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AW: Zu viel Unsinn und falsche Wissenschaft bei der Belagwahl?
Und ähnlich wie Jürgen Klopp statt Opel privat im Carrera Cabrio unterwegs ist spielen diverse Nationalspieler halt den Tenergy statt den Belag ihres Werbepartners.
Zum Material allgemein
Rein von der Physik und Chemie sind die Materialien am Limit.
Es muss ja immer auch der Herstellungspreis und die Haltbarkeit mit in die Kalkulation einbezogen sein.
Sucher geht bei langen Noppen noch ein bisschen was. Leider brechen dann die Noppen beim dritten Training ab.
Sicher kann man Noppen Innen maximal vorgetunt verkaufen. "Unter der Hand" werden ja diverse Beläge am Graumarkt gehandelt. Was aber für den Profi gut ist geht dem Amateur an den Geldbeutel. Nach drei Wochen sind die Beläge fertig.
Also spielt man ein bisschen an den Parametern rum, versucht das Obergummi qualitativ besser zu machen, so dass mehr Tibet ab Werk reingegeben werden kann.
Bty hat halt seit 2008 die Richtung vorgegeben und die "Kopien" sind schon recht nah dran.
Läge der VK pro Belag bei 200 Euro bei einer gewünschten Haltbarkeit von 2 Wochen ginge sicher technisch noch mehr.
Ideal für den Händler ist aber eine Haltbarkeit von 8-12 Wochen bei einem EK, der bei der Hausmarke immer noch gute Margen zu einem akzeptablen VK ermöglicht.
Große Marken haben hier aufgrund der Masse mehr Spielraum als Nischenanbieter, die fast durchweg Chinaware einkaufen, weil sie über den günstigen EK einfach ihre Marke am Überleben halten.
Dementsprechend ist dort auch der Direktvertrieb sehr verbreitet.
Wenn Anbieter A im Jahr 100.000 Beläge für 8 Euro einkauft und für 15 Euro an seine Händler weitergibt, hat er über die Masse 700.000 verdient.
Anbieter B, der eine neue Noppe für 3 Euro in China kauft setzt dann eher auf den Direktvertrieb, wo er 30 Euro ohne MwSt generiert.
Verkauft er dann 1.000 Stück hat er auch etwas Gewinn gemacht.
Jeder Kunde sollte immer beim Kauf einen Satz im Gedächtnis haben: "In dem Moment des Kaufs ist der Händler nicht der Kumpel aus dem Sport, sondern ein Kaufmann."
Meine persönliche Meinung:
Wenn man mit seinem Material gut klar kommt muss man nicht wechseln. Ausnahmen können Regeländerungen sein. So haben mir zum Beispiel einige Akteure, die noch nie getunt haben gesagt, dass sie das bei den ABS Bällen anfangen würden, weil der einfach erheblich langsamer sei. Im Material-/Abwehrsektor erfordert eventuell der fehlende Schnitt Anpassungen.
Bei gleichbleibenden Bedingungen schadet ein Wechsel aberwitzige mehr als er nützt.
Bei mir sah das über die Jahre so aus:
Seit 1997 bis zum Verbot der Gln:
Appelgren Allplay
Andro Zenith, nach Abschaffung der Japanversion Bryce und R H Pf4-C8, C8 oder der baugleiche Andro Clou.
Beim GlAnti:
Erst weiter Appelgren mit Bryce und FS 804, dann Wechsel auf Yinhe T6 mit T05 und 804, wahlweise bei problematischen SR Neubauer ABS.
Zwischendurch nahezu Alles angetestet aus Neugier, aber nie einen echten Mehrwert festgestellt.
Das Mizutani funktioniert auch, gut, aber das T6 ist billiger.
Der Superblock ging auch, war aber einfach für die wechselhafte Qualität viel zu teuer.
Beim ABS musste ich beim Händler auch erstmal 20 Beläge auspacken, bis ein richtig guter dabei war.
Also warum wechseln, wenn das eigene Material funktioniert?
Geändert von Hansi Blocker (29.12.2017 um 12:54 Uhr)
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