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Alt 11.10.2017, 10:18
Jens_Schiffmann Jens_Schiffmann ist offline
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AW: Dicke von Furnieren u. deren Auswirkung

Hallo an alle,

ja, das ist so eine Sache mit den Furnieren und dessen Verwendung. Arbeiten wir einmal die einzelnen Themen ab.

Kernfurnier:
Ist meines Erachtens das Fundament des Schlägerholzes. Es macht mitunter mehr als 50% des Blattes aus. Sicherlich trägt der Kern dazu bei Tempo zu regulieren, aber nicht nur wegen seiner Dimensionierung. Die Masse des Kernfurniers sowie dessen Elastizitätsverhalten tragen auch maßgeblich dazu bei. Schon bei dem Entwurf eines Holzes legt die Entscheidung welche Holzart beim Kern verwendet wird fest welches Angriffsystem gespielt wird.

Für spinorientierte Hölzer verwende ich z.B. Kerne aus Ayous und einen in meiner Schlägerei hergestellten Hybridkern.

Ayouskern:



Er bietet eine relativ hohe Masse und eine gewisse Elastizität, was das konstruieren von relativ dünnen Hölzern ermöglicht. Die dynamischen Eigenschaften solcher Schläger sind verhältnismäßig gering ausgeprägt und es entstehen lineare aber auch durchschlagkräftige Hölzer. Das verhältnismäßig geringe Gesamtvolumen in Verbindung mit der eingebrachten Masse erzeugt Resonanzfrequenzen, je nach Zwischen- und Deckfurnierwahl, so um die 1200Hz+-100Hz

Zartcore:



Dieser besteht aus zahlreich aufeinanderfolgenden Furnierschichten aus Ayous und Balsa. Die Furniere wurden so abgestimmt, dass der Hybridkern das gleiche Gewichtsniveau besitzt wie ein Kern aus Kiri. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in dem enormen Elastizitätsvermögen des Hybridkerns. Dieser Kern ermöglicht gewichtsbedingt das konstruieren von europäischen Hölzern, die dicker sind, ein mehr an Dynamik besitzen und deren Gesamtelastizität dennoch gewahrt bleibt. Das höhere Gesamtvolumen dieser Konstrukte ergeben Resonanzfrequenzen, je nach Zwischen- und Deckfurnierwahl, so um die 1500Hz+-100Hz

Bei Block-, Konter- und Schussorientierte Hölzer verwende ich Kerne aus Kiri und speziell für Kurznoppenspieler einen Balsacarbonkern.

Kiri:



Die verhältnismäßig geringe Dichte gepaart mit einem außerordentlichen Steifigkeitsvermögen, macht diese Art ganz besonders. Das dynamische Verhalten, in Form von Katapulteffekt, gleicht etwa dem des Hybridkerns. Hier entstehen auch dynamische eher konterelastische bzw. steife Schläger mit Frequenzen die auf dem Niveau vom Zartcore liegen.

Low-carb-core:



In der Mitte eines Kerns aus Balsa ist eine Faserschicht aus Carbon verbaut, um dem sehr weichen Holz eine Stütze zu verabreichen. Die Carbonschicht hat entkoppelnde Wirkung auf den Balsaeffekt und verleiht dem Kern ein mehr an Spannung und Steifigkeit. Der Durchschlag bleibt jedoch eher gering.

Zwischen und Deckfurnier.

Diese gehen eine unzertrennbare Ehe ein und tragen nebenbei auch zum Durchschlag und der Resonanzfrequenz bei, weil diese immer im Gesamtheitlich zu betrachten sind. Eher weiche Kombinationen tragen dazu bei einen weicheren Anschlag in Verbindung mit einem hohen Absprung zu kreieren. Analog dazu besitzen härtere Kombinationen härtere Anschläge und eher flachere Absprünge.
Wie „das gesäß“ die Furnierdimensionierungen anhand von Kiefer und Nußbaum beschreibt. Schließe ich mich dem richtigerweise an. Denn es gilt hier natürlich die Verhältnismäßigkeit zwischen Deck- und Zwischenfurnier.

Belagwahl:

Warum bekommt man mit härten Belägen mehr Spin rein?
Ein harter Tischtennis Belag benötigt einen viel höheren Kraftaufwand, um in das Trefferfenster zu gelangen in dem er gut funktioniert. Es gilt also das Potenzial jeden einzelnen Belages mit dem richtigen Holz abzustimmen.
Angenommen es wird auf einem durchschlagkräftigen Holz ein weicher Belag verklebt:
Es resultiert, dass der Ball im Balltreffpunkt während seiner Eintauchphase gezwungen wird die Elastizitätsgrenze des weichen Belages zu überreizen, der Ball schlägt durch und die überschüssige Energie kann nicht in Rotationsenergie umgewandelt werden.

Gruß
Jens Schiffmann
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