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Zitat von Noppenzar
Noch eine Ergänzung:
Es hält sich hartnäckig die Mär, dass unser Export bei anderen Regularien oder Wiedereinführung der DM einbrechen könnte.
Dieses Szenario gab es mehrfach während der 70er und 80er Jahre.
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Solange man den Export mit dem ausweichen auf andere Märkte und Effizienzsteigerung ausgleichen kann ist das gesamtwirtschaftlich korrekt. Allerdings haben in den 80/90er Jahren viele Firmen auf dem europäischen Markt große Schwierigkeiten mit den damit schmerzlichen Einbußen bekommen.
Diese Schwierigkeiten innerhalb der EU Zone sind ausgehebelt und unser Außenhandelsüberschuss im EU Währungsraum wächst und wächst. Ohne die gemeinsame Währung wären die ausländischen Waren viel billiger und die deutschen sehr teuer. Das hätte große Auswirkungen.
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Zitat von Noppenzar
Gleichzeitig wird bei dieser Rechnung volkswirtschaftlich nicht bedacht, dass man die Importe gegenrechnen muss. Jeder regt sich darüber auf, dass importiertes Obst und Gemüse so teuer geworden ist. Die Zucchini wird halt in Euro und nicht in Lira bezahlt, ebenso wie die Liege am Strand auf Mallorca.
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Keine Sorge, natürlich werden Importe mit berücksichtigt. Aber das angesprochene Obst und Gemüse wird nicht so häufig in deutschen Exportartikeln verbaut.
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Zitat von Noppenzar
Ebenso importieren wir Kohle, Öl und andere Rohstoffe im Wechsel Euro-Dollar.
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Richtig, da zählt der Dollarkurs.
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Zitat von Noppenzar
Zusammenfassend kann man sagen, dass es Ländern mit ähnlicher Struktur wie Deutschland mit schärferen Regeln und eigener Währung durch die Bank besser geht.
Für die Schweiz und Norwegen ...
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Die beiden Länder sind jetzt doch eher wirtschaftliche Leichtgewichte unter den Industriestaaten:
Export:
1. Deutschland 1.193.000.000.000$
...
20. Schweiz 167.300.000.000$
22. Norwegen 134.900.000.000$
Und wenn du mal z.B. ansiehst wer im Moment die Hauptlast der Flüchtlinge schultert und damit finanziert, dann kannst du sicher nachvollziehen, weshalb die Steuern hier ein wenig höher sind.
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Zitat von Noppenzar
Auch Großprojekte leiden unter europaweiten Ausschreibungen und dem Billigwahn. S21 oder BER wären früher nie passiert. Engagiert man aber den rumänischen Subunternehmer des polnischem Subunternehmers des "deutschen" Hauptauftragnehmers HochTief, eigentlich in spanischer Hand, dann braucht man sich nicht zu wundern.
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Wir entfernen und zwar immer weiter vom Thema, aber ja. Die Verpflichtung des billigsten Angebotes ist für die öffentliche Hand ein großes Problem. Ich habe das während meiner Assistentenzeit an der Uni miterlebt was das bedeutet.
Aber S21, BER, Elbphilharmonie, neue ICE Strecke München-Berlin, Autobahnmautsystem, Rüstungsprojekte, ... usw (bis runter zu kleineren Projekten in Kommunen) leiden noch unter ganz anderen Dingen:
- Verschleiern der wahren Kosten um das Ganze erst mal in Gang zu bringen. Nachher kann man natürlich nicht mehr stoppen und muss Milliarde um Milliarde zuschießen.
- Einsatz von Politikern (aktuell oder ehemals) in den gutbezahlten Positionen. Die haben zwar wenig Kenntnisse, aber brauchen ganz dringend das Geld.
- Ständiges Ändern des Planes. So etwas kostet sehr viel Geld und erzeugt viele Probleme.
- Größenwahnsinnige Vorhaben: Österreich macht die Autobahnmaut mit Pickerln - wir brauchen Satelliten dazu. BER versucht den Rauch nach unten abzusaugen. Bei der Bahn setzt man immer kompliziertere Technik ein die viel zu wenig erprobt ist, bevor sie auf die Gleise geschickt wird.
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Zitat von Noppenzar
Dazu haben wir unser einzigartiges Bildungssystem mit schwierigem Abitur, folgend mit anspruchsvollen Diplomstudiengängen im Zuge der Gleichschaltung für ein Massenabi und folgendem Bachelor, der im drei Jahren m arktunfähige Fachidioten en gros produziert, so dass die Unternehmen erst mit langem Trainee und betriebsbegleitendem Master arbeitsfähig machen müssen, geopfert.
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Hat zwar auch wenig mit dem Thema zu tun, aber da bin ich absolut bei dir.