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Zitat von fuxi
Ich fahre ab und an die A7 von Hamburg bis Memmingen und habe über die komplette Stecke incl. Abschnitte auf der A1 und A96 schon Schnitte von 156 und 157 km/h erreicht. Allerdings war das am 24. und am 30. Dezember, da ist das durchaus komfortabel möglich.
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Hab' mal nachgeschaut. Das sind ca 750 km in unter 5 Stunden
Weiß gar nicht was ich sagen soll
Respekt

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...oder doch eher Wahnsinn

Ich kann mich noch recht gut an Zeiten erinnern, die gut 20 Jahre zurückliegen. Da hatte ich beruflich recht häufig in München zu tun. Das sind ca 650 km. Da hatte ich mir auch ab und an mal solch Kapriolen erlaubt. Allerdings gab es zu den Zeiten recht wenig limitierte Autobahnabschnitte und wesentlich weniger und vor allem wesentlich kürzere Baustellen. Der Passat, den ich damals fuhr war zwar recht komfortabel - meinte ich damals zumindest - aber Fahrten am Geschwindigkeitslimit würde ich - auch heute nicht - als "komfortabel möglic"h bezeichnen. Da ist immer högschte Konzentration angesagt. Selbst die nur 650 km hatte ich mit Bleifuss auch nie ohne tanken zu müssen geschafft. Insgesamt fand ich so Fahrten eher immer recht stressig, aber ich wollte halt schnell nach Hause bzw am Montagmorgen nie vor 4 Uhr in der Früh aus dem Haus. Nach ca zwei Jahren hatte ich keinen Bock mehr. Wollte nicht zu denjenigen gehören, die sich dann doch mal auf der Autobahn totgefahren haben. Ab da bin ich die Strecke zu 90% geflogen. Das war mit allem drum und dran zeitlich zwar nicht besser, aber doch wesentlich komfortabler
Zudem gab es in dieser Jahreszeit auch genügend Fahrten, in denen keine neue Benchmark gesetz werden konnten. Am Donnerstagabend um 19:30 Uhr aus München abgefahren und am nächsten morgen um 11:15 Uhr im Ruhrgebiet angekommen, kam durchaus auch mal vor. Für die 500 km von Berlin zurück ins Ruhrgebiet brauchte ich gar mal 23 Stunden. Da stand ich geschlagene 8 Stunden in der Nähe von Helmstedt auf einem Fleck auf der Ostseite. Das war kurz nach dem Mauerfall und mich befiel schon fast die Panik, dass die Grenze wieder dichtgemacht wurde und diesmal ich auf der falschen Seite stecken geblieben bin
Jedenfalls bin ich froh, dass ich heutzutage die Woche über mich nicht mehr über die Autobahnen quälen muss. Ein Wahnsinn was da so abläuft. Ich bin schon bedient, wenn ich mal meine Frau zum Flughafen nach Düsseldorf, Köln oder wenn's interkontinental losgeht nach Frankfurt bringen bzw von dort wieder abholen muss. Die Fahrzeiten sind eher unberechenbar, sodass man bei Terminen gut beraten ist mit weit weniger als einem Schnitt von "nur" 100 km/h zu rechnen. Eine halbe bzw gar eine ganze Stunde Luft einzuplanen, ist jedenfalls nicht verkehrt und vermeidet Stress
Mich überzeugt jedenfalls schon lange keine Aussage mehr, in der bei Durchschnittsgeschwindigkeiten von 150 km/h was von entspannt und komfortabel zu lesen ist. Selbst nur als Beifahrer wird das nichts. Klar, schnell fahren kann durchaus Spaß machen - darum geht's im Grunde immer - und mit nur 130 km/h oder noch langsamer durch die Gegend zu zuckeln, kann schon mal einschläfernd wirken und eben so wenig entspannend sein. Nicht alle Schnellfahrer sind Arschgeigen. Gibt auch genügend, die es, wenn es voll wird einfach bleiben lassen mit der Raserei. Aber leider auch nicht wenige Arschgeigen, die dir bei 220 km/h auf 5 meter auffahren, obwohl vor dir jemand ist, der selbst nicht schneller fährt bzw fahren kann. Träumer gibt es auch, die ohne zu blinken mit 110 km/h auf die linke Spur rüberziehen und dann in aller Ruhe 5 km lang einen LKW nach dem anderen überholen. Genau wie den notorischen Linksfahrer, der das auch mal 10 km lang mit 120 km/h durchzieht und nicht im Traum dran denkt rechts rüber zu fahren, trotz dass die ganze rechte Spur frei ist. Den kannste dann nur rechts überholen, wenn du schneller fahren willst. Nur erwischen darfste dich dabei trotzdem nicht lassen, denn dann ist der Lappen erst mal weg.
Entspannt ist es auf deutschen Autobahnen, ganz unabhängig von den gefahrenen Geschwindigkeiten eher ganz selten. Meine Frau habe ich gerade am Dortmunder Bahnhof abgesetzt. Die fährt jetzt wirklich ganz entspannt nach Hamburg und die Durchschnittsgeschwindigkeit ist mit dem Auto eher auch nicht zu toppen
Die letzten entspannten Autofahrten, an die ich mich erinnere, waren im letzten Herbst eine Fahrt nach Wien und zwar ab dem Moment, als ich nach Passau die Österreichische Grenze überfuhr und im letzten Frühjahr mit 'nem Opel Adam quer durch Andalusien. Im nicht gerade dicht besiedelten Andalusien haste zudem noch als Beifahrer das Glück einen guten Mobilfunkausbau vorzufinden. Quer durch vom Mittelmeer bis an den Atlantik durchgehend LTE
Nur hier in Deutschland ist Autofahren eher selten eine entspannte Angelegenheit. Möcht nicht wissen, wieviele millionen Stunden, hier die Menschen im Jahr der tollen Verkehrspolitik der letzten 20 Jahre wegen, im Stau stehend verbringen müssen. Als Beifahrer kannste da noch nicht mal entspannt im Mobilfunknetz rumsurfen, weil die Netzabdeckung mit LTE eher fürchterlich ist.
Gut, immerhin darf man hier seinen liebgewonnenen Boliden richtig durstig sein lassen. Das reicht den Leuten. Vernünftiger wäre zwar eine Verkehrsinfrastruktur zu schaffen, in der dann zwar nur noch 130 km/h gefahren werden darf, dafür aber berechenbarer von a nach b gekommen werden kann.
Dass bei den vielen Toten durch auffahrende LKWs im Jahr noch keine Brems- und Spurhalteassistenzsysteme in LKWs zwingend vorgeschrieben sind, kann ich eben so wenig verstehen. Technisch sollte es kein Problem sein. Alles redet zwar von selbstfahrenden Autos, die alles besser machen sollen, nur die zu einem sehr großen Anteil vermeidbaren Toten durch auffahrende LKWs stören scheinbar die Verantwortlichen kaum bis gar nicht. Da hat die Logistiklobby wohl zu viel Einfluss...
..aber allen trotzdem weiterhin ein gute, entspannte, komfortable und vor allem sichere Fahrt