Zitat:
Zitat von Eckenmann
@Javaguru
Unsportlichkeit?
Die kann ich Anderen noch eher verzeihen
als mir selbst
(vor allem im Nachhinein)
als steter Anspruch aber bleibt:
freundlich und fair sein
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Wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein...
Wir sind doch alle ein bisschen wie Janus, der Gott mit den zwei Gesichtern.
Einerseits haben die meisten hier den Kant'schen Imperariv (was du nicht willst das man dir tu,....) in sich drin, die andere Seite der Medaille ist und bleibt die ständige Suche nach dem persönlichen Vorteil.
Mein persönliches Augenmerk lege ich darauf nicht hinterfotzig und hinterhältig zu sein.
Ich kann mich streiten, andere Meinung sein und im Zweifel haut man sich (selten) auch mal einen vor die Glocke.
Alles menschlich und irgendwie tolerabel. Auch interessiert mich weder Hautfarbe, Herkunft oder sonst ein Merkmal, ich versuche Verhalten und Charakter zu beurteilen.
Zuwider sind und waren mir immer Typen, die Wasser predigen und Wein trinken sowie der Typ "Grinsekatze", "Schulterklopfer" oder auch "Aussendienstler".
Zum Betrügen im Sport:
Das muss man erstmal definieren:
Als die glatten Noppen verboten wurden haben sich einige Spieler erfinderisch gezeigt und im "grauen" Regelbereich ihr Ersatzmaterial gefunden.
Ist das Betrug?
Moralisch vielleicht, regeltechnisch nicht, da die Schläger sämtlichen Überprüfungen mit den offiziellen Meßmethoden stand gehalten haben.
Jetzt kommt, in meinem Fall mal so geschehen, ein Wald und Wiesen SR daher und legt absichtlich die Netzlehre auf die Schrift des Belages, so dass eine minimale Lücke entsteht und behauptet der Schläger, eine Woche vorher noch mit dem offiziellen Gerät korrekt gemessen, sei schief..
Wer ist jetzt der Betrüger?
Man kann sagen, dass der Spieler den SR zu einer unfairen Handlung genötigt hat was aber dem Grundsatz "in dubio pro reo" widerspricht.
Man kann auch sagen der SR ist ein Betrüger.
Man kann aber als absolutistischer Herrscher, in dem Fall der Verband, auch danach die Gesetze ändern und den Polizisten (SR) zum Richter machen.
Hier durch Freigabe der Tatsachenentscheidung
Ich habe mich zwar jetzt hier als Beispiel genommen, es hat aber auch Dutzende "Normalspieler" getroffen.
Andersherum:
Ist ein Abwehrspieler, der seinen Belag vor Monaten mal mit Frischkleber fest geklebt hat und beim offiziellen Messen dann 7ppm hat und disqualifiziert wurde ein Betrüger?
Ist ein A-Schüler, der morgens einen neuen Belag kauft und dann bei der Messung durchfällt ein Betrüger?
Im Endeffekt entscheidet doch die persönliche Moral darüber und im Zweifel der Gesetzgeber.
Wer kann von sich sagen 100% korrekte Aufschläge zu machen?
Ist ein bisschen falsch schlimmer als komplett verdeckt?
Ist ein durch Gequatsche auf dem Rhythmus bringen unfair oder ist der Gegner selbst schuld?
Und wenn sich wirklich jemand für Mr. Oberfair hält, der sollte sich mal vorstellen, es wäre Olympia, er hat im Finale Matchball und der Gegner macht einen Kantenball, den der SR nicht sieht.
Den möchte ich sehen, der dann dir Entscheidung korrigiert.
Bei relativ unwichtigen Dingen, da geben wir uns alle immer sehr generös. Geht es aber um Erfolg, Macht und Geld, da dreht es sich dann gewaltig.
Wer würde bei einer Beförderung freiwillig sagen, dass der Kollege dafür besser geeignet wäre?
Wer würde auf seinen komplettem Wohlstand verzichten, wenn die Welt dann hungerfrei wäre?
Oder das klassische Dilemma:
Gott steigt herab und fragt: Mein Sohn, ich sage dir, du wirst 80 Jahre alt und dein bester Kumpel ebenfalls. Du hast aber jetzt die Möglichkeit 120 zu werden und dein Freund stirbt auf der Stelle?
Es würde niemand so äußern, aber ich schätze die Zahl derer, die zumindest innerlich auf Variante 2 hoffen auf annähernd 100%.
Man rutscht bei solchen Themen dann auch schnell in Richtung Philosophie ab.
Die "Wahrheit" ist dann immer sehr "persönlich".