gegenden auf unserem Globus, in denen Solarstrom sinnvoll ganzjährig zu nutzen ist, sind aber begrenzt. Für den Endverbraucher wird sich der Solarstrompreis aber eher nicht so gut nach unten entwickeln. Der wird hier und auch anderswo keine geringeren Preis dafür zahlen als augenblicklich für konventionellen Strom.

Der vergleich von E-Autos mit Verbrenner-Autos hinkt leider auch meist. Welchen Typ Auto willste denn miteinander vergleichen? Der Günstigkleinwagen aus Asien, der für weit unter 10.000 € zu kriegen ist und hier als Stadtfahrzeug genutzt wird und im Jahr keine 8.000 km fährt und 5 Liter verbraucht, wirste wirtschaftlich mit einem E-Auto erst dann toppen können, wenn der Spritpreis deutlichst steigt.

Bei einem Gegrauchtwagen wird es noch schwieriger.

Ich tippe auch darauf, dass es zu vielen Ernüchterungen wegen des Optimismus mit den Akkus und E-Autos kommen wird. Ein E-Auto mit einer angegeben und vielcht irgendwann mal realistischen 300 km Reichweite schaffte dann nach 100.000 gefahrenen Kilometern nur noch 285 km, wenn überhaupt. Liegt dann zwar noch locker im garantierten Toleranzbereich von 80% Akkuleistung bis zu 8000 Ladezyklen, aber bis zu den 2.400.000 km, die die Akkus halten sollten ist es noch ein weiter Weg, der eh nicht erreicht wird.

Es mag sein, dass wir alle in 10 Jahren besser sehen können wo die Reise noch hingehen mag, nur diese Planspielchen halte ich für nicht wirklich zielführend.

Ich selbst finde es ja durchaus gut und richtig regenerative Energien so gut es machbar ist zu nutzen. Eine persönliche Kostensenkung verspreche ich mir davon aber nicht. So sehe ich das auch bei der E-Mobilität. Ein guter und richtiger Weg, aber auch mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Sprech mal mit 'nem Norweger und frag den mal nach der Reicheweite seines E-Autos im Winter oder nach den Akkus, die eben keine 8000 Ladezyklen ohne massive Leistungseinbußen hinkriegen. Das ist der Iststand, alles andere ist Zukunftsmusik, die auch aus meiner Sicht vorangetrieben werden soll und muss, nur diese optimistische Hochrechnerei, sowohl beim Preisverfall als auch bei der technischen Weiterentwicklung kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe eher den Verdacht, dass da mehr Marketinggewäsch im Spiel ist, als es der Realität gut tut. Halt auch nicht anders wie bei der herkömmlichen Energieerzeugung und den Verbrennungsautos auch.

Ein großes Problem ist eh der ständig steigende Energiebedarf.
Mit Zitat antworten