Ich habe nun noch 2 Hölzer nachproduziert, damit man den Vergleich zwischen einem sehr harten und sehr weichen Deckfurnier hat.
Kern: Abachi 3,5 mm
Sperrfurnier: Balsa 0,6 mm
Deckfurnier: Abachi 0,55 mm bzw. Ebenholz 0,45 mm
Das Ebenholzholz ist mit 82 g 2 g schwerer als das Holz mit Abachikernfurnier. Das Abachiholz ist mit 5,8 mm um 0,2 mm dicker als das Ebenholzholz. Die Frequenzen beider Hölzer sind praktisch gleich. Ebenholz: 990 Hz und Abachi mit 1000 Hz. Das Abachiholz hat deswegen nicht deutlich weniger Elastizität wegen der 0,2 mm dickeren Blattstärke und weil die Deckfurniere praxisnah recht dünn ausgelegt wurden. Man erkennt schon, dass es keine nennenswerten Unterschiede zwischen sehr weichen und sehr harten Deckfurnieren gibt. Zumindest zunächst mal auf dem Papier! Dennoch wird in den Foren etwas anderes behauptet. Das beruht vermutlich auf Einbildung und falscher Testmethoden mangels Direktvergleichen. Es handelt sich hier um sehr weiche Hölzer der Kategorie All bis All+.
Der Vollständigkeit halber noch einmal die kompletten technischen Daten
Abachi:
All bis All+
80 g
Blattstärke: 5,8 mm
Frequenz: 1000 Hz
Kern: Abachi
Deckfurnier: Abachi
Aufbau: 5+0
Balance: ausgewogen
Blattgröße: 156 x 156 mm
Ballabsprung: hoch
Ebenholz:
All bis All+
82 g
Blattstärke: 5,6 mm
Frequenz: 990 Hz
Kern: Abachi
Deckfurnier: Ebenholz
Aufbau: 5+0
Balance: ausgewogen
Blattgröße: 156 x 156 mm
Ballabsprung: hoch
Spielt man nun beide Hölzer, wird man eine extrem hohe Ballrückmeldung spüren. Der eine mag das, der andere weniger. Vom Tempo her spielen sich beide Hölzer gleich schnell. Der Touch ist überwiegend gleich und sehr weich durch die dünnen Deckfurniere und das weiche Balsa als Sperrfurnier.
Katapultig sind beide mäßig.
Würde man das Balsa gegen mittelharte Zypresse oder Limba tauschen, würde sich der Touch dem Sperrfurnier entsprechend anpassen. Der Touch wäre etwas knackiger und direkter, aber durch die geringe Eigenfrequenz würde sich das Holz dennoch sehr weich spielen. Das Deckfurnier alleine macht noch keine gewünschte Musik. Die Kombination aus Deck- und Sperrfurnier ist die Summe des Ballabsprungwinkels und des Touchs des Holzes. Elastizität natürlich inkl.
Wählt man also das Deckfurnier anhand eines einzelnen Faktors aus wie z. B. Touch, befindet man sich auf den Holzweg. Geringfügige Anpassungen, also ob Limba oder Hinoki bringen keinen nennenswerten Unterschied. Da braucht man sich nur mal die technischen Daten der Werkstoffe anschauen.
Signifikante Änderungen in der Wahl des Deckfurniers bringt alleine nur einen marginalen Nutzen. Das heißt im Endeffekt, dass ein Update von Limba auf Zypresse fail ist (also praktisch 0 Unterschied), ein Update von Abachi auf Limba oder Zypresse hingegen eine minimale Änderung bedeutet, die in Summe beim Deckfurnier auf der Skala von 1 bis 10 bei etwa 0,5 liegt. Wechselt man jedoch Abachi als Deckfurnier gegen hartes Ebenholz, liegen wir bei der Veränderung schon auf Stufe 1,5 von 10. Das kann man eigentlich vernachlässigen und ergibt nur wirklich einen Sinn, wenn man maximale Härte (Noppenhölzer) oder minimale Härte braucht (Topspinhölzer).
Daher gibt es auch einige Geheimtipps mit Balsadeckfurnieren. Kennt vermutlich nur 1 von 1000.
Dieser Direktvergleich soll darstellen, dass man sich nicht auf Teufel komm raus auf ein Deckfurnier festlegen sollte und das andere Deckfurniere auch gut funktionieren können. Das Deckfurnier ist, sofern es denn so dünn ist, nur das Feintuning. Die letzten 3 % sozusagen. Fallen die Deckfurniere dicker aus, also ab 0,7 mm, was ja eher seltener der Fall ist, dann macht das Deckfurnier schon mehr aus. Denn die Eigenschaften des Deckfurnier treten hervor, und die Eigenschaften des Sperrfurniers schwinden von Zehntel zu Zehntel mm.
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