Zitat:
Zitat von Jaskula
Darf man denn lügen ? 
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Unser Freundchen aus Luxemburg behauptet ja sogar:
"Wenn es ernst wird, muß man lügen."
Zitat:
Zitat von fuxi
Gibt es irgendwelche Publikationen, die zu anderen Ergebnissen kommen?
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Ja:
http://derstandard.at/1224776524924/...nd-der-Schweiz
Aber das ist ja auch nur eine Meinung. Dem ADAC möchte ich da auch keine Objektivität unterstellen.Wundern müßte man sich ja heutzutage nicht, wenn das von der Automobilindustrie ausgearbeitet wurde. Jedenfalls ohnehin eher hier und da ein paar Zahlen rausgesucht und was in den Raum gestellt.
"Die Zahl der Getöteten auf
Autobahnen pro 1 Mrd. Fahrzeugkilometer liegt in Deutsch-
land bei 1,7, mit seit Jahren fallender Tendenz. Zahlreiche
Länder mit genereller Geschwindigkeitsbeschränkung
schneiden schlechter ab als Deutschland (z.
B. Österreich,
Belgien, USA)."
Welche Länder schneiden besser ab? Welche Länder schneiden schlechter ab? Wie genau sind die Zahlen? Handelt es sich überhaupt um signifikante Unterschiede?
Ist die Bezugsgröße 1 Milliarde Fahrzeugkilometer eigentlich ein geeignetes Maß zur Beurteilung?
"
Auch beim innerdeutschen Vergleich sind Autobahnen ohne
Tempolimit nicht unfallauffälliger als Strecken mit Tempo-
limit 120/130 km/h. Auch eine höhere Unfallschwere
(Unfälle mit Getöteten je 1.000 Unfälle mit Personen-
schaden) lässt sich nicht feststellen."
Schwierig zu vergleichen, weil man wohl häufig unterstellen kann, daß die Abschnitte, auf denen eine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt, vom Verkehrsaufkommen und baulich eher zu den gefährlicheren gehören.
Eine andere
Publikation:
"Hinsichtlich eines Tempolimits auf Autobahnen kommt SCHALLABÖCK
zu folgendem, generellen Ergebnis: Ein Tempolimit
-reduziert den Treibstoffverbrauch und damit auch den CO2
-Ausstoß.
-vermindert die Schadstoff- und die Lärmemission.
-reduziert die Unfallhäufigkeit und die Unfallschwere.
-mindert den erforderlichen Material- und Flächeneinsatz.
-vergleichmäßigt den Verkehrsfluss und erhöht die Straßenkapazität.
In einer weiteren Veröffentlichung von SCHALLABÖCK aus dem Jahr 2006, ebenfalls
vom Wuppertaler Institut herausgegeben, werden die verschiedensten Ansätze zur
Reduzierung von Schadstoffemissionen von Kraftstoffeinsparung über alternative
Motorkonzepte bis hin zum Karosseriebau beleuchtet und bewertet (SCHALLABÖCK
2006). "
Lustig teilweise, was die verschiedenen Verbände dazu für Meinungen haben, die ebenfalls dort wiedergegeben werden:
"Nach Auffassung des
VCD (Verkehrsclub Deutschland) würde eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen
den Verkehrsfluss nicht beeinträchtigen, sondern ihn harmonisieren. Aus diesem Grund
hätten auch Autobahnen in Ballungsgebieten ein Tempolimit. „Die höchste Leistungs-
fähigkeit einer Autobahnspur wird mit bis zu 2.600 Fahrzeugen pro Stunde bei einer
Geschwindigkeit von 85 km/h erreicht.“ (VCD 2007: 4)"
"Der
Auto Club Europa (ACE) plädiert in der Studie „Geschwindigkeitsmanagement
statt Tempolimit“ für ein „intelligentes dynamisches Geschwindigkeitsmanagement“,
das sich an den aktuellen Verkehrsbedingungen orientiert. Der ACE kommt insgesamt
zu dem Ergebnis, dass konstantes, gleichmäßiges Fahren zu einer Verstetigung des
Verkehrsflusses führt, was wiederum Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch und
die Schadstoffemissionen 10 hat (ACE 2007: 17). "
"Der
Automobilclub von Deutschland (AvD) ist der Auffassung, ein Tempolimit und damit eine Verlangsamung des Verkehrs erhöhe die Gefahr von Unfällen und Staus und
wirke sich damit auch negativ auf die Abgasbilanz aus (AvD 2006).
Die Untersuchung „Verkehr verstehen und beherrschen“ von T
REIBER u.a. stellt dagegen fest, dass durch Tempolimits Staus vermieden werden können. Bei dichtem Verkehr z. B. hat ein Tempolimit von 80 km/h zur Folge, dass die Geschwindigkeit von Pkw und Lkw angepasst und dadurch die Geschwindigkeitsunterschiede reduziert
wurden. Dadurch wiederum kommt es zu weniger Spurwechseln, die in jedem Fall eine
Störung des Verkehrsflusses darstellen. (TREIBER 2005). "
Nun noch zu Peters Post.
Zitat:
Zitat von Peter Igel
Er konnte den Unfall nicht verhindern, und was Verbotenes hat er auch nicht getan.
...
Man hat mit 100 nicht links zu fahren, verdammt noch mal!!!
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Wurde schon erwähnt, ich wollte aber nochmals darauf hinweisen: Darf man aber.
Vermutlich hat die Schwester von Gsella hier einen Fehler gemacht. Der andere wurde jedenfalls nicht verurteilt, obschon er sich nicht an die Richtgeschwindigkeit gehalten hatte. Vielleicht war es ihr aber auch nicht möglich. Unstrittig ist sicher, daß es schwieriger wird, je schneller der Hintermann unterwegs ist. Bretti ist in seiner ihm eigenen Art ja schon mehrmals auf die Physik eingegangen. Kinetische Energie, Reaktionszeiten usw. So finde ich, die Aussage...
Zitat:
Zitat von Peter Igel
Richtig ist, dass die GeschwindigkeitsUNTERSCIHEDE das Problem sind, nicht das Tempo an sich.
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...hilft nicht weiter. Aus physikalischer Sicht nicht. Und Mindesttempo 200 kann man auch nicht verordnen.
Die Meinung zu Gsella bleibt Dir unbenommen. Könnte man über manchen Aspekt trefflich diskutieren. Aber seine Ansichten zum Thema sind doch nicht weniger oder mehr qualifiziert als unsere. Der Auftritt war an der Stelle im Gesamtkontext der Sendung jedenfalls schlüssig und beeindruckend. Daher habe ich mich auch daran erinnert.