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Alt 18.06.2004, 17:11
noreflex noreflex ist offline
speedschnecke
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noreflex ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Sind behandelte Noppen unserem Sport zuträglich ?

Zitat:
Zitat von Balian
Stören tun mich mehr diejenigen Experten (völlig unabhängig vom Alter), die in Ermangelung einer irgendwie gearteten Rückhandtechnik auf möglichst unangenehme Noppen umsteigen und dann mit sich und dem Gegner Rotations-Lotto (hat er Schnitt und wenn ja welchen ?) spielen oder dann mit einem möglichst noch frischgeklebten 2,6 mm Vorhandbelag nach dem Prinzip "Augen zu und durch" blind durchrohren und auf 51% Trefferquote hoffen.
hi, balian.

Kein Problem, wenn Du das nicht magst.

Aber ich möchte als Techniker (Eigenlob) mal ne Lanze für die Störer brechen. Während ich eine recht passable lange Abwehr spielen kann, VH TS, Konter, Schuß und Block beherrsche, spielen die Störer im wesentlichen mit 2 bis 3 Stilelementen wie Block und Schupf sowie gelegentlichen Angriffen.

Neulich habe ich in einem Turnier einige der sehr guten Angreifer geschlagen. Meine Siege kamen durch wirkliches Allround zustande: Abwehr, Block, Schuß, TS, Service...

Also kamen die Angreifer wg. das taktischen Wechsels auf kein Konzept und die Spiele waren relativ abwechslungsreich und mit langen, ansehnlichen Ballwechseln.

Ein Störer, der kaum ein Spiel gewann, spielte mit dem Palio höchst unangenehmen Druckschupf und Block. Halbhohe Bälle wurden getoppt/geschossen. Er zog mich nach Strich und Faden ab!

Obwohl ich alle (geht das?) LN-Threads rauf und runter gelesen hab: Es ist in der Praxis net so einfach, die Theorie umzusetzen. Und eins muss ich mal sagen: So, wie der geschupft ("Angriffsschupf") und geblockt hat, so könnt ich nur nach langem Training spielen. Wenn überhaupt. Er hatte sein System perfekt im Griff.

Ich probierte lange leere Bälle in RH und volles Rohr hinterher. Oder langsame, extreme TS in kurze VH. Er umlief die VH und blockte mit RH Palio. Die Rohre gingen oft daneben und außerdem spielte er stets, wenn ich ausholte, einen langen schnellen DS diagonal in meine offene VH. So ein Irrer! Ich konnte mich auf seine Variantenwechsel nicht einstellen! Und er wußte genau, was er tat. Das war bestes Setzen und gute Taktik! Meine Kollegen von der Bank meinten nur, dass es doch so einfach sei und der Gegener doch nur Schupfen könne usw. Aber ich begriff durchaus, dass er mich geknackt und im Griff hatte.

Zuvor hatte ich einen "sauberen" langen Defender mit TS, Schupf, TS, Schupf, TS + Schuß knapp geschlagen. Der Spieler war stärker und das Spiel sah schöner aus, aber er war einfacher zu knacken...

Ich gewann das Turnier, der Störer stieg ab, aber ich hatte vor seiner Leistung hohen Respekt. Auch wenn mir sein Spielstil nicht gefällt (Ästhetik), so muss ich zähneknirschend eingestehen, dass ich selbst nur sehr mies gegen Paliotiker spiele! *dummbleibt*

Fazit: Ich glaube nicht, dass der Störer "nur" mit dem Palio gegen mich gewonnen hat. Er konnte vielmehr mit einer glatten Noppe und taktischem Geschick seine Stärken (Block, Schupf) forcieren und daher: Anerkennung!

Erst, wenn ich (der ich soviele Techniken beherrsche!) solche "Einfach-Taktiken" ausbremsen kann, kann ich sagen, dass ihm sein Palio auch nicht weiter hilft. Für den Moment hat er zunächst mal mir gezeigt, wo ich noch Übungsbedarf habe.

ciao noreflex
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Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht früh zu machen.

Winston Churchill

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