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Zitat von pibach
Wenn man wüsste, wie z.B. spinnig ein Belag ist, und das genau gemessen wurde und nicht gewürfelt, könnte man sich m.E. schon viele Tests sparen.
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Das ist ja mittlerweile gar nicht mehr sooo schwierig herauszufinden. Man erkennt den Spin am Ballabsprung und zu dem Thema äußern sich schon recht viele Leute in unterschiedlichen Foren. D.h. wenn mehrere(!) Leute schon von einem flachen Ballabsprung beim VH Topspin reden, kann man schon davon ausgehen, dass der Belag nicht das größte Spinpotential aufweist.
Zum Thema allgemein: Ich war ja im Tischtennis Handel aktiv und bei einer Systematisierung und auch Bewertung des Materials sollte man nicht allzu kompliziert vorgehen. Man teilt Beläge z.B. nach Noppen innen und außen ein, dann nach klassisch und FKE, Oberflächengriffigkeit (anti, griffig, klebrig) und als nächstes könnte man die Härtegrade der Schwämme aufführen u. a. Das sind objektiv messbare Werte die schon sehr viel über das Material aussagen.
Das geht mit Tempo-, Spin- und Kontrollwerten natürlich auch, würde aber dennoch davon abraten auf solche Werte zu vertrauen und diese überhaupt aufzulisten als Hersteller. Der Belag mit den höchsten Spinwerten könnte schnell suggerieren, der "beste" Belag zu sein. Total irreführend, denn
1) die von mir zuvor aufgezählten Bestandteile des Materials (Härte, Oberflächengriffigkeit usw.) sind mindestens genau so wichtig und
2) heißt es nicht, dass der spinnigste Belag mit den besten Werten auch der beste Belag für mich persönlich ist. Letzteres berücksichtigt besonders Spielstärke, Spielerfahrung, Ballgefühl, Technik, etc.
Tendenziell muss man sich auf ein paar "goldene Regeln" verlassen wie z B.:
- Harte Beläge haben weniger Flummi-Effekt im Gegensatz zu weichen Belägen
- Je dicker, desto schneller der Belag
- Beläge mit höheren Spinpotential reagieren gleichzeitig empfindlicher auf ankommenden Spin
- FKE Beläge sind scheller als ungeklebte klassiche Beläge (die Rede ist vom frisch kleben)
...
Alles "andere" soll und kann man mMn erstmal ignorieren. Die Belagwahl findet sowieso
nicht über den Katalog statt, sondern dem Testen und Spielen von unterschiedlichen Belägen. Alles weitere klärt sich dann auch beim Spielen selbst. D.h um die Ausgangsfrage zu beantworten: Ja, zumindest in Katalogen und auf den Internetseiten steht tatsächlich sehr viel Unsinn über Beläge mit subjektiven Werten und Beschreibungen. Als Lösung dafür sich eben mal den Schläger des Nachbartisches ausleihen, um grob einzuschätzen, welche Dicke, Härte und Art von Material man bevorzugt. Und ob man sich dann am Ende für einen Bluefire M1 oder Evo MX-P entscheidet ist für Amateurspieler zumindest absolute Geschmackssache. Der Unterschied liegt eher zwischen Bluefire M1 und Butterfly Sriver FX.