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AW: Hospitation in der C-Trainerfortbildung
Es ist schon interessant, welche Argumente hier so vorgebracht werden. Viele kritischen Stimmen argumentieren immer in Richtung Mehraufwand und hinterfragen die Sinnhaftigkeit einer Hospitation.
Wenn hier ernsthaft hinterfragt wird, was eine Hospitation einem C-Trainer mit 10 Jahren Erfahrung bringen soll, dann bin ich doch schon ein bisschen bestürzt über die Ansichten von Trainerkollegen. Man lernt doch in diesem Bereich, wo man zum einen mit Menschen zu tun hat, diese führen soll und als positivem Effekt auch noch etwas beibringen soll, niemals aus. Es ist doch immer gut, einmal über den Tellerrand zu schauen und zu gucken, was die Konkurrenz so macht. Eine Eva Jeler geht zum Beispiel etwas anders um mit Jugendlichen als ein Helmut Hampl. Von beiden Personen kann man sich etwas mitnehmen, auch da muss man selbst beurteilen, was einem besser gefällt und was eben nicht. Davon kann man nur profitieren. Es ist mit Sicherheit auch richtig, dass ein Trainer mit einer Erfahrung von 10 Jahren durchaus in der Lage ist, ein besseres Training zu machen als ein anderer, der 30 Jahre auf dem Buckel hat. Das ist unbestritten. Jeder Trainer muss auch bei einer Hospitation für sich entscheiden, was er gut findet bei einem Mentor und was eben nicht. Gutes nimmt man mit, weniger Gutes oder Schlechtes lässt man bleiben.
Natürlich erfordert eine Hospitation etwas organisatorisches Geschick. Man muss die terminlichen Verpflichtungen verschiedenster Art koordinieren und unter einen Hut bringen. Das ist aber auch Handwerkszeug eines jeden Trainers, der immer irgendwelche Betreuungen und Verbandsspiele ohnehin so unter einen Hut bringen muss, dass alles klappt. Ich kann auch das Gejammere nicht mehr hören mit den mehr Kilometern. Ein Trainer, der seine Sache ernst nimmt und tatsächlich seine Erfahrungen steigern will, der fährt auch mal ein Stückchen weiter als sonst. Wer dazu nicht bereit ist, der soll es auch lassen. Sicher ist im Bereich Kassel die Dichte der Mentoren nicht sehr ausgeprägt. Da wäre zum Beispiel auch mal zu überlegen, ob man eine Hospitation nicht bei irgendwelchen Lehrgängen durchführt. Schon wäre dieses Problem auch bewältigt.
Ich teile nicht die Ansicht eines Kritikers, dass man für Breitensport einen besonderen Ausbildungsgang benötigt. Ich habe selbst zum Beispiel die A-Lizenz und mache Vereinstraining sowie Training im KLZ. Es ist aus meiner Sicht sehr wichtig, dass auch Trainer mit höheren Lizenzen an der Vereinsbasis arbeiten. Hier können wir uns im Übrigen ein Beispiel nehmen an den Schweden. In dem kleinen Land ist es völlig normal, einen A-Lizenz-Trainer für die unterste Stufe auszubilden.
Ich habe gelesen, dass es den einen Trainerkollegen stört, dass er eine untergeordnete Rolle bei einer Hospitation spielt. Diese Argumentation kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sie ist einfach falsch. Natürlich kommt ein fremder Trainer als Hospitant zu einer Gruppe und wird nicht gleich den Ton angeben, sondern erst mal beobachten, wie was dort abgeht. Ist der Mentor sich seiner Aufgabe bewusst, wird er versuchen, den Hospitanten möglichst rasch einzubinden. Auch der Mentor wird davon profitieren. Ich kann dieser kritischen Stimme nur versichern, dass für mich ein hospitierender C-Trainer ein Kollege ist und kein „Stift“. Es ist doch völlig klar, dass jeder Mentor versuchen wird, seinem Hospitanten etwas mitzugeben. Außerdem wird niemand gezwungen, beim nächstgelegenen Trainer und gleichzeitigem Unsympath seine Hospitation abzulegen. Jeder kann doch den Mentor anrufen, der ihn besonders interessieren würde. Ich habe das auch gemacht bei einer Eva Jeler, einem Li Ping oder einem Istvan Korpa. Das kann kein Problem sein. Ich kann also der Argumentation auch von Heribert Pilch keinesfalls zustimmen. Der Aufwand für eine A-Lizenz-Verlängerung ist ungleich höher, obwohl man wie ich an der Basis arbeitet.
Der Aufwand für schriftliche Dokumentation ist doch eine Kleinigkeit, man schreibt dabei doch keine C-Lizenz-Hausarbeit. Das ist doch mit wenigen Ausführungen in der Halle erledigt/skizziert.
Zeitliche Probleme wird es wohl immer geben, wenn man etwas „anderes“ mal organisieren muss.
Für B-Sortierung:
Ich kann Dir nur anbieten, Dich zur Hospitation im KLZ Odenwaldkreis anzumelden. Als verantwortlicher Mentor werde ich natürlich interessiert daran sein, auch auf Deine Zeitprobleme Rücksicht zu nehmen. Da werden wir das schon hinbekommen, dass jeder davon etwas hat. Eine neuen Idee muss man immer mit etwas Flexibilität entgegenkommen.
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