Zitat:
Zitat von BlinderBarmer
Konnte man schon bei den Motorrädern gut beobachten, ist inzwischen nur noch was für Rentner und alte Leute, früher waren das hauptsächlich Jugendliche, die damit fuhren.
Und es sind auch immer noch dieselben Leute, die damit rumfahren.
Zeiten ändern sich, egal wie man das findet.
In der Stadt ist ein eigenes Auto heute schon ne Last.
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So pauschal würde ich das zwar weder bei Motorradfahrern und auch nicht bei den Autos in der Stadt sehen, ist aber letztendlich nicht so wichtig. Unterm Strich entspricht das zueinem nicht ganz unwesentlichen auch dem was ich so meine beobachten zu können.
Inwieweit und wie schnell das dann dazu beitragen wird, dass sich immer mehr Leute von einem E-Auto überzeugen lassen, oder gar ihres städtischen Zuhauses wegen ganz auf ein (zumindest eigenes) Auto zu verzichten bereit sind, wird sich dann zeigen.
Junge Motorradfans gibt es ja durchaus noch in erwähnenswerter Anzahl. Bei weitem nicht so viele wie zu meinen jungen Zeiten, das ist richtig. Da ich zu der Generation der geburtenstärksten Jahre gehöre, ist sicher auch das ein Baustein dafür, warum es damals mehr junge Motorradfahrer gab. Davon wird es einige Bausteine geben.
Menschen, die das Auto in der Stadt (zumindest noch) nicht als Last ansehen, gibt es auch noch recht viele.
Wie dem auch sei, die hier von dir hier aufgezeigten Beispiele, die ich ja selbst unterm Strich für tauglich halte, haben bis zum jetzigen Istzustand locker mehr als vier Jahrzehnte beansprucht. Ohne Zwänge bzw Verbote bzw bewusst künstliches teurer bzw billiger machen, wird die auch von mir prinzipiell für richtig und wichtig gehaltene Umstellung weg von Verbrennungsmotoren wohl eine ähnliche Zeitspanne benötigen. Jedenfalls sehe ich keinen nachvollziehbaren Grund, warum es nun schneller gehen sollte. Wie bei Motorrädern und Autos in der Stadt, die immer noch in so hoher Anzahl vorhanden sind, dass sie Probleme bereiten, würden verbrennungsmotorgetriebene Fahrzeuge auch in 40 oder mehr Jahren noch in großer Anzahl vorzufinden sein.
Ich sehe es deshalb so, dass ein möglichst schneller Ausstieg aus der Mobilität mittels Verbrennern, ohne Verbote oder künstlich herbeigeführte Zwänge leider wohl nicht machbar sein wird. Verbote und künstlich herbeigeführte Zwänge scheinen mir zumindest momentan in weiten Teilen der Welt, einschließlich Europa nicht wirklich durchsetzbar zu sein. Die Mehrheit der Wahlberechtigten würde wohl Stand heute und näherer Zukunft immer noch dazu neigen so zu wählen, dass ein drohendes Verbot verhindert wird. Beschlüsse von heute, die zum Inhalt haben, das z.B. ab dem Jahr 2030 nur noch Neufahrzeuge ohne herkömmliche Verbrennungsmotore zugelassen werden sollen, sind im Grunde genommen nichts wert. Wenn sich bis dahin die gesamte Autoindustrie nicht selbst von der alten Technik abgewendet hat - danach sieht es nun mal leider nicht aus -, sodass es gar keine Autos mit dieser alten Technik mehr zu kaufen gibt, wird spätestens die letzte Wahl vor 2030 dafür sorgen, dass dieser Beschluss wieder gekippt wird.
Hinzukommt, dass durchaus für jeden erkennbar die wirtschaftliche Überlegenheit eines bestimmten Autos für sehr viele, wenn nicht sogar die meisten, eh keine alles bestimmende Bedeutung hat. Schon heute muss kein Mensch wirklich teure Benz, BMW und VW - die, wenn ich es richtig auf dem Schirm habe, erst vor kurzem bekannt gaben mehr Autos verkauft zu haben als je zuvor - fahren. Da gibt es durchaus viele Alternativen, die wesentlich wirtschaftlicher gefahren werden können. Bei jetzigen E-Autos ist es nicht wesentlich anders. Alle Welt spricht von Tesla. Wer kann sich denn einen Tesla-Boliden leisten? Die protzigsten Varianten kosten weit über 100.000 € und erfreuen sich wohl der größten Beliebtheit von allen E-Autos.
Wie aus diesen Tatsachen die Weisheit:
"Demnach werden die bisher noch transportierten Emotionen beim Autofahren wohl an Bedeutung verlieren und Marken zunehmend austauschbar."
abgeleitet werden kann, erschließt sich mir nicht. Bin ich zu blöd? Raff ich es einfach nicht? Oder woran liegt das?
Ich hätte gar nichts dagegen, wenn diesbezüglich du und pibach recht behalten würden, nur meine ich, dass die von mir geäußerten Zweifel daran, nicht unbegründet sind.
Von allein, irgendwelcher Kosten- und Lernkurven wegen wird das nicht wie von Zauberhand voranschreiten. Zumindest fehlt mir die Fantasie dazu, davon ausgehen zu können.
Von allein mag ein Jack Daniels im Fass reifen, sodass der dafür zuständige Mensch nichts anderes zu tun hat, als sich in Geduld zu üben. Um Menschen von Verbrennern möglichst schnell wegkriegen zu können, bedarf es aus meiner Sicht Menschen, die dazu bereit sind viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Auf Kostenkurven oder sonstwas zu verweisen, sollten sich diese Menschen besser verkneifen. Ich glaube nicht, dass das überzeugt und auch nicht, dass das gut ankommt.
Leuten zu erzählen, dass es durchaus ernst zu nehmende Berechnungen gibt, dass E-Auto-Preise pro Jahr um 16, irgendwas Prozent fallen, kommt sicher auch nicht gut an, denn diese Leute sagen dann zurecht: "Hey, moment mal! Als ich im letzten Jahr für das E-Auto X den Preis anfragte, sollte das X Euro kosten. Gestern war ich wieder da, weil ich hörte, dass E-Autos billiger werden. Nun gibt es das E-Auto X nicht mehr in der Form wie im letzten Jahr, sondern nur eine verbesserte Variante. Die kostet aber nun auch zumindest etwas mehr. Wenn das der prognostizierte Preisverfall sein soll, dann könnt' ihr mich alle mal kreuzweise mit euren E-Autos. Da fahre ich weiter Verbrenner, solange ich kann und darf."
Einen Händler, also derjenige, der Kunden Autos verkauft, wirste nicht davon überzeugen können seinen Kunden von denen er leben muss, so Zeug wie Kosten- und Lernkurve und berechneter Preisverfall von 16% pa, zu erzählen. Der wird sich nichtmal dazu "herablassen" einem Kunden ein E-Auto schmackhafter zu machen als einen Benziner oder Diesel. So ein Händler verkauft den Leuten das Auto was sie haben wollen. So ein Händler erzählt nicht mal einem E-Auto-Interessierten das was im Prospekt steht. Der ist schon bei der Reichweitenangabe des Hersteller weitaus vorsichtiger. Der würd zwar gern das Auto verkaufen, aber vermeidet es dann doch lieber ohne Not dem Käufer Zeug zu erzählen, das nicht haltbar sein wird. Zum einen will er direkten Ärger nach dem Kauf vermeiden und zum anderen möchte er gern, dass der Kunde auch das nächste Auto bei ihm kauft. E-Autos zu verkaufen, ist augenblicklich (noch) keine dankbare Aufgabe. Selbst mit dieser 4000€-Subvention nicht, wie man ganz real augenblicklich sehen kann.
Ja, ich weiß, wieder viel zu viel Text, sorry...
Ich meine aber, dass deine kurzen Statements, die ja durchaus auf berechtigten Grundlagen fußen mögen und auch pibachs eher kurzen Statements, die er gern mit Links ausschmückt, die meist irgendwelche Prognosen beinhalten, dem Realitätsabgleich nicht standhalten können. Deshalb neige ich dazu vielleicht zu ausführlich meine ganz persönliche Sichtweise, so nachvollziehbar und belastbar wie möglich auszuführen. Trotzdem bilde ich mir nicht ein Recht zu haben. Ich meine nur ein gutes Stück weit näher an der Realität zu liegen, als all die Theorie, die ihr hier zum Besten gebt. Und um die Realität sollte es doch letztendlich gehen, oder? Wie es dann im Jahre 2030 oder 2050 oder 2070 tatsächlich aussehen wird, weiß niemand und kann auch niemand mit Sicherheit voraussagen. 2030 werd' ich wohl hoffentlich selbst noch miterleben dürfen. Bei 2050 könnte es für mich schon sehr eng werden. Dass ich 2070 noch miterleben werde, ist eher unwahrscheinlich. Scheiß Wahrscheinlichkeitsgedöns
Allerseits einen schönen Tag noch