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Alt 19.01.2018, 13:54
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Zukunft der Automobil Industrie - Neuordnung auf dem Weltmarkt durch Elektromobil

Zitat:
Zitat von pibach Beitrag anzeigen
Der Wandel wird vor allem durch diese Energiepreise angeschoben. 1kWh Rohöl kostet rund 4ct (1 Barrell = 159l kostet aktuell $68 und entspricht rund 10kWh an Energie je Liter). Tendenz wahrscheinlich stagnierend. 1kWh Strom liegt unter 3ct (Börsenstrompreis) Tendenz stark fallend. Die nutzbare Energie liegt bei 80% Effizienz für Elektromotoren, also rund 4ct je 1kWh. Und bei 30% für Verbrenner, also ca 13ct je kWh.

Elektromotoren sind also heute bereits gut 4 mal kosteneffizienter im Verbrauch als Verbrenner nach dieser groben Überschlagsrechnung.
Für mich nur ein weiteres Beispiel für den Hang zur Schönrechnerei, was eben nicht dazu beitragen wird, dass irgendwas so schnell vorangeht wie du davon überzeugt zu sein scheinst.

Der Teufel steckt halt, wie es so schön heißt, in den Details.

Den aktuellen Barrel-Preis für Rohöl (sofern er denn stimmt, aber davon will einfach mal ausgehen) mit dem Börsenstrompreis als Bezugpunkt anzugeben, halte ich für nicht der Weisheit letzter Schluss. Kein Auto fährt mit Rohöl. Rohöl muss erst zu einem in Fahrzeugen nutzbaren Energieträger raffiniert werden. Keinem E-Auto kann ohne Akkus Strom zu welchem Preis auch immer nutzen um damit gefahren zu werden. Der aktuelle Akkupreis muss dann auch genau wie der aktuelle Rohölpreis plus die Kosten fürs Raffinieren bei der Berechnung mit herangezogen werden. Wieviel Liter Benzin bzw Diesel lassen sich aus einem Liter Rohöl eigentlich gewinnen?

Dann muss selbstverständlich auch berücksichtigt werden, ob der Rohölpreis so hoch sein muss, oder ob es nicht doch so ist, dass er bei heranwachsender ernstzunehmender Konkurrenz nicht gar viel Luft beinhaltet um im Handelspreis noch kräftig nach unten Fallen zu können. Wirklich knapp ist Erdöl ja noch nicht. Jedenfalls nicht, wenn z.B. diese Aussage korekt ist:
Zitat:
Die Rohölvorkommen sind gigantisch. Aktuell lagern unter der Erdoberfläche etwa 2,6 Billionen Barrel Öl. Diese Menge reicht, um den Ölbedarf der Welt bis zum Jahr 2050 zweimal zu stillen, wie der Ölkonzern BP in seinem "Energy Outlook" berechnet hat.
Dass gerade der viel sinnvollere Strom aus regenerativen Quellen an der Strombörse damit zu kämpfen hat, nicht selten gar negativ gehandelt zu werden, sollte auch nachdenklich machen. Tendenz gar steigend. So jedenfalls habe ich es die Tage aud D-Funk Wissen gehört. Die fehlenden Zwischenspeicher sorgen für diese Tendenz. Dass zum Börsenstrompreis selbst, selbstverständlich auch noch die Netzkosten hinzugerechnet werden müssen, denn vom virtuellen Handel an der Börse allein kommt der Strom nun mal nicht wie von Zauberhand zu den Verbrauchern. Die Netzbetreiber, die bösen, lassen sich das gar bezahlen, den Strom zu den Verbrauchern zu transportieren.

Ob es unabhängig von Netzkosten sinnvoll ist mit Börsenpreisen der Großhändler solch Rechnungen aufzumachen, darüber darf auch mal nachgedacht werden. Zumindest ist, meine dass das nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wenn es um Fahrzeuge geht, die eben nicht in den Genuss kommen werden zu Börsenhandelspreisen mit Energie versorgt zu werden.

Dafür sollten Preise genommen werden, zu denen dann nutzbare Energieträger für Fahrzeuge erhältlich sind. Egal ob Strom für E-Autos oder Benzin oder Diesel für die Verbrenner. Nun sollte man noch hingehen und schauen, wie sich diese realen Preise zusammensetzen. Welcher Anteil ist davon künstlich hoch oder künstlich niedirg gehalten worden? Die Mineralölsteuer würde ich als bewusst künstlich hochhaltenden Ansehen. Beim Strom findet man durchaus mal niedrig haltende Subventionen bzw bei weitem nicht so hohe Besteuerungen. KKW-Strompreise z.B. sind für mich mit sehr viel Vorsicht zu genießen. Da wird wegen der Endlagerungsprobleme auch kostenmäßig viel auf zukünftige Generationen verschoben.

Leider ist das in der Realität so komplex, dass sinnvolle Berechnungen sehr viel schwieriger sind. Deine Berechnung mag isoliert betrachtet durchaus richtig sein, nur hat sie mit der Realität nicht viel gemein.

Für mich kommt man halt mit solchen Rechnungen, in denen für mich eine Überheblichkeit mitschwingt, die allen, die diesbezüglich berechtigte Zweifel anmelden zu sagen scheint, das sie blöd seien, dem Ziel in Autos zukünftig immer weniger fossile Brennstoffe zu verwenden, nicht wirklich näher.

Dass hinter den fossilen Energieträgern mächtige Interessensgruppen sitzen, die sich wohl von keiner noch so günstig für E-Mobilität ausfallenden Berechnungen beeindrucken lassen werden, dürfte der Realität ebenso recht nahe sein. So lange sich Rohöl so fördern und weiterverarbeiten lässt, dass damit viel Geld verdient werden kann, würde ich damit rechnen, dass von diesen Interessensgruppen nichts unversucht bleiben wird um auch damit Geld verdienen zu können.

Letztendlich sagste mit dem was du hier dazu schreibst, zumindest indirekt, dass alle die jetzt noch Verbrenner neu kaufen blöd sind und nicht rechnen können. Nur ist das mit der Realität nicht in Einklang zu bringen. Reale technische Nachteile der E-Autos interessieren dich zudem nicht wirklich bzw werden von dir ignoriert.
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