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Alt 12.01.2018, 14:29
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Zukunft der Automobil Industrie - Neuordnung auf dem Weltmarkt durch Elektromobil

@moe589: Vergessen hatte ich vorhin noch ein paar Worte zu den Akkus in Bezug zu deren Haltbarkeit, sprich theoretisch möglichen Ladezyklen, was sich auch auf deren Kostenrechnung auswirkt zu erwähnen.

Angegeben werden gern 8000 mögliche Ladezyklen, bei denen dann zum Schluss 80% der Nennkapazität vorhanden sein soll. Das ist nach meinem unmaßgeblichen Dafürhalten mit höchster Vorsicht zu genießen.

Zunächst mal sollte berücksichtigt werden, dass das werte sind, die auf Simulationen unter Laborbedingungen fußen. Die sind immer - siehe Abgaswerte - mit höchster Vorsicht zu betrachten. In der Praxis haben das Akkus noch nicht unter Beweis stellen können. Bei Auto-Akkus würde das auch bedeuten, dass so ein Auto dann um die 2.000.000 Kilometer laufen müsste. Das ist eher noch konservativ geschätzt. Ausgehend von einer Reichweite von "nur" 300 km und den Leistungsverfall der Akkus während der Lebensdauer schon eingerechnet.

Ich halte das für reichlich unrealistisch, denn dass sich Autos über Generationen hinweg weitervererbt werden, etwa wie Häuser, daran glaube ich nicht. Das sollten sie bei solchen theoretisch errechneten Akkulebensdauern, den urban genutzte Autos haben eher selten eine Jahreslaufleistung über 10.000 km, was dann bei 2.000.000 möglichen Kilometern Lebenserwartung der Akkus 200 Jahre dauern würde

Dass festverbaute Akkus einem gebrauchten Auto entnommen werden und in dem nächsten Auto verbaut werden können, daran mag ich auch nicht so recht glauben.

Mit diesen 8000 Ladezyklen werden aber leider die Betriebskostenrechnungen für die Akkus gemacht. So werden dann die hohen Anschaffungskosten von Akkupaketen zwischen 30 und mehr als 100 kW/h Nennleistungen mehr schön als real berechnet.

Selbst wenn sich die Anschaffungskosten für die Akkus innerhalb der nächsten fünf Jahre halbieren würden - was ich nicht so recht glaube - bliebe die unrealistisch opimistische Betriebskostenrechnung ein Pferdefuß.

Mit einem Renaulthändler hatte ich mich beim Kauf eines Autos erst im letzten Frühjahr unterhalten, da ich durchaus überlegt hatte statt eines Benziner ein E-Auto anzuschaffen. Den Zoe. Ganz nettes Auto, dessen reale Reichweite für unsere Zwecke gut ausgereicht hätte. Renault bietet da zwei Varianten an. Entweder mietest du die Akkus nur oder du kaufst sie. Ist natürlich beim Anschaffungspreis sehr ausschlaggebend. Der Händler empfohl jedenfalls die Miet-Variante. Nicht des Preisunterschieds wegen um das Auto schmackhafter machen zu können. Des Risikos wegen. Bei der Mietvariante wird den Käufern bzw den Mietern immer eine Kapazität von mindestens 80% der Nennkapazität der Akkus garantiert. Bringen sie das nicht mehr, werden sie ausgetauscht. Kaufst du die Akkus ist es das Problem des Käufers.

Dafür, dass von 8000 Ladezyklen (Sprich ca 200 Jahren Lebensdauer) ausgegangen wird, ist das eine seltsame Vorgehensweise, oder?

Ich selbst werde aber wohl trotzdem für den urbanen Bereich über kurz oder mittellang auf ein E-Auto umsteigen. Einfach aus Überzeugung und weil ich weiß worauf ich mich einlasse. Mag zwar für doof gehalten werden, aber mir egal. Ich bilde mir dann einfach ein, dass ich S-Klasse fahre, dann fahre ich sicher vergleichsweise sehr günstig
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