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AW: Jungen Niedersachsenliga 2004/05
Als ehemaliger Wagenfelder (und seit über 10 Jahren Hannoveraner) habe ich diese Diskussion, in der zwei Seiten definitiv aneinander vorbeireden, bis zu einem gewissen Punkt amüsiert mitverfolgt. Nachdem das ganze jetzt zu einer reinen formaljuristischen Regeldebatte ausgeartet ist, in der jeder Beteiligte nur seinen persönlichen Vorteil sieht, möchte ich mal versuchen aus meiner Kenntnis beider Seiten die tatsächliche Situation zu beleuchten.
@ Adensen, Jever, Seelze usw.
Die Situation in Wagenfeld ist in keiner Weise mit Großvereinen, die höherklassig spielen, vergleichbar. Hier betreibt ein Kleinverein seit Jahren eine engagierte Jugendarbeit, die immer mal wieder beachtliche Talente hervorgebracht hat und die dann oft mangels Möglichkeiten zur Weiterentwicklung entweder früh stehengeblieben sind oder noch öfter das TT-Spielen aufgegeben haben.
Im Herrenbereich tut sich herzlich wenig. Die 1. Herren ist gerade in die Kreisliga abgestiegen und wäre für Kai Tödtemann und Dennis Wünschmann eine ähnlich sinnlos geartete Alternative wie ein weiteres Jahr Jungen-Bezirksliga. Insofern kann ich den Verein und die Beteiligten verstehen, das sie sich aus den Erfahrungen dieser Saison, in der zumindest Kai absolut unterfordert war, für den Fall des Scheiterns in der Relegation eine Alternative mit den Wechseln nach Syke bzw. nach Barnstorf offen gehalten haben.
Dazu muß man wissen, daß Dennis Wünschmann eh aus Barnstorf (20 km entfernt) stammt, während Kai Tödtemann ein echtes Eigengewächs ist. Und gerade hier macht es Sinn wenn er noch eine Saison bei seinem Heimatverein bleibt als mangels Alternative in dem 55km entfernten Syke zu spielen (und einen näher gelegeren Verein, der Bezirksliga oder höher spielt, gibt es mit Ausnahme von Twistringen nicht und die verfolgen bekanntlich andere Ziele als Perspektivspieler aufzubauen).
Die Absicht von Bettmar, Adensen und Seelze ihre freigeholten Jugendlichen jetzt in der Relegation einzusetzen ist m.E. im Vergleich zu dieser Situation überhaupt nicht vergleichbar, denn:
1. Wagenfeld will diese Spieler in der Niedersachsenliga einsetzen
2. Die Präferenz beider Betroffener ist offensichtlich die Niedersachsenliga (und nicht der Spielbetrieb bei den Herren)
3. Die Wagenfelder Jugendlichen haben in der laufenden Serie 2003/04 keine Freigabeerklärung (und damit eine Spielberechtigung für den Jugendmannschaftsbetrieb)
Glaubt mir: in einem Kaff wie Wagenfeld (Tschuldigung Sven + Achim) vernünftige Nachwuchsarbeit zu betreiben ist schwer genug. Die Absicht der Beteiligten dies trotz aller natürlichen Hindernisse zu tun, halte ich für löblich und förderungswürdig. Da sind Neiddiskussionen und zweifelhafte Vergleiche genauso unangebracht wie die ganze formaljuristische Auslegung ("und nächstes Jahr treten wir mit unserer Oberligatruppe an"). Ich würd mich freuen, wenn ihr's einfach sportlich so akzeptiert wie es ist.
@ Sven, Achim und alle anderen Wagenfelder
Die hier an der Diskussion beteiligten Vertreter aus dem Raum Hannover/Hildesheim sind ebenso engagiert wie ihr, kämpfen aber seit Jahrzehnten mit dem Grundsatzproblem, das sie unfreiwillig die Jugendarbeit für die wirklich höher spielenden Vereine aus der direkten Umgebung zu machen. Wer wie Bettmar es dem großen Nachbarn TTS Borsum ermöglicht hat seit Jahren seine Zweit- und Drittvertretung richtig stark zu machen und selbst weiter in der Bezirksliga oder jetzt Bezirksoberliga stecken bleibt, der muß schon ein gewisses Frustpotential wegstecken können.
Und dafür, daß bei diesen Verantwortlichen die Empfindlichkeiten bzgl. gewisser Regellücken, die gerne und vorzugsweise von den Großvereinen in Anspruch genommen werden, recht groß ist, dafür habe ich ebenfalls Verständnis.
@allen
Ich wünschen allen Teilnehmern an der Relegation (in der Reihenfolge) viel Spaß und viel Erfolg und hoffe, daß der sportliche Teil nicht wieder durch Regeldebatten und vermeintliche Ungerechtigkeiten überschattet wird.
Volker Tangemann
Geändert von Balian (23.06.2004 um 10:29 Uhr)
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