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Zitat von vossi39
Mir ist schleierhaft, warum man in der Konstellation nicht zu einer Einigung kommen kann. Wenn jeder sich einen Moment mal von seiner Parteizughörigkeit und seiner Wählerschaft lösen würde (...) dann sind auch Kompromisse möglich.
Und die CDU hat (...) gezeigt, dass sie zur Führung nicht das Rückrad hat.
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Zitat von NurVorhand
(...) Generell finde ich es als recht junger Wähler nach der Wahl und den Verhandlungen noch schwieriger als vorher. Wenig Persönlichkeiten, wenig Inhalte, wenig Rückgrat, sehr wenig am Puls der Zeit/Willen der Wähler - ich hoffe nach Merkel kommt irgendwie Bewegung (...)
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Die vielfach ausgemachte Rückgrat
losigkeit kann man auch darauf zurückzuführen, dass sich einige Akteure bei den Schwampel-Verhandlungen ziemlich verbiegen mussten. Einerseits wird also (zugunsten einer Regierungsbildung) große Flexibilität erwartet, andererseits besteht für die politischen Akteure Gefahr, rückgratlos zu erscheinen...
Btw: Dann ist die Partei mit dem meisten Rückgrat wohl die CSU - die Kasper sind stur und steif bis zum Anschlag und kommen mit Maximalforderungen auf ihren bayerischen Sonderwegen kaum perspektivisch über ihren regional begrenzten Horizont hinaus.
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Zitat von vossi39
(...) Wenn die CDU Führungspersonen hätte(...)
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...hat sie durchaus(!)...
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Zitat von vossi39
(...) dann wäre eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten ja eigentlich kein Problem. Je nach Aufgabe, suche ich mir die richtigen Verbündeten, denen ich dann eben ein paar Zugeständnisse machen muss um mir die Mehrheit zu sichern (...)
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Wo bliebe denn da bitte die Führungsrolle, wenn der ständige Zwang zu Zugeständnissen* die Regierung existenziell bedroht? Das wäre doch bestenfalls eine Moderation (politisch völlig entgegengesetzter Auffassungen), an deren Ende so viele Abstriche vom eigenen Programm gemacht werden müssen, dass eine daraus (womöglich!) resultierende Gesetzgebung kaum eine Handschrift trägt - erstrecht nicht die eigene.
So blöd ist nichtmal die CDU. Wenn diese Partei gegenüber der politischen Konkurrenz (insbesondere der SPD) eines hat, dann einen Bonus in der Frage, welches Personal zuverlässiger und führungsstärker erscheint. Exemplarisch hat Frau Merkel (seit drölf Jahren Kanzlerin) gegenüber Herrn Schulz (Musterbürokrat aus Brüssel) in der Kanzler(innen)frage bei der Bevölkerung so ziemlich jede persönliche Kategorie laut Umfragen gewonnen.
Die nicht unwichtige Frage aber lautet: Wollen die Wähler(innen) noch diese Politik ("Weiter so")??? Die politischen Inhalte sind umstritten, vor dem Hintergrund ist vermeintliche Führung(sstärke/-schwäche) nicht alles.
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Welche Zugeständnisse sollte eine solche Minderheitsregierung denn zwecks Mehrheitsbeschaffung an die AfD machen? - Politischer Selbstmord.