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Alt 13.01.2018, 11:27
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Zukunft der Automobil Industrie - Neuordnung auf dem Weltmarkt durch Elektromobil

Zitat:
8.000 Ladungen kann ich mir nicht vorstellen.
Ich mir eben auch nicht.

Nur wird mit diesem Wert gern mal gerechnet um zu beweisen, dass E-Autos jetzt schon günstiger zu betreiben sind als Verbrenner

Selbst 1000 Ladezyklen halte ich für eine sehr gewagte Annahme. Auch der Hinweis darauf, dass Akkus deren Kapazität für Autos nicht mehr befriedigen ist, für andere Anwendungen, z.B. als Zwischenspeiche für PV-Anlagen noch viele Jahre sehr gut sein werden und somit Geld wert sind, kommt gern mal. Ich frag mich dann immer, welcher Autofahrer und PV-Anlagenbesitzer sowas machen würde? Sich bei einem Akkutausch im Auto die alten Akkus aushändigen zu lassen, mag ja noch einigermaßen praktikabel sein. Nur wer soll dann die Akkus so in die PV-Anlage einbinden, dass die dort noch betrieben werden können? Die Kosten dafür, würde ich höher als den daraus zu erzielenden Nutzen einschätzen. Wir leben doch jetzt schon lange in einem Zeitalter, in dem reparieren eher nicht mehr angesagt ist. Wenn der Fernseher hin ist, wird ein neuer gekauft. Repariert wird da wohl nur noch innerhalb der Garantiezeit. Für Tüfftler und Bastler mag das durchaus interessant sein. Nur wirtschaftlich interessant durfte das Allgemein eher nie werden.

Dennoch halte ich E-Autos jetzt schon für durchaus sehr tauglich. Man muss sie sich nur leisten können und wollen. Halt im urbanen Bereich. Die meisten Autonutzer durften mit den ganz real problemlos erreichbaren Reichweiten sehr gut auskommen. Eine entsprechende Ladeinfrastruktur ist halt noch nicht in ausreichender Form vorhanden. Ohne das diese vorhanden ist, wird es halt schwer potenzielle Käufer zu finden. Davon gäbe es sicher einige mehr. Gibt ja genug Fahrer von chicken und ehrer sauteuren Kleinwagen. So ein Mini ist ja nicht gerade günstig.

Mir geht die leider auch bei E-Autos Einzug gehaltene Verlogenheit auf die Nerven. Der Zwang die Dinger unbedingt schönrechnen zu wollen erschließt sich mir nicht. Warum wird z.B. bei dem Zoe mit 400 km Reichweite geworben, wenn die im Normalbetrieb gar nicht erreicht werden können? Als ich mich für das Dingen interessierte, sagte mir der Händler - einfach mal nachfragen reicht meistens, denn auch Verkäufer lügen nicht gern, einfach weil sie nach einem Kauf nicht drauf festgenagelt werden wollen -, dass 250 bis 300 km ein durchaus realistischer Wert wären. Bei den Akkus, die bei Renault wahlweise gemietet/geleast oder gekauft werden können, riet der Händler eher zur Mitvariante. So wie er mir sagte, aus der Erfahrung heraus, dass die Akkus durchaus dazu neigen mehr Ärger zu machen, als es werbemäßig zugegeben wird.

Alles was die sehr gehypten und eh sauteuren Teslas betrifft, neige ich zur Skepsis. Menschen die so viel Geld für ein Auto ausgeben, neigen eher dazu schönzufärben und dem Musk traue ich eh nicht über den Weg. Autos dieser Preisklasse im Verbrennerbereich findet man auch noch 20 Jahre oder gar mehr nach der Erstzulassung bei entsprechender Pflege und Wartung auf den Straßen. Mal schauen, ob im Jahr 2032 noch einer der ersten Teslas auf der Straße gesichtet werden kann. Sollte der Akkupreisverfall wirklich so rasant voranschreiten, dürfte es ja kein Problem sein einen Tesla der ersten Generation aufzufrischen, damit er auch noch 2032 gefahren wird. Mag aber auch sein, dass ein Akkutausch eine so aufwendige Sache ist, die auch ohne das Akkus teuer sind sehr teuer ist. In einem Verbrenner z.B. nur den Zahnriemen wechseln zu lassen ist schon recht teuer. Der Zahnriemen selbst eher nicht. Den Austausch eines 100 kW/h Akkupakets stelle zumindest ich mir ungleich aufweniger vor. Augenblicklich mögen solche "Serviceleistungen" bei E-Autos um sie zu hypen noch mehr oder weniger kostenlos bzw für eine Pauschale, die für die Werkstatt selbst nicht kostendeckend ist, gemacht werden. Wenn sich das normalisiert, wird das wohl Geschichte sein. Da mag dann das Akkupaket selbst statt 10.000€ nur noch 6.000 € kosten, aber die damit verbundene Arbeit muss dann richtig bezahlt werden und Löhne werden eher nicht fallen. Akkus mit Leistungen zwischen 30 kW/h und über 100 kW/h dürften in E-Autos nicht gerade wirklich gut zugänglich verbaut sein. Die nehmen viel Platz weg. Platz, der sich in Autos wohl eher nicht an einer zentralen, gut zugänglichen Stelle finden lässt. Ich würd drauf tippen, dass für einen Komplettaustausch die halbe Karre auseinandergenommen werden muss.

Für die Schnellfahrfetischisten sind E-Autos eh nichts. Selbst die Autobahnrichtgeschwindigkeit von 130 km/h, dürfte die angegebene Reichweitenkapazität nahezu halbieren.

Egal, jedenfalls meine ich, dass es ohne entsprechende Ladeinfrastruktur und ohne eine praxisbezogene Ehrlichkeit was Kosten und Können der E-Autos betrifft, schwer bleiben wird Autofahrer zu den E-Autos zu kriegen. Die "Visionen", die manch einer haben mag, was den recht schnellen Wandel hin zu E-Autos betrifft, wird wohl nur über ein Verbot von Verbrennern zu erreichen sein. Es gibt sicher Bereiche im Leben, die aus Vernuftsgründen zum Wohle aller mittels Verboten geregelt gehören. Bei E-Autos sehe zumindest ich das nicht so...

Statt 'nem 30.000 € oder gar mehr kostenden Mini, der eh nicht mehr als 10.000 bis 15.000 km im Jahr genutzt wird, dürften schon einige E-Autos Konkurrenzfähig sein. Da mögen andere Mobilitätsmodelle sinnvoll sein können, damit die Angst vor Langstrecken, die mit E-Autos nicht befriedigend zu machen sind, abgemildert wird. Händler, die den Kunden von E-Autos einen Verbrenner dafür zur Verfügung stellen oder für die Zeit einen Tausch vermitteln können z.B.

So wie es augenblicklich gehandhabt wird, wird's wohl mit dem Umstieg eine verdammt zähe bzw langwierige Angelegenheit bleiben. Die "Rechenkünstler", die jetzt schon den wirtschaftlichen Vorteil vermitteln wollen, überzeugen mich jedenfalls nicht. Mag aber auch sein, dass ich nicht richtig rechnen kann
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