|
AW: Freie Wahl der Berufsbezeichnung bzw. Jobtitel
Erstmal ist die Frage wieviele MA die Firma überhaupt hat.
Bei einem kleineren "Mittelständler" ist doch sehr viel "learning by doing".
Wenn Finanzbuchhaltung nicht dein Ding ist, dann setz dich solange wie nötig mit dem obersten Controller zusammen und lass dir die Zusammenhänge en Detail erklären.
Grundsätzlich eine Bilanz lesen oder interpretieren sollte bei dem Job vorausgesetzt sein.
Beim Personal ist vieles Menschenführung. Die grundlegenden Planungs-/Abrechnungsprozesse sind recht simpel. Wichtiger ist die MA "zu lesen".
Wichtig ist hier die "Schaumschläger" zu erkennen.
Wen muss man kurz halten, wen kann man an der langen Leine lassen?
Da hilft nur mit jedem zu sptechen und zwar runter bis zur Putzfrau. Auch sind die MA alle per Handschlag und mit Namen zu begrüßen.
MMn. das Allerwichtigste ist die Menschen "mitzunehmen".
Nichts ist für einen 55jährigen, der 30 Jahre im Betrieb ist schlimmer als ein Jüngling der alles besser weiß.
Auf typische "Sperenzken" a la "ich bin der Neue und schiebe jetzt mal die Schreibtische von links nach rechts", nur um zu zeigen, dass man "da" ist würde ich verzichten.
Ich würde erstmal mit jedem Abteilungsleiter lange Gespräche führen:
Was ist gut, was weniger?
Personalführung ist nicht einfach. Das lernt man nicht an der Uni oder beim Harvard Business Manager.
Es ist der Spagat zwischen "beliebt", "konsequent" und der Akzeptanz als Vorgesetzter.
Zum Titel:
Ich würde den nehmen, den der Vorgänger hat, für ausländische Kunden eventuell auf dem Briefkopf noch die englische Übersetzung
Z.B.:
Kaufmännischer Leiter
(Head of Business Administration).
Der Rest ist learning by doing.
Wie heißt es so schön:
Je näher man einem hohen Posten kommt desto schneller wird man feststellen, dass man diesen Posten auch selbst ausführen kann.
Der Rest ist Delegieren, Organisieren, Vertrauen und Menschenführung.
Ich würde mir auch nicht zuviele Gedanken vorab machen. Man hat dich ja schließlich unter zig Bewerbern ausgewählt und traut dir den Job zu.
Läuft der Laden, dann kann eigentlich nicht viel schief gehen.
Mit so Nebensächlichkeiten wie dem Gedanken sich protzig "CFO" zu nennen würde ich gar keine Zeit verschwenden.
Im Grunde sollst du ja nur die Arbeit des Vorgängers erfolgreich weiterführen. Auf diesen Kern würde ich mich konzentrieren.
|