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Zitat von schnittfix
mit dem Schwamm mit festem Druck einen dünnen Film
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... das scheint mir dann der entscheidende Punkt zu sein. Andere dickflüssige Latexkleber neigten bei Druck mit dem Schwamm zum sofortigen Klumpen. Einerseits verständlich, weil die sehr dünne Schicht dabei schneller trocknet, aber wohl auch, weil die mechanische Reibung dabei die Klümpchenbildung fördert. Ganz entfernt zu vergleichen mit Kristallisationskeimen, wenn ein Glasstab unterkühltes Wasser an einer Gefäßwand streift. Oder einfach, weil der rauhe Schwamm bei viel Reibung etwas wie ein Spachtel wirkt.
In der Folge war ich z.B. deshalb immer sehr vorsichtig und gefühlvoll beim Auftragen. Zügig, aber kaum mit Druck und Reibung. Dadurch wird die Schicht naturgemäß ein wenig dicker, was dann wiederum Riefen und leicht matte Stellen begünstigt. Bei dünnflüssigem Latex eben weniger. Ein zweiter Auftrag beseitigt die dann in der Regel.
Wenn es einmal klappt ändert man ja auch ungern etwas, denn Hölzer und Beläge sind wahrlich teuer genug, um sie leichtfertig zu verhunzen. Ich werde das "harte Verreiben" jetzt aber vielleicht auch mal mit Joola Lex riskieren, danke für deine Erläuterungen!
Was die Frage zu "offenen Schwämmen" angeht, sind Antworten vielleicht auch nicht so ganz eindeutig. Mir scheint, daß Schnittkanten am Belag eine andere Oberflächenstruktur haben, als die quadratische Belagsoberfläche. Ich weiß nicht genau, wie die Schwämme gefertigt werden, aber ich stelle mir vor, daß sie eventuell flach irgendwo aufliegen und dann aufschäumen. Vielleicht wird unter der Schwerkraft die Auflagefläche etwas verdichtet und die Porigkeit feiner.
Wieviel Latex dann in angeschnittene oder verengte Poren einsinkt, spürt man dann eher indirekt am Verbrauch. Eine Frage, die sich daraus ergibt: Muß Latexkleber eigentlich unbedingt in offene Poren gelangen oder reicht für einen sicheren Halt vielleicht schon, wenn nur das Gummi um die Poren herum vollständig benetzt ist. Zugegeben, ist jetzt schon sehr weit hergeholt, aber in einem Fachforum darf man sich hoffentlich auch einmal etwas in Details verlieren ...