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Alt 18.06.2004, 13:49
Balian Balian ist offline
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AW: Deutsche Mannschaftsmeisterschaften der Jungen

Tja, so einfach ist das alles doch nicht. Ich sehe es ja ein. Aber die genannten Fälle sind durchaus unterschiedlich zu sehen.

1. Einheit Demmin (Mecklenburg-Vorpommern)

Hier ist die Situation im Osten zu berücksichtigen. Es gibt zumindest in Mecklenburg-Vorpommern keinen regulären Jugend- und Damenpunktspielbetrieb auf Verbandsebene so wie wir ihn kennen. Die unterste Spielklasse bei den Damen war bis vor kurzem die Oberliga, so paradox das auch klingt.

Demmin geht mit der jetzigen Mannschaft nächste Saison in der Damen-Oberliga an den Start, nicht in der abgelaufenen Serie. In diesem Jahr haben sie sowohl den Mädchen-Pokal (berechtigt zur Teilnahme an den Norddeutschen Mannschaftsmeisterschaften) als auch den Damen-Pokal (berechtigt zum Aufstieg in die Oberliga) gewonnen, haben also nicht regulär am Punktspielbetrieb der Erwachsenen teilgenommen.

2. TTC Lendringsen (+Post SV Kamp-Lintfort) - WTTV/Nordrhein-Westfalen

Das mit dem Westen habe ich erst nicht glauben wollen, aber es ist wahr. Bei beiden Teams handelt es sich um Schülerinnen-Mannschaften, die am Damen-Punktspielbetrieb teilgenommen haben. Lendringsen in der Bezirksliga, Kamp-Lintfort sogar in der Landesliga.

Obwohl es beim WTTV zwei Staffeln Mädchen-Verbandsliga gibt waren offensichtlich auch Damenteams bei den westdeutschen Mannschaftsmeisterschaften zugelassen. Die Staffelsieger der Mädchen-Verbandsliga waren jedenfalls - wen wundert es - im Halbfinale chancenlos (Ergebnisse 2:8 bzw. 4:8).

Noch extremer war die Situation allerdings bei den Schülerinnen, wo genau diese beiden Teams sich ebenfalls im Endspiel gegenüberstanden. Kamp-Lintfort hatte auf dem Weg ins Finale nicht ein Spiel abgegeben.

Ergänzung: bin gerade darüber aufgeklärt worden, daß Kamp-Lintfort zwar in der Damen-Landesliga gespielt hat, aber außer Konkurrenz

Im Gegensatz zum Osten ist diese Entscheidung jedenfalls nicht nachvollziehbar. Zur Ehrenrettung des WTTV sei gesagt, das dieser Schmuh bei der männlichen Jugend nicht betrieben wird, das sind tatsächlich die Staffelsieger der Jugend-Verbandsligen.



Was die Mädchen aus dem Westen angeht, kann ich eure Klagen in Sachen Chancengleichheit voll verstehen, was den Osten angeht, seh ich die Sache aufgrund der fehlenden Basis etwas anderes.

Der Hauptgrund warum ich mich überhaupt angesprochen gefühlt habe, mich hier überhaupt zu äußern, war allerdings das Pauschalurteil bzgl. Norddeutschland.

Sicher weiß ich, das aus Sicht der meisten Württemberger hinter Heidelberg Skandinavien anfängt. Allerdings gibt es zwischen den Verbänden im Norden einerseits (Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen) und im Osten andererseits (Meck-Pomm, Brandenburg und Sachsen-Anhalt) elementare Unterschiede auch wenn sie alle im Norddeutschen Tischtennisverband zusammengeschlossen sind. Und diese Unterschiede sind um ein vielfaches gravierender als die zwischen Baden und Schwabenländle.

Und ansonsten wünsche ich allen Teilnehmern aus Württemberg bei den Deutschen viel Erfolg.

Geändert von Balian (18.06.2004 um 14:22 Uhr)
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