Zitat:
Zitat von BlinderBarmer
Die Lernkurve ist mengenabhängig, darum führen dieselben absoluten Mengen zu unterschiedlichen relativen Lernerfolgen.
1 Mio Elektroautos führen zu einer Verdoppelung der hergestellten Menge (geschätzt bzw. geraten, geht ums Prinzip) und zu 16% Preisreduktion, ...
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Ne, die Prognose ist hier etwas anders gelagert. Soweit ich weiß ist der Preis von Elektroautos nicht 16% p.a. gefallen. Darauf basiert die Erfahrungskurve also gar nicht. Sondern vor allem auf der Preisentwicklung der Akkus, die in den letzten Jahren mit ca 25% p.a. billiger wurden. Derzeit liegt das Verhältnis bei 40% Akkukosten in einem Elektroauto. Die 16% sind irgendwie aus 25% und 40% zusammengefuchtelt, irgendeine tiefere Basis gibt es wohl nicht.
Ob ein Produkt mit steigender Stückzahl wirklich billiger wird, hängt wie gesagt vom "Innovationsgrad" ab. Das heißt, innerhalb der Wertschöpfung gibt es Fertigungsprozesse, die sich verbessern lassen. Möglicherweise lässt sich auch das Produkt noch verbessern mit zunehmender Erfahrung. Ob das bei Elektroautos so ist, ist lediglich eine Annahme, Erfahrungswerte haben wir dazu praktisch keine. Wenn es innerhalb der Wertschöpfung solche Innovationsmöglichkeiten gibt, dann besagt die Idee der
Erfahrungskurve lediglich, dass man die mit zunehmender kummulierter Stückzahl (Erfahrung) immer weiter ausreizen wird. Im Prinzip ist das aber nicht nur bei wachsender Stückzahl so, sondern immer dort wo Innovationsmöglichkeiten schlummern, werden diese bei genug Nachdruck dann auch mit der Zeit (=wachsende Erfahrung) umgesetzt. Es ist empirisch bestätigt, dass praktisch alle innovativen Produkte sich mit recht konstanter Rate entwickeln, also deren Verhältnis von Leistung zu Preis exponenziell steigt. Genaugenommen sind das
Wachstumskurven, die, wenn sie ressourcenlimitiert sind eine S-Form ausbilden. Im Anfangsbereich ist eine S-Wachstumskurve eben recht nah an einer Exponentialfunktion.