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Alt 19.12.2017, 21:57
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BlindesHuhn BlindesHuhn ist offline
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BlindesHuhn kommt allgemein ganz gut an (Renommeepunkte mindestens +60)
AW: DER Thread für politisch Interessierte

Ich habe Dein Statement, Noppenzar, versucht etwas zusammenzufassen und musste auch kürzen, um wenigstens Teile davon aus meiner Sicht beantworten zu können:

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Ich bin der festen Überzeugung, dass es für fast Alles im Leben im Grunde genommen immer relativ einfache Lösungen gibt, wenn man sie denn nur will.
Sehe ich durchaus auch so, aber wir verstehen unter "relativ einfachen Lösungen" wahrscheinlich nicht das Gleiche .

Der erste Knackpunkt ist mMn das Wort "relativ". Es kommt auf das Bezugssystem an, wieviele Regeln, auf deren Basis ja Lösungen entstehen, innerhalb dessen notwendig sind. Nimm mal die Familie, da brauchts nicht viel an Regeln (also "relativ einfach"). In einem Konzern, ganz zu schweigen von zwischenstaatlichen Beziehungen, siehts schon anders aus - hier können jedoch selbst 1.000 Seiten Regelwerk als "relativ einfach" gelten. Das gilt dann natürlich auch jeweils für resultierende Lösungen.

Der zweite, in meinen Augen wesentlichere Knackpunkt ist aber das berühmte "cui bono?", wem zum Vorteil? Eine Lösung ist dann einfach (sogar absolut und nicht nur relativ), wenn es ausschließlich um den Vorteil einer einzigen Person/Gruppe/... geht. Dann kann der ganze Rest egal sein. Mit solchen Lösungen kann ich jedoch nicht viel anfangen. Nenn es Humanismus, christliche Nächstenliebe (nagut, das eher nicht), Gutmenschentum, was auch immer ...

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Gestern sah ich Plasberg.
Zu Plasberg kann ich nicht viel sagen, ich mag ihn und seine "Fragetechnik" sowie das in der Regel nichtssagende Geschwätz nicht. Habe seine Sendung (ist doch "Hart, aber fair" oder?) nur ganz am Anfang mal geschaut. Insofern stimme ich Dir unbesehen zu.

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Dagegen ist die einfache Umsetzung geltendem Rechts mit entsprechendem Ausschöpfen des Strafrahmens eben nicht kompliziert, wenn man denn nur will.
"Geltendes Recht" klingt sehr konkret, so, als ob für jeden möglichen Tatbestand genau feststehen würde, welche Sanktion zu folgen hat. Das ist schlechterdings unmöglich. Deshalb wird stets ein mal engerer, mal weiterer Rechtsrahmen formuliert, innerhalb dessen verschiedene Auslegungen möglich sind. Das, was man dazu so üblicherweise zu hören bekommt, spiegelt in der Regel die sogenannte "herrschende Meinung" wider. Ebenso wie die Rechtssprechung und das Recht an sich ändert sich diese allerdings gelegentlich. Das Rechtssystem ist nichts Starres, es entwickelt sich beständig weiter.

Der Strafrahmen wird immer "entsprechend" ausgeschöpft, sobald ein Tatbestand nachgewiesen wurde. Mal mit maximaler und mal mit minimaler Sanktion. Deswegen heisst es "Rahmen".

Und ja, die Umsetzung, sprich der Vollzug des Urteils, lässt manchmal arg zu wünschen übrig.

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Wenn das Finanzamt ohne politischen Druck freie Hand hätte bei diversen Konstrukten von Ikea, Apple und Konsorten, dann wäre das auch einfach. Kompliziert macht es erst der Anruf auf höchster Ebene, wo der Finanzbeamte des lieben Friedens willen erstmal die Sachen durchwinkt, damit er seine Ruhe hat.
Das Finanzamt ist qua Gesetz Teil der Finanzverwaltung, deren höchste Ebene das BMF (Bundesministerium der Finanzen) ist. Dass da Politik gemacht wird, und das notfalls mit Druck, sollte niemanden verwundern.

Aber den angesprochenen Konstrukten gehört, da bin ich bei Dir, ein Riegel vorgeschoben. Das Dumme ist, dass diese ausgeklügelten Konstrukte auf den sich weltweit grundlegend voneinander unterscheidenden Steuergesetzen aufgebaut sind - damit sind wir wieder beim Thema "relativ einfache Lösungen" und "cui bono?" im Sinne von "Welchem Staat zum Vorteil?" ...

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Zu den Muslimen:

Es gibt einen Teil, der sich hier gut assimiliert hat. Davon habe ich auch viele im Bekanntenkreis. Dort wird wegen der Kinder Weihnachten gefeiert, kein Kopftuch getragen und auch mal ein Bier getrunken. "Muslim" sind sie genauso wie viele Deutsche "Katholisch" oder "evangelisch", sprich man ist es pro Forma und glaubt irgendwie an den lieben Gott aber praktiziert den Glauben nicht großartig.

Tischtennis scheint mir hier im Übrigen eine gute Integrationshilfe zu sein. Bei den wenigen muslimischstämmigen Spielern habe ich noch nie gesehen, dass die Frauen da mit Kopftuch rumlaufen. Vielleicht ist es auch umgekehrt, dass diejenigen, die nicht so angepasst leben gar nicht erst in einen TT-Verein gehen, sondern lieber beim FC Türk unter sich Fußball spielen.

Damit kommen wir zu der anderen Gruppe, die unsere Vorstellungen von Gesellschaft im Grunde ablehnt. Man arbeiter, betreibt Gewerbe, aber im Grunde ist man hinter der Fassade nie hier geistig heimisch geworden. Gehen möchte man aber aus wirtschaftlichen Gründen auch nicht. Also versucht man seine Wertvorstellungen hier, und das sage ich jetzt bewusst, mehr als Frech durchzudrücken. Man schaut euch wie weit man kommt. Wird der kleine Finger gereicht, greift man nach der ganzen Hand.
Na wenigstens sind Muslime bei Dir jetzt nicht mehr "DIE Muslime", sondern eine heterogene Gruppe ...
Zum Rest hatte ich glaube ich letztens schon was gesagt, mag ich nicht nochmal, würde ähnlich klingen.

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Zu Polen und Tschechien:

Sicher gibt's Deutsche, die sich abfällig äußern, aber diese verkennen, dass Kultur, Geschichte und Lebensgewohnheiten faktisch 1:1 zu den Deutschen sind. In den letzten 150 Jahren sind sicher an die 10 Mio, wenn nicht mehr, Polen nach Deutschland migriert. Es fällt nur wenig auf, weil sie spätestens in der 2. Generation vollkommen assimiliert sind.
Ok, "Polen und Tschechei" war als Beispiel unglücklich gewählt. Ersetze es durch "Südafrika".

Zitat:
Zitat von Noppenzar Beitrag anzeigen
Und die Schlechtrednerei vieler deutscher Frauen kann man eh nicht ernst nehmen.

Ja, die Osteuropäinnen können durchweg Kochen, Waschen und Putzen und gehen nicht ungepflegt aus dem Haus. Manche frustrierte allein erziehende Deutsche wundert sich da, warum viele Männer Osteuropäinnen bevorzugen.

Mancher "Emanze" empfehle ich da einfach mal den Blick in den Spiegel und die Einsicht, dass "Haushalt" nichts negatives ist.
Hmm, sorry, den ersten Satz verstehe ich nicht - werden deutsche Frauen jetzt schlechtgeredet oder reden sie andere schlecht?

Der Rest klingt ein bisschen antiquiert (was nicht zwingend schlecht ist), aber zugegebenermaßen schaue auch ich hübschen Osteuropäerinnen gerne hinterher ... und auch hübschen deutschen Frauen ... und auch hübschen ........