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Zitat von Jaskula
Dass er einer der frühen Ökologisch-Denker war is klar aber was hat das bitte mit der RAF zu tun ?
Sehr subjektive und m.E. ziemlich falsche Wahrnehmung.
Mainstrem ist seit der Kohlschen geistig-moralischen Wende die neoliberale Denke von Wettbewerbsfähigkeit, Exportrekorden und Sparzwang. Selbst prekär Beschäftigte weinen doch beinahe aufgrund der viel zu geringen Gewinne fast aller Unternehmen, der lächerlichen Gehälter derer Führungskräfte und vor allem wegen der geringen Renditen der samariterhaften Anleger.
Die soziale Situation der meisten Menschen in D hat mit dem Bild der boomenden Wirtschaft und überquellender Steuermittel recht wenig zu tun.
Was Du als links bezeichnest ist lediglich der dogmatisch verbohrte Anteil bei manchen Linken und manchen Grünen. Um wirkliche soziale Fragen ging es aber weder in den Sondierungen noch wäre das ein Thema bei Jamaica gewesen.
Wie auch, wenn die asoziale FDP daran beteiligt wäre.
Und die AfD ist nicht nur noch asozialer, sondern auch noch rassistisch.
Das hat mit konservativ nichts mehr zu tun, das ist nur rechts.
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Die "Büchse der Pandora" hat aber nicht Kohl, sondern Rot-Grün geöffnet.
Die marktradikale Seite hat das dankend angenommen.
Wo ich dir Recht gebe sind die Auswüchse, die nur noch große Firmen bevorzugen.
Gerade bei Rückstellungen, Verbot degressiver AfA oder auch die Kappung bei der Anrechnung der GewSt auf die Est bei 370% treffen eher die "Kleineren".
Ich habe auch nichts gegen eine vernünftige Politik der sozialen Marktwirtschaft.
Gerade die Besteuerung bei Veräußerungsgewinnen oder extrem hoher Dividendenzahlungen ist für mich ein Thema, ebenso der Zugriff über die Erbschaftssteuer.
Das sind die Punkte, wo man die Verteilungsungerechtigkeit durch den Zinseszinseffekt abmildern könnte.
Auch könnte man die Besteuerung an das Einhalten von Tarifverträgen koppeln, so dass es nicht mehr lohnt ganze Abteilungen mit Leiharbeitern zu betreiben. Auch könnte man Subventionen an den Standort knüpfen.
Z.B.: man schenkt dem Betrieb das Gewerbegebiet, macht aber eine Klausel rein, dass bei Verlagerung ins Ausland und Bezahlung unter Tarif das Ganze in Rechnung gestellt wird zzgl. eines erheblichen Aufschlags.
Dafür müssen sich die "Linken" aber erstmal von ihren Ideologien trennen.
Die FDP ist halt die Partei der Unternehmen und als Selbstständiger erwarte ich, dass sie meine Interessen vertreten.
Steht nun auf der anderen Seite eine "Linke" ohne ökologisches und "Refugee welcome" Getue, die als Haupt den Arbeitnehmer im Blick hat, dann trifft man sich irgendwie in der Mitte und geht.
Mit dem rechten Flügel der Grünen wie Palmer oder Özdemir könnte man durchaus Politik machen. Mit Wagenknecht wahrscheinlich auch. Aber Roth, Trittin, Kipping oder auch dem Eurokraten Schulz geht doch gar nichts.
Ein Duo Spahn/Scholz (der aus Hamburg) in der Groko könnte funktionieren.
Hält man auf beiden Seiten die Extreme klein, dann klappt es auch.
Aber solange Neoliberalismus und linker Öko-/Tugendterror immer irgendwie ihre Scheibe abbekommen müssen kommt man nicht vorwärts.