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AW: DER Thread für politisch Interessierte
Ich bleibe dabei, die Haltung der FDP finde ich gut. Ich kann zwar mit dem politischen Programm der FDP nicht viel anfangen und würde sie nicht wählen, jedoch habe ich selten eine Partei so geschickt agieren sehen, wie Lindner das mit der FDP macht. Die FDP hat sich jetzt ganz klar positioniert, dass sie zu einer Minderheitenregierung gemeinsam mit der Union bereit wären. Damit klammern sie ganz deutlich die Grünen aus, deren Haltung für die FDP ja der Hauptgrund für den Abbruch war. Zusammen mit der Deutung, dass die Union den Grünen näher ist.
SPD will zwar jetzt ergebnisoffen in die Gespräche gehen, die Parteibasis und die Jusos haben sich jedoch klar gegen GroKo positioniert. Schulz bleibt weiterhin im Sattel, hat rhethorisch schon die halbe Kehrtwende gemacht, ohne dass man es ihm in der Partei bislang großartig ankreidet. Möglich, dass er die kompletten 180° schafft, ohne größeren beruflichen Schaden zu nehmen. Wenn er umkippt und die SPD doch GroKo macht, kann sich Schulz als Diener seiner Partei die Absolution holen. Das geht aber nur, wenn er der Union einige wichtige Punkte abringt, die von der SPD- Basis als angemessenes Entgegenkommen gesehen werden.
Merkel ist in einer sehr bescheidenen Ausgangsposition. Jeder, mit dem sie nun spricht, stellt Forderungen, die weit über das hinausgehen werden, als sie es aus ihrer bisherigen Amtszeit kenn. Und sie ist gezwungen, einzuknicken. Ansonsten wäre sie die Kanzlerin, die eine Neuwahl zu verantworten hat. Und wenn die Union es alleine macht, wäre sie 4 Jahre lang ewige Bittstellerin, oder sie würde als Alternative der Lethargie verfallen und ein bisschen herum-repräsentieren.
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