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Alt 21.01.2018, 19:19
Julius K. Julius K. ist offline
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AW: Zukunft der Automobil Industrie - Neuordnung auf dem Weltmarkt durch Elektromobil

Zitat:
Zitat von pibach Beitrag anzeigen
Die Gesamtfahrleistung der Pkw belief sich 2016 in Deutschland auf insgesamt 625,5 Milliarden Kilometer (Quelle).

Bei angenommenen 0,16kWh/km also ca 100 Mia. kWh. Das sind 100 TWh also ca 19% des Nettostromverbrauchs (der lag 2016 bei 525 TWh).

Da 100% Durchdringung in weiter Ferne liegt, ist es sinnvoller, für das Jahr 2030 mit etwa 10% Durchdringung bzw. ca 2% zusätzlicher Stromlast zu rechnen.

Dabei ist wohl anzunehmen, dass nicht mehr Kraftwerke sondern vrstl. sogar weniger nötig werden, denn die Autobatterien können als Puffer dienen und damit regenerative Quellen wie Solar und Wind besser ausnutzen.
Offensichtlich hast du den verlinkten Artikel nicht gelesen. Ich zitiere:

Zitat:
Zitat von Vince Ebert
Fangen wir zunächst bescheiden an und gehen von dem Wunsch der Politik aus, dass ab 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland fahren sollen. Für diesen Fall sollen laut Bundesregierung moderne Schnellladestationen von jeweils 350 Kilowatt Leistung im gesamten Land installiert werden. Dazu ein Rechenbeispiel: Angenommen, es ist 20 Uhr, und zehn Prozent der eine Million Elektroautobesitzer möchten ihre Fahrzeuge aufladen. Dann wird zusätzlich zu dem normalen Strombedarf eine Leistung von 35 000 Megawatt benötigt. Das entspräche ungefähr 23 mittleren Kohlekraftwerken oder – falls Sie es nachhaltiger haben wollen – 35 000 Windrädern. Allerdings nur, wenn der Wind auch weht. Falls es Sommer ist und die Sonne abends noch volle Pulle scheint, könnten Sie die Autos auch mit einer Fotovoltaikanlage von einer Größe von 350 Quadratkilometern aufladen.
Es geht also bei der Problematik nicht einmal um die benötigte Energiemenge, das ganze scheitert schon an der Netzlast. Das Szenario, wenn alle Verbrennungsmotoren ersetzt werden, ist sogar noch unrealistischer.

Zitat:
Zitat von Vince Ebert
Würden wir nun alle 60 Millionen Verbrennungsmotoren in Deutschland durch Batterien ersetzen und annehmen, dass jeder Fahrzeugbesitzer sein Auto nur alle zwei Tage für jeweils eine halbe Stunde auflädt; und nehmen wir weiterhin an, die Aufladevorgänge könnten durch ein smartes System gleichmäßig über die gesamten zwei Tage verteilt werden, so bräuchten wir sogar knapp 140 neue Kraftwerke oder 220 000 Windräder oder eine Fotovoltaikanlage von der Größe des Saarlands, um den zusätzlichen Strombedarf zu decken. Zugegeben, beim Saarland denken sich viele Deutsche: "Das ist es mir wert …"
Ferner gibt es noch die Problematik, dass Lithium in den benötigten Mengen kaum vorhanden ist, bzw. eine nur unzureichende Energiedichte besitzt. Es gibt zwar vielversprechende Versuche mit Eisen/Luft Batterien (http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2017/2017-11-3-eisen-luft-batterie.html?nn=448936), aber das ganze steckt noch in den Kinderschuhen...
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