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AW: MyTischtennis statt click-tt?
Selbst wenn einige im WTTV Vorstand jetzt ihre Meinung ändern würden, dann würden sie es wahrscheinlich für sich behalten.
Der Verband hat mit den anderen Anteilseignern irgendwelche Verträge von unbekannter Länge geschlossen.
Möglicherweise stünden hier erhebliche Schadenersatzforderungen im Raum über deren Höhe nur spekuliert werden kann.
Sobald man ein Gegenmodell installieren würde wäre die Firma mytt ja faktisch wertlos/insolvent oder würde auf niedrigem Niveau mit ein paar Stories weiter arbeiten müssen.
Man stelle sich vor, dass per Beschluss die Beiträge um 1 Euro je Mitglied angehoben werden und dafür der TTR in Click-tt integriert wird.
Das wäre ja das kostenneutrale Gegenprogramm.
Wie würde wohl eine "Volksabstimmung" dazu ausgehen?
Es wird alles so bleiben wie es ist. Ich vermute ein Exit aus mytt wäre für die Verbände ein zu großer finanzieller Verlust.
Diskussionen gibt es im Übrigen nicht nur im TT über diese Privste PublicPartnership Modelle.
Städte sind klamm, lassen sich für hohe zweistellige Beträge ein Rathaus neu bauen anstatt günstiger zu sanieren. Statt Zinsen und Kredit wird dann oftmals ein jahrelanger Mietvertrag zu horrenden Preisen geschlossen.
Am Anfang hat sie Stadt noch den Liquiditätsvorteil, , je länger das Geschäft läuft, umso mehr dreht sich das in Richtung Kapitalgeber.
Mal als Beispiel:
Das Rathaus kostet 100 Mio, man könnte zu 2%, bei 5% Tilgung finanzieren.
Das sind dann 7 Mio Annuität im Jahr und nach 15 Jahren tilgt man die kleine Restsumme.
Ein Investor würde ja ähnlich kalkulieren, will aber irgendwann Geld verdienen.
Man schliesst also einen Mietvertrag über 40 Jahre zu einer Jahresmiete von 5 Mio Euro.
Die Stadt verkauft das als super Deal, wo man ja 2 Mio "gespart" habe.
Das dicke Ende kommt aber erst mit den Jahren.
Der Investor erzielt Einnahmen von 5Mio,, schreibt AFA und Zinsen ab und erreicht dadurch eine Steuerersparnis von über 1 Mio Euro pro Jahr.
Nach 15 Jahren tilgt er ebenfalls mit dem ersparten Geld und kassiert nun weitere 25 Jahre 5 Mio.
Am Ende der Laufzeit hat die Stadt dann 200 Mio bezahlt und das Gebäude gehört ihr noch nicht mal anstatt 135 Mio bei Eigenfinanzierung.
Selbst mit Instandhaltung käme man nicht auf die ausgegebene Summe.
Es gibt noch viele ähnliche Beispiele.
Funktionäre oder Bürgermeister denken aber nicht so langfristig, sondern nur bis zur nächsten Wahl.
Im TT präsentiert man da eine, so bezeichnete, Ausschüttung von 328.000 Euro, eine Stadt wirbt mit der Ersparnis.
Da aber auf dieser Welt keiner etwas verschenkt kommt irgendwann der Punkt, wo sich so eine Kalkulation in Negative dreht.
Vereine wie Bayern, Barca und Real finanzieren ihre Stadien ja nicht umsonst zu 100% selbst.
Bayern hätte ja auch vom Staat mieten können, wie zum Beispiel Kaiserslautern, die mehr oder weniger über die Verträge langfristig viel zu hoch belastet sind.
Auch Watzke hat als erste Sanierungsmaßnahme damals genau da angesetzt. Zwar mehr oder weniger mit der Pistole auf der Brust nach dem Motto, dass sie sonst gar nichts bekommen da dann Insolvenz, aber er hat es geschafft da aus den Verträgen rauszukommen.
Eine Stadt oder ein Verband kann nicht pleite gehen und da leckt sich doch jeder Geschäftsmann die Finger,, wenn er da ein PPP Modell an den Mann gebracht bekommt.
Man kann da auch eine einfache Grundregel einsetzen:
Das Geld ist nur einmal da. Je mehr Partner an dem Geschäft beteiligt sind, desto weniger bleibt dem Einzelnen.
Es lohnt sich nur in einem Fall, nämlich bei schnell expandierenden Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf.
Dort kann der Hebel für den Gründer besser sein, obwohl er Anteile abgibt. Unbegrenzt zu wachsen steht bei mytt aber nicht zur Debatte, da der Kundenkreis beschränkt ist auf die Mitglieder der Verbände.
Daher macht so ein Modell mMn. hier keinen Sinn.
Bei Zalando oder Lieferheld hat so etwas ja Sinn gemacht, da hier keine Gewinnerzielung, sondern ein möglichst guter Börsengang das Ziel war, wo die Gründer mit dem Fremdkapital den Unternehmenswert um ein Vielfaches steigern konnten. Da steht aber auch der Totalverlust immer im Raum bei anderen Firmen, die es nicht geschafft haben.
In der freien Wirtschaft also durchaus manchmal sinnig, aber ich würde das weder Kommunen noch Verbänden empfehlen.
Geändert von Noppenzar (15.01.2018 um 18:44 Uhr)
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