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Alt 24.10.2017, 13:29
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AW: Wie fördert man talentierte Kinder?

Zitat:
Zitat von Rudi Endres Beitrag anzeigen
Die neue TTLehre widmet sich der Ausbildung in anderen Ländern.

Die Schule richtet sich in China eher nach dem Sport und nicht umgekehrt. Allerdings hat man für die jungen Profis mittlerweile nachgebessert, so dass zwei halbe Tage, sowie drei Abende Unterricht pro Woche verpflichtend sind. In der Grundschule werden Sport-Schwerpunkte wie Tischtennis angeboten. Talente gehen dann an Sportschulen, wo 24 – 28 Stunden Training die Woche auf dem Programm stehen. Haben sie Erfolg, können sie mit 12 oder 13 Jahren in den Provinzkader oder den Kader der regierungsunmittelbaren Megastädte wechseln. Ab dann sind sie Profis und werden bezahlt. Sie müssen dann mindestens 40 Stunden die Woche ihrem Sport nachgehen.

TTLehre: „ …da die Sportler mit dem Eintritt in die Sportschuleihre normalen, vor allem kulturellen Bildungsmöglichkeiten verlieren; auch die Persönlichkeitsentwicklung leidet unter der einseitigen und harten Ausbildung in der Sporthalle. Das allgemeine Trainingsprinzip lautet „hart, streng, praktisch und hoch belastet trainieren“.
Vermutet werden darf, dass die enormen körperlichen Beanspruchungen im Zuge kindlicher 40-Stunden-Wochen das Projekt Hochleistungssport zu einem gesundheitlichen Ausscheidungsrennen werden lassen. Immer noch diskutiert wird das Thema „Prügelstrafe“…. .

Zu Japan schreibt TTLehre: „Die Arbeits- beziehungsweise Neigungsgruppen in den Bildungsinstituten werden von ihren Angehörigen als „Schulsport-Clubs“ verstanden; sie haben den Charakter von Ersatzfamilien: Selbst Mitgliedern, die Tischtennis eher als Breitensport betreiben, wird häufig ein tägliches (zweistündiges) Training abverlangt.“
Dazu passt die momentan in den Medien kursierende Meldung über die langjärige medizinische Betreuerin der chinesischen Olympiakader, die jetzt als Asylsuchende versteckt in Deutschland lebt. Sie gibt an, dass bereits 11jährige Kader gedopt wurden. http://www.sueddeutsche.de/sport/dop...eiss-1.3716850
Ein gesundheitliches Ausscheidungrennen ist es hier auch schon, wobei die psychischen Probleme auch und womöglich sogar schlimmer nach der aktiven Zeit auftreten.
Den unmündigen Kindern kann man nichts vorwerfen, aber wenn Eltern, Trainer, Funktionäre und Politiker meinen sich unbedingt an China und Japan orientieren zu müssen, ist das entweder ein Zeichen totaler Verblendung oder geht über Toleranz weit hinaus.
Die Frage ist doch: Wem nützt das eigentlich ? Die Antwort ist einfach: Der Pharmaindustrie und den Sportausrüstern.
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Kindertraining, das sich an China orientiert, ist m.E. Kindesmissbrauch, auch wenn es von einer medaillengeilen Politik subventioniert wird.

Geändert von JoKo (24.10.2017 um 13:57 Uhr)
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